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Rede von Staatsminister Gernot Erler zur Eröffnung der XIV. Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer, Jena-Weimar, 3. August 2009

03.08.2009 - Rede

2.500 Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer aus 116 Ländern diskutieren in dieser Woche in Jena über die deutsche Sprache und ihre Vermittlung. Staatsminister Erler eröffnete die Tagung.

-- Es gilt das gesprochene Wort --

(Anrede)

was haben „Kitsch“, „Müsli“ und „Kindergarten“ miteinander gemeinsam?

Sie ahnen es vielleicht: Es sind deutsche Wörter, die ausgewandert sind. Mit „Kitsch“, „Müsli“ und „Kindergarten“ können Sie sich heute in Buenos Aires, Johannesburg und Paris gleichermaßen verständlich machen.

Trotz dieser schönen sprachlichen Brücken in die Welt: Exportweltmeister sind wir mit der deutschen Sprache bislang nicht.
Hat also eine Studie des British Council recht, wonach es in 40 Jahren nur noch ein Oligopol weniger Sprachen geben wird, darunter Englisch, Spanisch, Mandarin und Arabisch? Deutsch wäre danach, global gesehen, eine zu vernachlässigende, exotische Orchideensprache, eine Nischensprache für Liebhaber.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich heiße Sie zur XIV. Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer, der IDT, auch im Namen des Schirmherrn, Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier herzlich willkommen.

Aus Burkina Faso, China, Ägypten, Indien, den europäischen Nachbarländern, Georgien, Brasilien, Russland und der Ukraine– um nur einige Länder zu nennen – sind Sie auf den Spuren der deutschen Sprache hierher gekommen und um Deutschland und die Kultur- und Wissenschaftsstädte Jena und Weimar zu erleben.

Ich habe einen Blick in das umfangreiche, beeindruckende Fachprogramm geworfen. Es setzt sich nicht nur mit Grammatik und Didaktik, sondern auch mit der Zukunft der deutschen Sprache auseinander.

Dieser Frage muss sich auch die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik stellen.

Ich lade Sie ein, die IDT als Versuchslabor, als Informations- und Kontaktbörse und als Ideengenerator für die Förderung der deutschen Sprache in Forschung, Schule und im Bildungsbereich zu nutzen.

Was uns in dieser Woche in Jena und Weimar erwartet, ist – ich hoffe Frau Prof. Hanuljakova wird es mir nachsehen, wenn ich die IDT eigenmächtig umbenenne – die größte Botschafterkonferenz der deutschen Sprache der letzten Jahre.

Und wie es bei den traditionellen Botschafterkonferenzen unter der Leitung von Außenminister Steinmeier so üblich ist, bei der sich einmal jährlich alle Leiter der Auslandsvertretungen in Berlin zu einem brain-storming oder besser gesagt zum gemeinsamen ‚Gedankenstürmen’ versammeln, möchte ich mit Ihnen den Bogen schlagen von der Praxis der gemeinsamen Arbeit über aktuelle Projekte hin zu Tendenzen und langfristigen Perspektiven der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.

Die deutsche Sprache hat Konjunktur.

Frankreich und die USA sind schon vom Tokio-Hotel-Bazillus infiziert, jetzt hat es auch Israels Jugendliche erwischt. Sie drängen in Scharen in die Sprachkurse in Tel Aviv, um die Liedertexte ihrer Idole zu verstehen. Und das alles wegen Bill Kaulitz.

Be cool – speak deutsch! während sich den Sprachpuristen unter uns das Nackenfell sträubt, begeistern sich amerikanische Jugendliche in Neuengland für interaktive Projektwochen, in denen ihnen Sprache über Musik nahe gebracht wird. Ähnliche Meldungen kommen aus der Türkei, Weißrussland und Usbekistan.

Dass die Teilnehmerliste zur IDT bereits vor Wochen wegen Überfüllung geschlossen werden musste, ist Verdienst der Veranstalter, des Internationalen Deutschlehrerverbandes und des Tagungskomitees um die Schiller Universität Jena herum.

Es ist zugleich ein großartiges Signal für die deutsche Sprache.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir liegt am Herzen, an dieser Stelle allen, die im Inland und Ausland als Sprach- und Kulturmittler in Schulen, an Goethe-Instituten, Universitäten, in Bildungseinrichtungen und anderswo tätig sind, für Ihr Engagement zu danken.

„Lehren ist lernen“ sagt ein japanisches Sprichwort, und das gilt in besonderem Maße für die Deutschlehrerinnen und Lehrer unter Ihnen.

Deutsch lehren beinhaltet also auch für Sie ein kontinuierliches Mit- und Weiterlernen. Wir brauchen Sprachbegeisterte wie Sie, die den Schülern über den richtigen Gebrauch der Sprache hinaus Bilder und Vorstellungen über Deutschland und den deutschsprachigen Raum vermitteln. Als Lehrende sind Sie Brückenbauer nicht nur zwischen Sprachen, sondern auch zwischen Kulturen und Menschen- zwischen Ihrem Heimatland und Deutschland.

Jede und jeder einzelne von Ihnen trägt daher zum gegenseitigen Verstehen bei. Dafür möchte ich Ihnen ausdrücklich danken!

Als Lehrende sind Sie Teil des kulturellen Dialogs und wichtige Träger und Gestalter der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Um junge Menschen für eine Sprache zu begeistern, müssen Sie umfangreiche Qualifikationen mitbringen: Begeisterungsfähigkeit, Durchsetzungskraft, Selbstironie, eine gewisse Prise Liebenswürdigkeit, Verhandlungsgeschick, Leidensfähigkeit und Humor. Und natürlich die Liebe zur deutschen Sprache.

Diplomaten und Politiker machen immer wieder die Erfahrung, wie wichtig Weltoffenheit sowohl im Verhältnis zu unseren Partnern in der Welt als auch für unsere eigene Gesellschaft ist. Weltoffenheit auch über die Sprache zu vermitteln ist eine der zentralen Aufgaben unserer Bildungspolitik im Ausland. Und deshalb ist Spracharbeit als Kulturarbeit von so grundlegender Bedeutung.

Was liegt aber näher, anstelle von Goethe, Schiller, Herder oder Wittgenstein hier in Jena diejenigen zu Wort kommen zu lassen, um die sich all unsere Bemühungen drehen: die Schüler oder angehende Studenten, die zum Ausdruck bringen, was sie mit der deutschen Sprache verbindet, was ihre eigenen Zukunftsvisionen sind, welche Wege sich ihnen über die Sprache eröffnen.

Hier einige Gedanken, die uns im Kontext verschiedener Programme des Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik erreicht haben:

Eine Studienbewerberin aus Ägypten schreibt:

„… eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich von meinem Deutschlehrer an der deutschen Schule gelernt habe, ist die Notwendigkeit, immer über den Tellerrand zu schauen. Diese Haltung wird auch mein Studium prägen.“

Ein Deutschschüler und Studienbewerber aus Polen:

„Was gibt es schöneres für einen Physikbegeisterten, als in das Land der Physiker zu gehen? Ich brenne darauf, in Deutschland die neuesten Entwicklungen und effizientesten Forschungsmethoden zu entdecken. Mein größter Traum seit der Kindheit ist, Nobelpreisträger zu werden.“

Eine ehemalige Schülerin der Deutschen Schule Prag, heute Studentin in Mannheim:

„Die mit 300 Studenten gefüllte Aula der Universität Mannheim war erst ein großer Schock. Ich war aber überrascht, wie offen die deutschen Kommilitonen waren, die nach und nach auf mich zukamen, besonders als sie merkten, dass ich Deutsch spreche. Wieder einmal wurden mir die Worte meines Vaters klar: „Die Sprache ist der Schlüssel zu allen Menschen und Kulturen“.

„Über den Tellerrand schauen“, „Land der Physik“, „Schlüssel zu den Menschen und Kulturen“ - dieses kleine Kaleidoskop von Schlagwörtern enthält im Kern schon den gesamten Argumentationskatalog zum Erlernen der deutschen Sprache und führt mich zu einem der Hauptziele unserer Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, nämlich die Förderung der deutschen Sprache und Kultur als Einheit zu begreifen.

Das haben sich das Auswärtige Amt und die Mittler-

organisationen, insbesondere das Goethe-Institut, ins Stammbuch geschrieben. Interkulturelle Begegnung und die Vermittlung sprachlicher Handlungskompetenz stehen in einer Wechselwirkung zu einander. Beide berücksichtigen wir im Kontext der Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik gleichrangig.

Das Auswärtige Amt verfolgt gemeinsam mit dem Goethe-Institut, der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, dem Pädagogischen Austauschdienst und weiteren Akteuren in den Bereichen Bildung, Schule und Forschung eine sensible, der Mehrsprachigkeit und dem interkulturellen Austausch verpflichtete Sprachenpolitik.
Damit unterstützen wir den auf Mehrsprachigkeit ausgerichteten Ansatz der Europäischen Union. Die Chancen für den Erhalt und die Förderung des Deutschen als Fremdsprache in Europa und weltweit hängen entscheidend davon ab, dass es gelingt, Mehrsprachigkeit als wertvolle Grundlage kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung zu verankern.


Anrede,

Sie werden fragen: Wie kann die Europäische Union zwei so gegenläufigen Prinzipien gleichzeitig dienen, nämlich sich für die Herausbildung eines europäischen Bürgerbewusstseins einsetzen, aber gleichzeitig sprachliche Vielfalt wahren und Mehrsprachigkeit propagieren?

Die Antwort liegt auf der Hand:

„Sprache ist“, so Wilhelm von Humboldt, „auch Ausdruck der Verschiedenheit des Denkens. Für den, der eine Fremdsprache erlernt, sind die neuen Wörter gleichsam Fenster in eine andere Welt und befördern die Lust, sich auf eine andere Welt einzulassen.“

Die globalisierte Welt, in der wir leben, macht die Mehrsprachigkeit zu einem der wichtigsten europäischen Bildungsziele. Zu den Vorzügen Europas gehörte seit jeher die Vielfalt der Kulturen und Sprachen. Sprache lehrt die Welt zu begreifen und zu denken.

„Weltanschauung“ ist auch eines dieser schönen exportierten deutschen Wörter.

Weltanschauung kann nur erwerben, wer im wahrsten Sinne des Wortes „die Welt angeschaut hat“. Und Sprachen sind Schlüssel zum Verständnis der Welt. Genau hier setzt auch die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik an.

Bildung ist eine Schlüsselressource des 21. Jahrhunderts, sowohl für jeden Einzelnen von uns, als auch für die internationale Gemeinschaft.

Den Herausforderungen der Globalisierung und den immer engeren internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen können wir nur mit besseren fachlichen Qualifikationen, Sprachkenntnissen und interkulturellen Kompetenzen begegnen.

Das Erlernen von Fremdsprachen spielt dabei vor allem in der Schule eine zentrale Rolle. In einer globalisierten Welt entscheidet Fremdsprachenkompetenz häufig über den weiteren Bildungsweg und über Karrierechancen. „Englisch ein Muss und Deutsch ein Plus“ – das ist die Devise, nach der viele Schülerinnen und Schüler ihre Weichen stellen. Im Wettbewerb der Sprachen müssen die Argumente für die deutsche Sprache um so überzeugender und attraktiver sein.

In Deutschland sind Wirtschaft und Industrie stark auf den Export und somit auf das Ausland ausgerichtet. Für den Erfolg unserer Exportwirtschaft ist ein positives Deutschlandbild im Ausland von zentraler Bedeutung, denn es fördert das Vertrauen in unser Land und in seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Vertrauen ist - gerade in Krisenzeiten - ein Stabilitätsfaktor. Vertrauen wiederum hängt mit Verstehen zusammen und dazu müssen wir die Köpfe und Herzen der Menschen erreichen. Die deutsche Sprache zu erlernen ist ein Erfolg versprechender Weg, Deutschland und seinen Menschen wirklich nahe zu kommen.


Anrede,

Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in Europa und damit Kommunikationsbrücke nach Europa. Deutsche Kultur und Kunst haben als wichtiger Teil europäischer Kulturtraditionen internationale Bedeutung, heutzutage beispielsweise in den Bereichen Design und Kreativindustrie. Der Wissenschafts- und Hochschulstandort Deutschland ist weltweit führend in innovativen Technologiebereichen wie Umwelttechnik oder Solarenergie. Wir wollen den Wissenschaftsstandort Deutschland fördern und unser wissenschaftliches Potential erweitern – dazu öffnen wir unter anderem unsere Hochschulen gezielt für Bewerber aus dem Ausland. Doch wir sind davon überzeugt: wer erfolgreich in Deutschland studieren oder forschen will, der braucht die deutsche Sprache zur Verständigung in seinem Arbeits- und Lebensumfeld, darüber öffnen sich berufliche und akademische Entwicklungsmöglichkeiten.

Hier setzt auch die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik mit verschiedenen aktuellen Kampagnen an, von denen ich Ihnen zwei kurz vorstellen möchte:

Die von BM Steinmeier ins Leben gerufene Initiative „Schulen. Partner der Zukunft“ und die Außenwissenschaftsinitiative.

Mit der Partnerschulinitiative hat das Auswärtige Amt eine weltweite Offensive für die deutsche Sprache im Bereich schulischer und beruflicher Bildung gestartet, um jungen Menschen im Ausland Bildungsperspektiven aufzuzeigen. Deutschkenntnisse erweitern nicht nur den sprachlichen und kulturellen Horizont, sie sind darüber hinaus ein nützliches „Werkzeug“, das berufliche Optionen bietet, beispielsweise durch Arbeitsmöglichkeiten in deutschen Unternehmen.

Die deutsche Sprache ist ein Bildungsfaktor, der Mehrwert schafft: für den Einzelnen und nicht zuletzt für die sprachliche und kulturelle Vielfalt weltweit. Daher setzt sich das Auswärtige Amt verstärkt dafür ein, dass der Deutschunterricht in den Schulen unserer Partnerländer nachhaltig verbessert und ausgebaut wird.

Mehrsprachigkeit als Garant kultureller Vielfalt bleibt ein wichtiges Bildungsziel, auch wenn in Zeiten der Globalisierung und Internet-Kommunikation Englisch zur weltumspannenden Lingua Franca geworden ist. „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, konstatierte der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein. Die deutsche Sprache kann dazu beitragen, Grenzen zu überwinden und die Verständigung zwischen Menschen und Kulturen zu verbessern. Genau hier setzt die Partnerschulinitiative an, indem sie den Austausch zwischen deutschen und ausländischen Schülern und Lehrern innerhalb eines weltweiten Bildungsnetzwerkes unterstützt. Davon profitieren die Beteiligten im Ausland und in Deutschland: Menschen kommen sich näher und globale Themen werden in der internationalen Lerngemeinschaft gemeinsam angegangen.

Innerhalb von eineinhalb Jahren haben wir bereits viel erreicht. Das Netz der Partnerschulen umfasst jetzt schon mehr als 1.300 Schulen verteilt auf alle Kontinente.

Das ist uns gelungen, weil wir bei der Partnerschulinitiative auf gute und auch hoch motivierte Partner setzen konnten und können. Ich nenne hier die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, das Goethe- Institut, den Pädagogischen Austauschdienst und den Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Seit dem Startschuss der Initiative durch Bundesminister Steinmeier im Februar 2008 in Jakarta sind zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet worden und Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt haben an Sprachkursen in Deutschland teilgenommen. Schulen von China bis in die USA, von Südafrika bis nach Finnland haben Kontakte mit Schulen in Deutschland geknüpft, um eine Schulpartnerschaft einzugehen. Denn wir wollen nicht nur die Partnerschulen untereinander, sondern diese auch mit Schulen in Deutschland vernetzen.


Anrede,

dieses Jahr wollen wir mit der Initiative vor allem die Vernetzung der Schulen unter einander voran treiben. Wir müssen uns ziemlich anstrengen, wenn wir die Generation der „digital natives“, also derjenigen, die die Welt nicht anders als digital kennen, erreichen wollen. Hier klafft zwischen unseren Generationen und den Jugendlichen eine Art digitale Lücke. Wenn wir diese jungen Menschen erreichen wollen, müssen wir uns die digitalen Möglichkeiten der Kommunikation und Vernetzung zu eigen machen und mehr nutzen.

Deshalb haben wir eine fantastische interaktive Plattform im Internet geschaffen, das PASCH-net (www.pasch-net.de), ein faszinierendes Medium, um Schulen und Menschen zu vernetzen.

Sie ist unsere Antwort auf die Bedürfnisse der jungen digitalen, globalen Generation, für die die Kommunikation über das Internet so selbstverständlich ist wie das Telefonieren und die sich eine Welt ohne facebook, google und Wikipedia kaum noch vorstellen können.

Neben vielen interaktiven Angeboten, mit denen man seine Deutschkenntnisse verbessern kann, gibt es Lehrspiele und Wettbewerbe, Lehrkräfte können auf der Lernpattform modernste digitale Unterrichtsformen praktizieren, sich methodisch-didaktische fortbilden und Anregungen zur Verbesserung und Innovation ihres Deutschunterrichts finden.

Diese Seite ist für alle interessierten Schulen, Lehrer und Schüler zugänglich, so dass sich jeder in das weltweite virtuelle Netzwerk von PASCH einklinken kann, um sein Interesse an der deutschen Sprache und auch an Deutschland zu fördern.

Die Perspektive, die wir unseren Partnern bieten wollen, soll über die Schulzeit hinausreichen. Wir wollen diese jungen Menschen langfristig als Ansprechpartner behalten. Wir tun das – um nur ein Beispiel zu nennen – u.a. mit Stipendien für die Absolventen der Partnerschulen, um ein grundständiges Studium in Deutschland aufzunehmen. Und ich glaube, dass wir hier in die richtige Richtung gehen, wenn wir versuchen, möglichst viele Absolventen für ein Studium in Deutschland zu gewinnen.


Anrede,

ein weiteres zentrales Anliegen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik kommt nämlich noch hinzu: Wir wollen für unsere Hochschulen im Ausland werben und Studierende und Wissenschaftler von dort gewinnen. Die Gründe liegen auf der Hand: Die großen Herausforderungen der Gegenwart – ich nenne nur Klimawandel, Verknappung der Ressourcen, oder instabile Finanzmärkte – machen nicht an unseren Grenzen halt. Sie sind globale Herausforderungen. Und daher lassen sie sich auch nur durch globale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung lösen.

Die für unsere Gesellschaft so wichtigen Ressourcen Bildung, Kreativität und know-how sind weltweit vorhanden. Sie für und in Deutschland nutzbar zu machen bedarf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit unserer Wissenschaft.Unsere Gesellschaft ist daher auf eine Wissenschaft angewiesen, die international vernetzt ist. Sie muss die Interaktion und die Kooperation mit internationalen Partnern suchen und eingehen.

Das Auswärtige Amt unterstützt bereits seit Jahrzehnten den internationalen akademischen Austausch, die Vernetzung unserer Studierenden, Wissenschaftler und Hochschulen mit dem Ausland.

Mit der „Initiative Außenwissenschaftspolitik 2009“ haben wir dieses Engagement noch einmal deutlich ausgebaut. Mit neuen Stipendienprogrammen für ausländische Studierende und neuen Fördermöglichkeiten für deutsche Hochschulen wollen wir die Internationalisierung unserer Wissenschaft weiter voranbringen.

So können wir Deutschlands Rolle – nach den USA und Großbritannien beliebtester Studienstandort für ausländische Studierende – bewahren.

Die fast 40 Einzelmaßnahmen in dieser Initiative können hier nicht aufgezählt werden – doch dem Anlass entsprechend möchte ich einzelne nennen:

So ist die Förderung der deutschen Sprache ein wichtiger Bestandteil in dieser Initiative. Wir unterstützen das Erlernen der deutschen Sprache schon in Vorbereitung auf einen Aufenthalt in Deutschland über moderne Technologien wie das Internet.

Über Stipendien ermöglichen wir ausländischen Deutschlehrern, sich in DaF (Deutsch als Fremdsprache)-Masterstudiengängen an deutschen Hochschulen fachlich und didaktisch weiterzubilden.

Aber auch die Universität Jena profitiert mehrfach direkt von unserer Initiative. Ihre Zusammenarbeit mit der Ukraine im Fach Politikwissenschaft unterstützt die dortigen Bemühungen zum Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft.

Und wir tragen zum Erhalt der regionalwissenschaftlichen Kompetenz im Bereich Kaukasiologie der Universität Jena bei – übrigens einmalig in Deutschland! Denn dieses spezifische Wissen ist für die außenkulturpolitischen und außenwirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands mit der Kaukasus-Region von enormer Bedeutung.

Alle diese Initiativen stellen die Leistungsfähigkeit unserer Bildungsarbeit unter Beweis. Sie öffnen Horizonte, teils auf individueller Ebene berufliche Perspektiven, für manche gar die Möglichkeit eines Auslandsstudiums, eines Schüleraustauschs oder einer Reise. Sie sind Generationenprojekte und Zukunfts- und Bildungsinvestitionen.


Anrede,

ich lade Sie ein, die Partnerschulinitiative hier auf der IDT näher kennen zu lernen:

Eine Möglichkeit dazu besteht am Donnerstag, dem 6. August, im Rahmen der Podiumsdiskussion mit Schülern und Lehrern von PASCH Schulen aus der ganzen Welt.

Weiterhin präsentieren wir Ihnen ab heute am Stand der Partnerschulinitiative in den Rosensälen die PASCH-Webseite mit ihren vielfältigen digitalen Möglichkeiten.

Dass wir in nur so kurzer Zeit so viel im Rahmen der Partnerschulinitiative erreichen konnten, haben wir vor allem, den Lehrern und Schulleitern an PASCH-Schulen, zu verdanken. Sie – aber auch alle anderen Deutschlehrer – lädt Außenminister Steinmeier am Freitag, den 7. August ein, um diesen Erfolg gemeinsam zu feiern. Bei dem Fest mit BM Steinmeier auf Marktplatz in Jena erwartet Sie ab 17.30 Uhr ein unterhaltsames Bühnenprogramm mit Literatur, Musik und interessanten Gesprächen. Sie sind herzlich dazu eingeladen!

Außerdem haben Sie vor den Toren der Universität vielleicht schon einen bunten VW-Caddy entdeckt, einen Wagen aus der Flotte der Deutschwagen Werbekampagne in Polen. Ich möchte besonders die zahlreichen Teilnehmer aus Polen einladen, sich diesen Deutschwagen anzusehen und sich über die Kampagne und Einsatzmöglichkeiten zu informieren. BM Steinmeier hat diese Sprachwerbekampagne im April unter der Ägide des Goethe-Instituts Warschau auf den Weg gebracht. Die Wagen werden in den nächsten 3 Jahren durch Polen touren und auch für den Studienstandort Deutschland werben.

Lassen Sie mich zum Schluss allen noch einmal danken:

dem Internationalen Deutschlehrerverband, dem Tagungspräsidenten Prof. Barkowski und dem gesamten Team, den Lehrern, Vertretern von Ministerien und unseren Mittlerorganisationen.

Deutsch ist keine exotische Orchideensprache!

Deutsch ist eine Weltsprache!

Deutsch ist eine Sprache der Zukunft!

Ich hoffe, dass Sie uns dabei weiterhin mit Ihrem Engagement für die deutsche Sprache unterstützen.

Für den Erfolg der IDT kommt es vor allem darauf an, dass Sie nach Ihrer Rückkehr im Ausland als Botschafter wirken und viel von den Erfahrungen und Begegnungen dieser Tage in Jena und Weimar vor Ort weitergeben.

Vielleicht kehren einige Ihrer Schülerinnen und Schüler eines Tages zum Studium nach Jena zurück.

Ich wünsche der „internationalen Botschafterkonferenz der deutschen Sprache“ fruchtbare Begegnungen und Diskussionen.

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