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Beziehungen zu Deutschland Mali

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die deutsch-malischen Beziehungen sind eng und vielfältig. Malier erinnern immer wieder daran, dass bei Auflösung der kurzlebigen Föderation mit Senegal im September 1960 die Bundesrepublik Deutschland als erster Staat die unabhängige Republik Mali anerkannte.

Deutschland unterstützt die UN-Mission MINUSMA, die EU-Ausbildungsmission EUTM sowie die zivile Ausbildungsmission EUCAP Sahel in Mali. Präsident Keita war im Dezember 2013 zu einem offiziellen Besuch in Berlin, Außenminister Diop im Oktober 2015 und Juni 2016. 2016 besuchte Bundespräsident Gauck Mali im Februar, Außenminister Steinmeier im Mai, und im Oktober 2016 reiste Bundeskanzlerin Merkel nach Mali. Außenminister Gabriel reiste gemeinsam mit seinem damaligen französischen Amtskollegen Ayrault im April 2017 nach Bamako und Gao. Verteidigungsministerin von der Leyen war mehrfach vor Ort.

Wirtschaftliche und entwicklungspolitische Beziehungen

Der Handelsaustausch hat ein relativ geringes Volumen. 2016 importierte Deutschland Waren im Wert von 4,6 Millionen Euro aus Mali und exportierte nach Mali Waren für 134,9 Millionen Euro, hauptsächlich Textilien und Bekleidung, Kfz und Kfz-Teile, Maschinen und chemische Erzeugnisse (Quelle: Destatis). Ein bilaterales Investitionsschutzabkommen datiert vom 28.06.1977; wesentliche deutsche Investitionen in Mali gibt es jedoch nicht. Mali gehört zur Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP-Gruppe) und ist Unterzeichner des Cotonou-Abkommens mit der Europäischen Union.

Die deutsch-malische Entwicklungszusammenarbeit umfasst drei Schwerpunkte: Dezentralisierung, Landwirtschaft und Wasser-/Sanitärversorgung. Die aktuellen Gesamtzusagen der staatlichen und nicht-staatlichen Zusammenarbeit belaufen sich auf ca. 450 Mio. Euro. Jedes Jahr werden hiervon ca. 65 Mio. Euro im Rahmen von laufenden Programmen u.a. zur Verbesserung der Produktivität der Landwirtschaft, für den  Zugang zu sauberem Trinkwasser oder zur Stärkung der Mitbestimmung in Kommunen und Regionen ausgezahlt.

Kulturelle Beziehungen

Der deutsch-malische Kulturaustausch ist rege. Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache, die Weiterbildung malischer Studenten durch die Gewährung von Hochschul- und Fachausbildungsstipendien durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und durch die Internationale Weiterbildungs- und Entwicklungs GmbH (InWent), seit 2011 Teil der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ. Knapp 1000 Malier studieren Deutsch als Hauptfach. Deutsch sprechende Malier der älteren Generation haben zumeist in der DDR studiert.

Das Original-Wohnhaus des Afrikaforschers Heinrich Barth in Timbuktu, in dem sich ein kleines Museum befindet, wurde mit deutschen Mitteln von Grund auf restauriert. Es gibt mehrere Partnerschaften zwischen deutschen und malischen Städten.

Das für Mali zuständige Goethe-Institut befindet sich in Abidjan (Côte d'Ivoire). In Mali wurde 2005 von ehemaligen DDR-Stipendiaten ein deutsch-malischer Kulturkreis (CCGM) gegründet, der seit Frühjahr 2008 mit Unterstützung der Botschaft regelmäßig Veranstaltungen abhält und Deutschkurse gibt.

Deutschland engagiert sich durch sein Kulturerhaltprogramm für den Erhalt der arabischen Manuskripte aus den Bibliotheken von Timbuktu, die 2012 vom Zugriff islamischer Rebellen bedroht waren. Die Restaurierungs-, Archivierungs- und Digitalisierungsarbeiten dauern derzeit an.

Zivile Stabilisierungsmaßnahmen und sicherheitspolitisches Engagement

Die Bundesregierung fördert Projekte zur Krisenprävention und Stabilisierung, wie z.B. die Begleitung des Friedens- und Versöhnungsprozesses, Projekte zur lokalen Mediation und Stärkung des sozialen Zusammenhalts sowie Maßnahmen zum Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen. Im Rahmen der EU-Migrationspartnerschaft mit Mali führt das Auswärtige Amt zusammen mit der Internationalen Organisation für Migration ein Migrationsmanagementvorhaben zur Stabilisierung entlang der Migrationsrouten durch. Darüber hinaus ist Mali Länderkomponente im überregionalen Grenzmanagementprogramm, welches im Auftrag des Auswärtigen Amtes von der GIZ implementiert wird und an das African Union Border Programme AUBP gekoppelt ist.

Deutschland unterstützt zudem die MINUSMA beim Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Reintegrationsprozess, und führt Maßnahmen zur Stärkung des Sicherheitssektors durch.

Seit 1969 unterstützte die Bundeswehr den Aufbau rechtsstaatlicher und demokratisch kontrollierter Streitkräfte phasenweise durch eine technische Beratergruppe, die insbesondere den Aufbau der malischen Pioniertruppe (u.a. Straßenbau, Schwimmbrücken, Bauhandwerke) begleitete und heute u.a. eine Kfz-Werkstatt und ein Materiallager aufbaut. Weitere malische Soldatinnen und Soldaten werden in Deutschland fachlich ausgebildet. Deutschland unterstützt u.a. den Kampf gegen die Verbreitung von Kleinwaffen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Mali ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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