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Brücken über den Nord- und Südatlantik: Außenminister Wadephul reist in die Vereinigten Staaten, nach Paraguay, Argentinien und Brasilien
Kapitol, Washington DC © imageBROKER
Außenminister Wadephul beginnt heute seine Reise auf den amerikanischen Doppelkontinent. Im Fokus steht der politische und wirtschaftliche Schulterschluss mit den „Amerikas“ – von der transatlantischen Sicherheitsarchitektur mit den USA bis zu Wachstumschancen mit den MERCOSUR-Staaten.
Heute beginnt Außenminister Wadephul seine einwöchige Reise auf den amerikanischen Doppelkontinent, die ihn zunächst in die Vereinigten Staaten und anschließend nach Paraguay, Argentinien und Brasilien führt. Die Stationen spiegeln die zunehmende strategische Bedeutung auch Südamerikas für Europa wider – sei es für die Stabilität globaler Lieferketten, die wirtschaftliche Diversifizierung oder die gemeinsame Verantwortung für eine stabile internationale Ordnung, die auf Regeln beruht.
Gerade Lateinamerika rückt dabei stärker in den Fokus der deutschen Außenpolitik: nicht nur als dynamischer Wirtschaftsraum, sondern als Partner in einer Zeit, in der Sicherheit, Handel und geopolitische Stabilität eng miteinander verknüpft sind. Deutschland setzt gezielt auf engere Partnerschaften mit den Ländern des Kontinents, die gemeinsame Interessen und Überzeugungen teilen – über den Atlantik hinweg.
Vor seiner Abreise erklärte Außenminister Wadephul:
In einer Welt der globalen Umbrüche und Multi-Krisen wahren wir unsere Kerninteressen nur in starken Partnerschaften. Freiheit, Sicherheit und Wohlstand: Diese Ziele leiten mich als Außenminister. Dabei wissen wir uns als Deutsche und Europäer eng verbunden mit unseren natürlichen Partnern auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Deshalb reise ich erneut nach Nord- und Südamerika.
USA: Gemeinsam Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen
In Washington trifft Außenminister Wadephul zunächst am Montag seinen amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio, um sich über zentrale Fragen der internationalen Sicherheitsordnung abzustimmen: die Lage im Nahen Osten, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die Vorbereitung des NATO-Gipfels in Ankara in der kommenden Woche.
Im Mittelpunkt steht dabei auch, wie die NATO-Bündnispartner ihre Lastenteilung neu ausrichten und die Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit des Bündnisses dauerhaft stärken können.
Außenminister Wadephul betonte vor Abreise:
Die USA sind und bleiben unser wichtigster Partner außerhalb Europas. Wir sind Alliierte bei der Verteidigung unserer Freiheit. Unsere euro-atlantische Sicherheit hängt entschieden davon ab, dass wir auch in Zukunft so entschlossen wie bisher in der NATO zusammenstehen. Aus gutem Grund wagt Putins Russland nicht, ein NATO-Mitglied anzugreifen: Unsere kollektive Abschreckung wirkt. Mit meinem Amtskollegen Marco Rubio werde ich beraten, wie wir beim NATO-Gipfel kommende Woche in Ankara eine neue Lastenteilung im Bündnis und eine stabile, langfristige Unterstützung der Ukraine erreichen können. Eine Unterstützung, die Moskau zur Erkenntnis gelangen lässt, dass es endlich Zeit ist, das Töten in der Ukraine zu beenden und an den Verhandlungstisch zu kommen. Die Ukraine ist längst zu Frieden bereit – und wir Europäer dazu, sie nach Kräften zu begleiten.
Paraguay: MERCOSUR als Hebel für Wachstum und Stabilität
Im Anschluss an sein Gespräch mit dem US-Außenminister reist Außenminister Wadephul nach Paraguay. In Asunción nimmt er am Dienstag am Gipfel der MERCOSUR-Staaten teil, der unter paraguayischer Präsidentschaft stattfindet.
Der Gipfel markiert einen wichtigen Moment in den Beziehungen zwischen Europa und Südamerika. Mit dem EU-MERCOSUR-Abkommen entsteht ein Wirtschaftsraum, der nicht nur Märkte verbindet, sondern auch politische Stabilität stärkt und die regelbasierte internationale Zusammenarbeit vertieft.
Vor seiner Abreise warb Außenminister Wadephul für neue wirtschaftliche Dynamik, die allen zugutekommt:
Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen ist ein Meilenstein für den Handel und bietet für Deutschland und Europa ein riesiges Wachstumspotenzial. 31 gefestigte Demokratien mit über 700 Millionen Einwohnern, die 20% des weltweiten BIP ausmachen, stehen für Freihandel statt Zölle, für Wettbewerb statt Protektionismus. Beim Mercosur-Gipfel in Paraguay und bei meinen Gesprächen in Argentinien und Brasilien möchte ich ausloten, wie aus der größten Freihandelszone der Welt konkret Wachstum und Wohlstand für beide Seiten entstehen können. Die Weichen dafür sind gestellt. Für deutsche Unternehmen gilt es, die Chancen in den Mercosur-Staaten nun zu ergreifen. Deshalb begleiten mich auch Unternehmensvertreter aus den Bereichen Energie, Sicherheit und Verteidigung und Rohstoffe.
Am Rande des Gipfels führt Außenminister Wadephul zudem Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierung Paraguays sowie mit dem Präsidenten Chiles.
Argentinien: kritische Rohstoffe, Erinnerungskultur und Sport
In Buenos Aires vertieft Wadephul die bilaterale Zusammenarbeit mit Argentinien in einem zentralen Zukunftsfeld: kritische Rohstoffe und Mineralien. Mit einer geplanten Absichtserklärung schaffen beide Seiten die Grundlage für engere Kooperationen, die die Versorgungssicherheit für Deutschland stärken und zugleich die Wertschöpfung und industrielle Entwicklung in Argentinien fördern sollen.
Auch die gesellschaftliche Dimension der deutsch-argentinischen Beziehungen steht im Fokus der Reise. Der Besuch der Gedenkstätte „Parque de la Memoria“ macht deutlich, dass die Partnerschaft mit Argentinien auch die jeweilige Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte einschließt. Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer der Militärdiktatur und ist ein zentraler Ort des Gedenkens an die Verschwundenen, die Opfer staatlicher Gewalt sowie an Menschenrechtsverletzungen jener Zeit. Damit steht sie symbolisch für die Bedeutung von Erinnerung, Menschenrechten und demokratischer Verantwortung in den heutigen bilateralen Beziehungen.
Ein weiterer Programmpunkt der Reise nach Argentinien ist der gemeinsame Besuch des River-Plate-Stadions mit dem argentinischen Außenminister – zusammen mit Sportbotschafter und Ex-Nationalspieler Cacau. Die derzeit laufende Fußball-Weltmeisterschaft der Herren zeigt, wie sehr Sport über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg verbindet. Gerade in Argentinien hat Fußball eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung.
Brasilien: Innovation, Industrie und neue Dynamik
Die nächste Station der Reise ist eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt und die größte Stadt auf der Südhalbkugel: São Paulo. Bei einer Konferenz der Deutschen Auslandshandelskammer wirbt Außenminister Wadephul dort für eine engere wirtschaftliche Vernetzung mit Brasilien und den MERCOSUR-Staaten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Innovationskraft Brasiliens. Vor seiner Reise sagte Außenminister Wadephul:
Brasilien und Deutschland sind strategische Partner. Erst vor wenigen Monaten war Brasilien Gastland der Hannover Messe, in deren Rahmen Regierungskonsultationen stattgefunden haben. Die brasilianische Wirtschaft bietet eine immense Innovationskraft, auch im Bereich nachhaltiger Transformation. Wir wollen zudem gemeinsam daran arbeiten, dass noch mehr der hervorragend ausgebildeten und bei uns dringend benötigten Fachkräfte ihren Weg auf unseren Arbeitsmarkt finden.
Zum Abschluss der Reise führt er in Brasília politische Gespräche mit seinem brasilianischen Amtskollegen, um die bilaterale Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und neue Formate des deutsch-brasilianischen Diplomatenaustauschs zu vereinbaren.