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Deutschland und Iran: bilaterale Beziehungen

04.10.2023 - Artikel

1952 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Iran aufgenommen und die iranische Gesandtschaft in Deutschland eröffnet. Nach der Islamischen Revolution 1979 waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern zum Teil sehr angespannt. Vor allem die Menschenrechtslage in Iran beobachtet die Bundesregierung mit Sorge, ebenso das iranische Nuklearprogramm.

Die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen waren traditionell eng. Ungefähr 30 Prozent der industriellen Infrastruktur in Iran stammen aus deutscher Produktion. Im Jahr 2022 betrug das Außenhandelsvolumen jedoch nur noch ca. 1,88 Mrd. Euro und lag damit fast ein Viertel unterhalb des Niveaus von 2015, als die bis dato umfassendsten EU-Wirtschaftssanktionen gegen Iran in Kraft waren (2,38 Mrd. Euro). Die deutschen Exporte nach Iran beliefen sich 2022 auf rund 1,58 Mrd. Euro. Bei rund 28% der Ausfuhren handelt es sich um Lebensmittel, insbes. um Getreide. Bei rund 12% der Gesamtexporte handelt es sich um Pharmazeutika, bei weiteren 20% um Maschinen und zugehörige Ersatzteile, mehrheitlich für die Agrar-, Medizin- und Textilindustrie. Iranische Exporte nach Deutschland, darunter insbes. landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe, betrugen 2022 ca. 299 Mio. Euro. Iran stand damit 2022an 74. Stelle der deutschen Außenhandelspartner.

Traditionell bestand zwischen Deutschland und Iran ein reger Austausch im Kultur- und Wissenschaftsbereich, der infolge veränderter politischer Rahmenbedingungen zurzeit jedoch stark belastet und rückläufig ist. Dennoch bleibt das zivilgesellschaftliche Interesse an einem bilateralen Austausch in Kultur und Wissenschaft hoch. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) unterhält eine Außenstelle in Teheran, das botschaftseigene Deutsche Sprachinstitut (DSIT) fördert zudem das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache.

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