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Grußwort von Staatsministerin Maria Böhmer bei der Gründungsfeier von "kulturweiter"

30.01.2015 - Rede

--es gilt das gesprochene Wort--

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
sehr geehrte Frau Dr. Metze-Mangold,
sehr geehrte Frau Veigel,
liebe junge Frauen des Vorstandes von "kulturweiter",
liebe "kulturweit"-Alumni!

Der Naturforscher und Begründer der Geographie, Alexander von Humboldt, hat einmal gesagt:

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben."

"kulturweit" bietet jungen Menschen die große Chance, ihren Blick auf sich, ihr eigenes Land und die Welt zu weiten.

Sie können erleben, welche Möglichkeiten Kulturarbeit im Zeitalter der Globalisierung bietet.

Umso wichtiger ist es, ihr Wissen und die Erfahrungen in einem Alumni-Netzwerk zu bündeln und weiterzugeben. Diesem Ziel folgt der Verein "kulturweiter"!

Die Vorteile von "kulturweit" liegen auf der Hand: Junge Menschen lassen sich ein auf das Leben und Arbeiten im Ausland.

Sie lernen andere Kulturen kennen. Sie lernen aber auch, sich auf neue Lebenssituationen einzustellen.

Das erfordert großen persönlichen Einsatz, Mut und Flexibilität.

Aber es lohnt sich! Denn die Kombination aus Auslandserfahrung und Kulturarbeit fördert den gegenseitigen Respekt und das Verständnis füreinander.

In diesem Sinne hat das Auswärtige Amt vor mehr als 5 Jahren "kulturweit" gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission entwickelt und etabliert.

Mit seinem besonderen Profil als internationaler kultureller Freiwilligendienst hat sich "kulturweit" zu einem wichtigen Bestandteil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik entwickelt.

"kulturweit" ist eine Erfolgsgeschichte! Durch ihr Wirken in deutschen Mittlerorganisationen tragen "kulturweit"-Freiwillige weltweit dazu bei, die Grundlagen für Dialog und Vertrauen zu schaffen. Sie sind Botschafter unseres Landes!

Freiwilliges Engagement bei "kulturweit" bedeutet Engagement für Verständigung und Frieden.

Ich freue mich sehr, dass ehemalige Freiwillige die Initiative ergriffen haben, sich in einem Verein zusammen zu schließen.

Das zeigt mir, wie prägend die Erfahrung mit "kulturweit" war und dass der Wunsch besteht, diese weiterzugeben und zu multiplizieren. Das begrüße ich ausdrücklich!

In den USA und Großbritannien ist die Alumni-Arbeit selbstverständlich;

in Deutschland ist sie noch relativ jung. Jedes Alumni-Netzwerk muss seinen eigenen Weg finden. Ich bin sehr gespannt, wie Sie die Alumni-Arbeit gestalten werden!

So könnte ich mir vorstellen, dass die über 200 UNESCO-Partnerschulen in Deutschland Interesse daran hätten, die "kulturweit"-Alumni einzubinden und von ihren Erfahrungen zu profitieren.

Als ich hörte, dass der Verein Projekte zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" entwickeln und durchführen will, hat mich das besonders gefreut.

Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben und eröffnet berufliche Perspektiven.

Ich bin schon sehr gespannt auf Ihre Ideen!

Mittlerweile hat sich auch eine AG Welterbe der Alumni gegründet. Sie leistet vor allem Vorarbeiten für das Jugendforum.

Da ich Präsidentin des UNESCO-Welterbekomittees bin und die 39. Sitzung des Welterbekomitees im Juni in Bonn leiten werde, hat mich das ganz besonders gefreut!

Ich unterstütze Sie gerne, wo ich kann.

Der von Ihnen für die Alumnivereinigung gewählte Name "kulturweiter" macht deutlich: Dass Sie sich auf den Freiwilligendienst beziehen, aber noch mehr erreichen wollen!

Von meiner Lieblingsschriftstellerin Monika Maron stammt der Satz: "Wenn du nicht nach den Sternen greifst, schaffst du es nicht mal bis zur Dachrinne!"

In diesem Sinne bin ich sehr optimistisch, dass Ihnen der Sternenhimmel offen steht – angesichts der Kreativität, Freude und dem großen Engagement, dass Sie alle mitbringen!

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und dass die Alumni-Arbeit bald schon Früchte trägt!

Vielen Dank.

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