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Für Afghanistan gibt es keine militärische Lösung

19.03.2012 - Interview

Das folgende Interview mit Außenminister Westerwelle erschien am 17.03.2012 in der "Märkischen Allgemeinen"

Herr Westerwelle, wann soll die Bundeswehr aus Afghanistan abziehen?

Wir werden nicht länger in Afghanistan bleiben als von unseren internationalen Verbündeten und von der afghanischen Regierung erwünscht. Es bleibt bei dem Grundsatz: zusammen rein, zusammen raus. Wichtig ist, dass der begonnene Abzug der internationalen Kampftruppen verantwortungsvoll gestaltet wird, damit Afghanistan nie wieder der sichere Hafen für den Terrorismus der Welt wird.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat die Nato-Truppen jetzt aufgefordert, sich aus den ländlichen Gebieten zurückzuziehen. Ihre Meinung dazu?

Grundsätzlich sollte die afghanische Armee besser in der Lage sein, in abgelegenen, ländlichen Regionen für Sicherheit zu sorgen. Dafür ist entscheidend, dass die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte weiter vorankommt. Je besser das gelingt, desto zügiger kann die Sicherheitsverantwortung von den internationalen Truppen an Afghanistan übergeben werden.

Auch um den Preis, dass die Taliban wieder die Oberhand gewinnen?

Nein. Trotz der Rückschläge gibt es in Afghanistan auch viele positive Entwicklungen. Die Sicherheitsübergabe hat begonnen. Viele Gebiete befinden sich bereits in afghanischer Sicherheitsverantwortung. Wichtig ist, dass der politische Prozess der inneren Aussöhnung weitergeht. Denn es gibt in Afghanistan keine militärische, sondern nur eine politische Lösung.

[...]

Übernahme mit freundlicher Genehmigung der "Märkischen Allgemeinen".

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