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Außenminister Gabriel zum Konflikt auf der Arabischen Halbinsel

07.06.2017 - Pressemitteilung

Außenminister Sigmar Gabriel äußerte sich gegenüber dem Handelsblatt wie folgt zum Konflikt auf der Arabischen Halbinsel:

Wir sind überrascht über die Vehemenz, mit der der Konflikt zwischen Nachbarstaaten auf der arabischen Halbinsel aufgebrochen ist.

Ich bin sehr besorgt über die dramatische Eskalation der Lage und die Folgen für die ganze Region.

Weit über Politik und Diplomatie hinaus, wie den Abzug von Botschaftern oder den Abbruch diplomatischer Beziehungen, soll Katar offenbar mehr oder weniger vollständig isoliert und existentiell getroffen werden.

Eine solche Trumpisierung des Umgangs miteinander ist in einer ohnehin krisengeschüttelten Region ganz besonders gefährlich.

Mit einer weiteren Eskalation ist niemandem gedient.

Der Mittlere Osten ist ein politisches und militärisches Pulverfass. Religiöse, ethnische, politische und weltanschauliche Konflikte spalten nun auch die Golfmonarchien.

Wir haben durch das Atomabkommen mit dem Iran bis auf weiteres die Gefahr einer nuklearen Aufrüstungsdynamik in der Region gebannt. Die jüngsten gigantischen Rüstungsdeals des amerikanischen Präsidenten Trump mit den Golfmonarchien verschärfen das Risiko einer neuen Aufrüstungsspirale. Das ist eine völlig falsche Politik, und sicher nicht die Politik Deutschlands.

Wir setzen darauf, dass es bald wieder möglich ist, miteinander zu reden und Konflikte durch Gespräche zu entschärfen.

Der Nahe und Mittlere Osten steht vor riesigen Herausforderungen – der Kampf gegen IS, der furchtbare Krieg in Syrien, die absehbaren Folgen des Klimawandels, die demographische Entwicklung sind nur einige davon. Ein tiefgehender Streit unter Nachbarn ist da eigentlich das Letzte, das man gebrauchen kann.

Heute ist der saudische Außenminister in Berlin zu Gast. Dann werden wir sicher mehr erfahren über die Beweggründe der Saudis für ihr äußerst hartes Vorgehen.

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