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Außenminister Steinmeier zum Holocaust-Gedenktag und zum Gedenkkonzert „Violins of Hope“

26.01.2015 - Pressemitteilung
Der 27. Januar ist in unsere Geschichte eingebrannt als Tag der Befreiung des Todeslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen. Es ist ein Tag des Innehaltens und des Gedenkens an diejenigen, die dem Menschheitsverbrechen des Holocaust zum Opfer gefallen sind.

Nicht nur die Politik, auch Eltern, Schulen, wir alle tragen Verantwortung dafür, dass dieses Gedenken auch an die junge Generation weitergetragen wird: Unter Geschichte kann man keinen Schlussstrich ziehen, unter millionenfachen Mord schon gar nicht.

Die Mordanschläge auf einen jüdischen Supermarkt in Paris haben uns auf schreckliche Weise in Erinnerung gerufen, dass das Eintreten gegen Antisemitismus bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat. Wenn sich Juden in Europa nicht sicher fühlen können, kann niemand von uns sich sicher fühlen.

Das Jahr 2015 ist auch Anlass, uns an einen Neuanfang zu erinnern: 50 Jahre ist es her, dass Deutschland und Israel die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbarten. Damals war das eine schwerwiegende und besonders in Israel leidenschaftlich umstrittene Entscheidung. Sie erforderte Mut und Vision, denn die Erinnerung an die Shoa bedeutete für hunderttausende israelischer Bürgerinnen und Bürger die schmerzliche Erinnerung an ermordete Angehörige und persönlich durchlittenes, unerhörtes Leid.

Für Israelis wie für Deutsche gehört die Erinnerung an die Shoa heute zum Kern ihrer nationalen Identität. Ich bin froh und dankbar, wenn ich sehe, welches dichte und freundschaftliche Geflecht von Beziehungen heute Israelis und Deutsche verbindet.

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