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Indopazifik
Containerschiff im Tiefwasserhafen Yangshan, VR China © CFOTO
Mit dem Aufstieg Asiens verschieben sich die politischen und ökonomischen Gewichte zunehmend in den indopazifischen Raum. Die Region wird zum Schlüssel für die Ausgestaltung der internationalen Ordnung im 21. Jahrhundert.
Bedeutung der Indopazifiks
Deutschlands Sicherheit und Wohlstand sind eng mit der des Indopazifiks verbunden.
Beinahe 50 % des globalen BIP und gut zwei Drittel des globalen Wachstums werden im Indopazifik generiert. 40 % des außereuropäischen Handels betreiben deutsche Unternehmen mit den Märkten im Indopazifik. Einen großen Teil an Rohstoffen und Produkten, die essentiell für die Funktionsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sind – etwa Halbleiter, Dauermagneten, seltene Erden – kommen aus dieser Region.
Geopolitische Rivalitäten, umstrittene Grenzverläufe und schwelende Konflikte bergen aber auch das Potenzial von Instabilität . Flüchtlingsbewegungen, Netzwerke des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität verstärken dies.
Deutsche Interessen im Indopazifik
Als global agierende Handelsnation hat Deutschland großes Interesse an Stabilität, Wohlstand und Freiheit in den Staaten des Indopazifiks. Deutschland engagiert sich für die Stärkung der völkerrechtsbasierten internationalen Zusammenarbeit: Der Indopazifik soll als Raum inklusiver Kooperation erhalten bleiben. Deutschland tritt daher ein für freie Seewege, offene Märkte und Freihandel, faire Wettbewerbsbedingungen, Digitalisierung, Konnektivität und Menschenrechte.
Um seine Interessen im indopazifischen Raum zielgerichtet zu verfolgen, hat sich Deutschland zu einem langfristigen politischen Engagement in der Region entschlossen. Die Leitlinien der Bundesregierung zum Indopazifik aus 2020 sowie die Grundsatzrede zur deutschen Indopazifik-Politik von Außenminister Wadephul von 2025 dienen hierfür als strategische Wegweiser.
Deutschland setzt auf enge Partnerschaften mit Ländern der Region und ist für diese ein verlässlicher Partner. Hierfür ist die Festigung und Diversifizierung der Handelsbeziehungen (z.B. Handels- und Rohstoffpartnerschaften) ein Kernelement. Der Indopazifik ist der Motor der Weltwirtschaft sowie zentraler Knotenpunkt für globale Handelsströme. Eine mögliche Eskalation der geopolitischen Spannungen im Indopazifik hätte dramatische Folgen für globale Sicherheit und Wohlstand und würde auch deutsche Interessen direkt betreffen.
Deshalb stärkt Deutschland seine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaften im Indopazifik. Seit 2021 weitet Deutschland sein strategisches Engagement im indopazifischen Raum aus, z.B. durch regelmäßige „Indo-Pacific Deployments“ der Bundeswehr, Teilnahme an Militärübungen mit Partnern der Region, oder der Entsendung von Verbindungsoffizieren zur multilateralen Kooperation, etwa der Enforcement Coordination Cell in Japan zur Überwachung der VN-Sanktionen gegen Nordkorea.
Rund 60 % der Weltbevölkerung leben im Indopazifik, 22 von 37 Mega-Städten weltweit befinden sich hier, mehr als die Hälfte der globalen CO2-Emissionen werden im Indopazifik ausgestoßen. Damit sind die indopazifischen Staaten entscheidende Akteure bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie der Klimakrise. Die Entwicklungen im Indopazifik tragen entscheidend dazu bei, ob die Pariser Klimaziele erreicht werden und die Eindämmung des Klimawandels gelingt. Deshalb ist Deutschland daran interessiert, mit den Staaten im Indopazifik zum Schutz unseres Planeten zusammenzuarbeiten und sie gleichzeitig dabei zu unterstützen, die für sie lebensbedrohlichen Folgen des Klimawandels wie den Anstieg des Meeresspiegels abzumildern.
EU-Strategie für Kooperation im Indopazifik
Deutschland setzt sich für regelbasierten Freihandel und für die Verabschiedung von Freihandelsabkommen der EU mit Ländern des Indopazifiks ein. Europas gemeinsame Interessen und Werte können am besten gewahrt und durchgesetzt werden mit dem Gewicht eines geeinten Europas. Deshalb wurde 2021 die EU-Strategie für die Zusammenarbeit im indopazifischen Raum veröffentlicht.
Leitprinzipien der EU-Strategie sind effektive, wertebasierte multilaterale Kooperation; gleiche Voraussetzungen für fairen Wettbewerb; Nachhaltigkeitsziele, Klimaschutz, Biodiversität; Multilaterale und regionale Kooperation; Förderung von Menschenrechten und Demokratie.
Die EU-Strategie benennt sieben prioritäre Handlungsfelder, die sich vor allem an den Kompetenzen der Europäischen Union ausrichten: Nachhaltiger und inklusiver Wohlstand; ökologischer Wandel; Meerespolitik; Digitale Governance und Digitalpartnerschaften; Konnektivität mit der EU-Initiative „Global Gateway“; Sicherheit und Verteidigung; menschliche Sicherheit.
Regionale Kooperation
In der Asia-Europe Foundation (ASEF) erfolgt zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit von insgesamt 53 europäischen und asiatischen Staaten. ASEF wurde 1997 gegründet und hat seinen Sitz in Singapur. Ziel ist es, Dialog und Zusammenarbeit zwischen den beiden Kontinenten in verschiedenen Bereichen, darunter Kultur, Bildung, Wirtschaft und Politik, zu fördern. ASEF arbeitet eng mit Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zusammen und organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, Programmen und Projekten.
Im Jahr 1997 wurde die Indian Ocean Rim Association (IORA) gegründet. IORA ist die einzige internationale Organisation, die den gesamten Indischen Ozean umspannt. Das IORA-Sekretariat befindet sich in Ebène, Mauritius. Die Regionalorganisation besteht aus 23 Mitgliedsstaaten, die alle Anrainer des Indischen Ozeans sind und hat zum Ziel, regionale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung in der Region des Indischen Ozeans zu fördern. Nicht-Anrainerstaaten können Dialogpartner werden. Deutschland ist seit 2015 und die EU seit 2023 Dialogpartner von IORA.