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Ägypten: Menschenrechtsbeauftragter Löning verurteilt Gewalt gegen Christen

20.08.2013 - Pressemitteilung

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, erklärte heute (20.08.) zu den Ausschreitungen gegen Christen in Ägypten:

Die Ausschreitungen in Ägypten erfüllen uns mit größter Sorge und wir verurteilen die Gewalt auf das Schärfste. Allen Opfern und ihren Angehörigen gilt unser tiefstes Mitgefühl. Es liegt in Verantwortung der Regierung, alle ihre Bürgerinnen und Bürger vor Gewalt zu schützen.

Mich entsetzen die Bilder von zerstörten und verwüsteten Kirchen und die Berichte von brutalen Angriffen auf Christen. In der momentanen Lage in Ägypten gilt es, den Schutz von religiösen Minderheiten sicherzustellen. Ich erwarte von der ägyptischen Regierung, dass sie dieser Verantwortung nachkommt und alles dafür tut, um gezielte Übergriffe gegen christliche Ägypter zu verhindern. Die Führung der Muslimbrüder ist aufgefordert, die Gewalt öffentlich zu verurteilen und sicherzustellen, dass sich ihre Mitglieder nicht an den Angriffen beteiligen. Religiöse Minderheiten dürfen nicht die Leidtragenden der gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen werden.

Die Ereignisse der vergangenen Tage machen deutlich, dass Christen bei gewaltsamen Ausschreitungen besonders gefährdet sind. Daher macht Deutschland immer wieder auf die besondere Schutzbedürftigkeit von religiösen Minderheiten aufmerksam.

Hintergrund:

Seit der Räumung der Protestlager in Kairo in der vergangenen Woche´kommt es landesweit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Insbesondere kirchliche Einrichtungen sind dabei ins Visier der Extremisten geraten. Nach Angaben aus kirchlichen Kreisen verwüsteten mutmaßliche Islamisten rund 60 christliche Gotteshäuser, kirchliche Gebäude, Krankenhäuser und Schulen. In Oberägypten, wo viele Christen leben, wo aber auch die Muslimbrüder ihre Hochburg haben, wurden in den vergangenen Tagen Häuser und Geschäfte von Christen zerstört. Die Vertreter der Kirchen berichten, dass bislang sieben Christen ums Leben gekommen sind, 17 entführt und Hunderte verletzt wurden.

Die Bundesregierung hat ihre Sorge angesichts der gewaltsamen Übergriffe auf Kopten und christliche Einrichtungen zum Ausdruck gebracht. Außenminister Westerwelle forderte ein "sofortiges Ende der Gewalt" gegen die christliche Gemeinschaft und ihren Schutz durch die Übergangsregierung.

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