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Auswärtiges Amt zur Lage in Jemen

25.08.2017 - Pressemitteilung


Mit Bestürzung haben wir Berichte über die Bombardierung eines Hotels zur Kenntnis gekommen, bei der nördlich von Sanaa über 30 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden sein sollen. Der Vorfall verdeutlicht einmal mehr die Zuspitzung der dramatischen Lage in Jemen.

Wir rufen alle Seiten nachdrücklich zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf. Berichte über Verletzungen humanitären Völkerrechts müssen zügig und unabhängig aufgeklärt werden. Am besten kann dies eine unabhängige internationale Untersuchungskommission tun.

Der seit über zwei Jahren andauernde Konflikt hat Jemen in eine humanitäre Katastrophe geführt, die durch die weltweit größte Cholera-Epidemie verschärft wird. Nur eine politische Lösung kann diese katastrophale Krise beenden. Die wichtigsten Schritte hierfür sind ein umgehender Waffenstillstand, uneingeschränkter, sicherer humanitärer Zugang und die Wiederaufnahme von Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen. Wir unterstützen die laufenden Bemühungen des Sondergesandten der Vereinten Nationen, Ismail Ould Sheikh Ahmed, die Konfliktparteien in Jemen zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, und rufen alle Parteien zu einer konstruktiven Zusammenarbeit auf.

In dem bewaffneten Konflikt in Jemen sind seit März 2015 nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 5.000 Menschen gestorben, über 8000 wurden verletzt. In Jemen herrscht derzeit den Vereinten Nationen zufolge die größte humanitäre Krise weltweit: 18,8 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es droht eine Hungersnot. Der aktuelle Cholera-Ausbruch verschärft seit April die Lage weiter. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind bereits über 2000 Menschen an der Cholera gestorben. Es gibt mehr als eine halbe Million Verdachtsfälle.

Das Auswärtige Amt hat die humanitäre Hilfe für 2017 auf 125 Mio. Euro aufgestockt. Außerdem finanziert Deutschland mit dem Track-II-Dialog der Berghof-Stiftung das aktuell einzige inklusive innerjemenitische Gesprächsformat zur Unterstützung der VN-Vermittlungsbemühungen.

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