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Gemeinsame Erklärung von Neuseelands Außenminister Winston Peters und Außenminister Johann Wadephul

03.02.2026 - Pressemitteilung

Deutschland und Neuseeland sind heute zusammengekommen, um unsere enge und dauerhafte Partnerschaft zu bekräftigen, die auf gemeinsamen demokratischen Werten, einem Bekenntnis zu der auf dem Völkerrecht basierenden Weltordnung und der Entschlossenheit beruht, globale Herausforderungen gemeinschaftlich anzugehen. Wir würdigten die Stärke unserer bilateralen Beziehung und brachten unsere gemeinsame Absicht zum Ausdruck, die Zusammenarbeit in den Bereichen strategische Kooperation, Wirtschaft, Sicherheit und Kontakte auf Bürgerebene zu intensivieren.

Wir unterstrichen unser festes Bekenntnis, das Völkerrecht und die VN-Charta zu achten und den Multilateralismus mit den Vereinten Nationen und ihren Organisationen im Zentrum zu unterstützen. Wir nahmen mit Sorge den wachsenden Druck auf internationale Regeln und Institutionen zur Kenntnis und brachten erneut unsere gemeinsame Überzeugung zum Ausdruck, dass für die globale Stabilität ein gemeinsames Handeln unabdingbar ist.

Deutschland und Neuseeland sind sich bewusst, dass die Sicherheit und der Wohlstand Europas und des indopazifischen Raums eng miteinander verbunden sind. Wir haben uns darüber ausgetauscht, dass die Förderung von Stabilität, Souveränität und Freiheit der Schifffahrt in unserem gemeinsamen Interesse liegt. Deutschland begrüßt die fortwährende Unterstützung Neuseelands für die Ukraine seit der illegalen Vollinvasion Russlands 2022, was auch finanzielle Beiträge für mit der NATO abgestimmte Initiativen, die Entsendung von Personal der neuseeländischen Streitkräfte nach Deutschland und in andere Regionen Europas und die beiderseitige Verstärkung von Sanktionen umfasst, was im Einklang mit Deutschlands langfristigem Eintreten für Europas Sicherheit und die Bekämpfung von Bedrohungen im Hinblick auf territoriale Unversehrtheit steht. Beide Seiten bekräftigten, dass wir Zwangsmaßnahmen oder destabilisierende Maßnahmen egal in welcher Region ablehnen.

Deutschland und Neuseeland bekräftigten, dass die Einhaltung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen, das den rechtlichen Rahmen für alle Aktivitäten in den Meeren und Ozeanen bildet, unabdingbar für Frieden und Stabilität ist, und beide Seiten bringen ihre nachdrückliche Unterstützung für die Zentralität von ASEAN zum Ausdruck.

Neuseeland betonte die fortwährenden Bemühungen der Mitglieder des Pazifikinsel-Forums (PIF), Resilienz und regionale Stabilität im pazifischen Raum aufzubauen, und begrüßte Deutschlands jahrzehntelanges Engagement als Dialogpartner des PIF. Deutschland unterstützte diese Initiativen, auch durch seine Zusagen für die Resilienzfazilität für den Pazifikraum (Pacific Resilience Facility), und bekräftigte seine Absicht, die Zusammenarbeit mit Partnern im pazifischen Raum zu vertiefen. Wir erkannten ferner an, dass Klimawandel und steigende Meeresspiegel Auswirkungen auf die Sicherheit haben.

Wir bekräftigten die Notwendigkeit widerstandsfähiger, diversifizierter Lieferketten und eines offenen, regelbasierten Handels. Wir stellten erfreut fest, dass das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Neuseeland die Erwartungen im Hinblick auf eine Ausweitung des Handels und eine Steigerung des beiderseitigen Wohlstands übertrifft. Wir begrüßten das Anliegen, das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Neuseeland zu aktualisieren, um die Wirtschaftsbeziehungen weiter zu vertiefen. Neuseeland thematisierte seine Beteiligung an Initiativen zur Stärkung von Investitionen im Bereich kritische Mineralien und strategischen Wirtschaftspartnerschaften. Wir erkannten ferner die Bedeutung an, die Zusammenarbeit und Partnerschaften in den Bereichen Innovation, Energie, Raumfahrt und Digitalisierung für die Förderung des Wohlstands sowohl im indopazifischen Raum als auch in Europa haben.

Als enge Partner bekräftigten wir unser Bekenntnis zu Menschenrechten, demokratischer Staatsführung und Grundfreiheiten, wobei wir betonen, dass diese Prinzipien eine wesentliche Grundlage für Sicherheit und Wohlstand bilden.

Neuseeland begrüßte die jüngst erfolgten und zukünftig geplanten Rückführungen sterblicher Überreste von Vorfahren der Maori und Moriori und die Rückgabe von Kulturschätzen (Taonga) der Maori aus mehreren Einrichtungen in ganz Deutschland als ein willkommenes Beispiel für die engen kulturellen Beziehungen zwischen unseren Ländern.

Abschließend bekräftigten Deutschland und Neuseeland unser Bekenntnis zur Vertiefung der bilateralen Kooperation und zur Zusammenarbeit mit dem Ziel eines stabilen, sicheren und von Wohlstand gekennzeichneten internationalen Umfelds. Wir begrüßten den fortwährenden Dialog auf allen Ebenen und kamen überein, uns in Bezug auf globale und regionale Themen von gemeinsamem Belang auch weiterhin eng abzustimmen.

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