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Interview: Guido Westerwelle im Hamburger Abendblatt zum deutschen Einsatz in Afghanistan

14.07.2010 - Interview

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Wie lange führen deutsche Soldaten in Afghanistan noch Krieg?

Es gibt nichts zu beschönigen: Wir haben große Sorgen in Afghanistan. Wir müssen aber verhindern, dass die Taliban wieder die Macht übernehmen, denn das würde große Gefahren für die Sicherheit nicht nur in Afghanistan, sondern auch in Europa und Deutschland bedeuten. Jeder von uns ist bestürzt über die vielen Toten, die es unter der afghanischen Zivilbevölkerung und bei den internationalen Truppen gibt. Das macht die Dringlichkeit der Aufgabe nur noch deutlicher ...

... die wann erledigt sein wird?

Wir wollen 2011 die Verantwortung für die ersten Regionen in afghanische Hände übergeben und das Bundeswehrkontingent erstmals reduzieren. In der nächsten Woche werde ich an der ersten internationalen Afghanistan-Konferenz teilnehmen, die im Land selbst stattfindet. Sie kann eine Wegmarke sein. Wir haben das Ziel, die Sicherheitsverantwortung 2014 vollständig der afghanischen Regierung zu übertragen.

Kommen weitere Auslandseinsätze auf die Bundeswehr zu?

Wir haben das Engagement der Bundeswehr in vielen Regionen reduziert, etwa auf dem westlichen Balkan. Wir haben die Obergrenzen etwa für das Kfor-Mandat im Kosovo von 3500 auf 2500 und für das Unifil-Mandat in Libanon von 800 auf 300 gesenkt und das OEF-Mandat zur Terrorismusbekämpfung vor dem Horn von Afrika ganz beendet. Auf diese verantwortlichen Reduzierungen lege ich als Außenminister großen Wert. Über neue Missionen will ich nicht spekulieren. Niemand wünscht sich das.

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