Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Die deutsch-französische Zusammenarbeit

30.11.2021 - Artikel

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nimmt durch ihre Geschichte, ihre Intensität und ihre besondere institutionelle Ausgestaltung eine herausgehobene Stellung ein.

Enge Beziehungen: Deutschland und Frankreich
Enge Beziehungen: Deutschland und Frankreich© photothek.net

Frankreich und Deutschland verbindet eine beispielhafte Partnerschaft. Dies drückt sich auch in einer wachsenden Zahl gemeinsamer außenpolitischer Initiativen beider Länder aus.

Die Regierungen beider Länder treffen sich im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrates (DFMR) möglichst jährlich zu bilateralen Regierungskonsultationen, pandemiebedingt zuletzt am 31. Mai 2021 in Form einer virtuellen Videokonferenz. Der DFMR bietet die Möglichkeit, die deutsch-französische Zusammenarbeit auf höchster politischer Ebene zu koordinieren.

Auch die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist sehr eng. Im Rahmen des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrates (DFVSR) findet ein regelmäßiger strategischer Austausch mit Abgleich zu aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen statt. Zuletzt hat der DFVSR am 5. Februar 2021 stattgefunden, pandemiebedingt auch hier im virtuellen Format.

Grundlagen der Partnerschaft: Der Élysée-Vertrag und der Vertrag von Aachen

Am 22. Januar 1963 wurde die bilaterale Zusammenarbeit beider Länder mit dem Élysée-Vertrag auf eine eigene vertragliche Grundlage gestellt, ausdrücklich zur Überwindung der zurückliegenden Feindschaft und Kriege. Mit dem Vertrag von Aachen wurde 2019 die seither gewachsene deutsch-französische Partnerschaft weiter vertieft und intensiviert, auf neue Herausforderungen ausgerichtet und dabei noch fester im europäischen Rahmen verankert. Der Vertrag von Aachen wurde am 22. Januar 2019 von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Staatspräsident Emmanuel Macron und den beiden Außenministern Heiko Maas und Jean-Yves Le Drian im Krönungssaal des Aachener Rathauses unterzeichnet und trat ein Jahr später in Kraft.

Im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Vertrags wurde eine Liste von 15 prioritären Vorhaben veröffentlicht, die inzwischen mehrheitlich erfolgreich verwirklicht sind oder sich in aktiver Umsetzung befinden. Dazu gehört der deutsch-französische Bürgerfonds: Seit Gründung im April 2020 konnten bereits mehr als 300 Projekte für eine aktive europäische Zivilgesellschaft und für eine noch engere zivilgesellschaftliche Verbindungen zwischen Deutschland und Frankreich gefördert werden. Ein weiteres prioritäres Vorhaben ist das Zusammenwachsen der Grenzregionen: Hierzu wurde der deutsch-französische Ausschuss für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ) geschaffen. Ziel des AGZ ist es, Hindernisse für das grenzüberschreitende Zusammenleben durch die Einbindung wesentlicher Entscheidungsträger – beidseits der Grenze und über alle föderalen und administrativen Ebenen hinweg – zu identifizieren und abzubauen. 

Beim Deutsch-Französischen Ministerrat am 31. Mai 2021 wurden zudem 13 neue deutsch-französische Leuchtturmvorhaben vereinbart. Dazu zählt die Verbesserung v.a. deutsch-französischer Nachtzugverbindungen zwischen Paris und Berlin, der Aufbau eines deutsch-französischen Netzwerks für Führungsnachwuchs, die Weiterentwicklung paneuropäischer Industriekooperationen sowie neue Projekte im Bereich der Erinnerungskultur.

Ein einzigartiges Netzwerk an gemeinsamen Strukturen

Das in den vergangenen Jahrzehnten gewachsene Netzwerk gemeinsamer deutsch-französischer Strukturen und Institutionen ist einzigartig. Es wird dabei getragen auch von langjährigen persönlichen Bindungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Länder; diese kommen nicht zuletzt in zahlreichen Städte- und Regionalpartnerschaften zum Ausdruck. Dieses enge Netz an Verbindungen gilt es insbesondere bei jüngeren Generationen immer wieder zu erneuern. Daher sind neben der politischen Zusammenarbeit gesellschaftspolitische Initiativen u.a. zur Förderung der Partnersprache und des Jugendaustauschs von Bedeutung. Neben dem bereits seit 1963 bestehenden Deutsch-Französischen Jugendwerk sind der mit dem Vertrag von Aachen gegründete Deutsch-Französische Bürgerfonds und das Deutsch-Französische Zukunftswerk wichtige neue Impulsgeber.

Mehr lesen

Weitere Informationen

Die Website zur deutsch-französischen Zusammenarbeit mit aktuellen Meldungen, wichtigen Grundlagentexten und Übereinkommen.

Staatsministerin Anna Lührmann
Staatsministerin Anna Lührmann© Anna Lührmann, Dominik Butzmann

Die Beauftragte für die deutsch-französische Zusammenarbeit koordiniert gemeinsam mit seiner französischen Amtskollegin Laurence Boone die deutsch-französischen Beziehungen auf Regierungsebene und fördert die weitere Annäherung der Zivilgesellschaften beider Länder.

Ministerpräsident Hendrik Wüst, Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Beziehungen zu Frankreich
Ministerpräsident Hendrik Wüst, Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Beziehungen zu Frankreich© ©dpa

Bis zum 31. Dezember 2022 nimmt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst das Amt des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten wahr. Das Amt wurde 1963 durch den Elysée-Vertrag geschaffen.

Verwandte Inhalte

nach oben