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Rede von Staatsministerin Böhmer zur Eröffnung des Forums "Menschen bewegen" im Auswärtigen Amt und der Veranstaltung "Welt-Klasse! Schule. Bildung. Zukunft."

13.04.2016 - Rede

--- es gilt das gesprochene Wort ---

Sehr geehrte Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, liebe Ulla Schmidt,
sehr geehrter Vorsitzender des Unterausschusses des Deutschen Bundestages für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, lieber Bernd Fabritius,
Damen und Herren Abgeordnete,
Herr Generalsekretär Ebert,
Frau Generalsekretärin Dr. Rüland,
Frau Toledo,
Herr Mayer
Exzellenzen,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Schulleiterinnen und Schulleiter,
meine Damen und Herren!

"Menschen bewegen".

Das ist das Motto der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Mit dem Forum "Menschen bewegen" holen wir diesen wichtigen Teil der Außenpolitik nach Deutschland. Wir wollen die Erfolge im Ausland hier in Berlin zeigen!

Mit "wir" meine ich auch den Bundesaußenminister Steinmeier, der heute leider nicht da sein kann. Ich möchte Ihnen seine herzlichen Grüße übermitteln. Er wird das Forum übermorgen mit einer Grundsatzrede zur Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik schließen.

Heute, morgen und übermorgen steht die Frage im Vordergrund, was die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik aktuell leistet, welcher Themen sie sich annimmt und wie sie weiter entwickelt werden soll.

In der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik geht es uns darum, durch Zusammenarbeit in den Bereichen Wissen und Kultur den Dialog zwischen Menschen und zwischen Gesellschaften zu fördern. Wir wollen einen nachhaltigen Beitrag zur weltweiten Krisen- und Konfliktprävention leisten. Wir wollen dazu beizutragen, die kulturelle Vielfalt und das kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten. Wir wollen Deutschland als modernen, attraktiven Standort für Bildung, Wissenschaft, Forschung und berufliche Entwicklung, als Kreativ- und Kulturstandort mit anderen Gesellschaften vernetzen. Und die deutsche Sprache in Europa und in der Welt fördern. Wir wollen Türen öffnen und Grenzen überwinden. Wir wollen kulturelle Freiheitsräume im vorpolitischen Raum schaffen und Zukunftsperspektiven ermöglichen. Wir wollen aber auch Vertrauen in Deutschland schaffen und verlässliche Partner für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unsere Politik gewinnen.

Angesichts der Krisen und Konflikte dieser Welt, die uns tagtäglich in Atem halten, wollen wir uns in den kommenden drei Tagen bewusst machen, wie wir Brücken aus Deutschland in die Welt schlagen. Wie Begegnung einen Beitrag dazu leisten kann, auch einmal mit den Augen des Anderen zu sehen. Und wie sie Deutschland selbst zukunftsfähig machen kann.

Das Forum "Menschen bewegen" steht für die Verzahnung von Innen und Außen. Es will gelungene Kooperationen zeigen. Mit dem Forum wollen wir die soziale Kraft von Kultur sichtbar machen. Damit wollen wir unser Verständnis einer modernen Außenpolitik unmittelbar erfahrbar machen und vermitteln. Denn für uns ist klar: Im Zeitalter der Globalisierung muss sich unsere Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik um gesellschaftliche Fragen kümmern. Sie muss Ausdruck unserer Humanität sein.

Das Forum "Menschen bewegen" ist zugleich ein Netzwerkstreffen für alle diejenigen aus Kultur, Wissenschaft und Bildung, die die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik tragen und befördern. Dazu gehören Mittlerorganisationen des Auswärtigen Amtes, wie etwa das Goethe-Institut und der DAAD. Dazu gehören Partner aus der Zivilgesellschaft, von Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen, Stiftungen, kulturellen Einrichtungen, wie etwa die Kultusministerkonferenz und die Zentralstelle für das Auslandschulwesen.

Dazu gehört in ganz besonderer Weise der Deutsche Bundestag, der sich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik fraktionsübergreifend annimmt, sie begleitet und vorantreibt. Stellvertretend möchte ich seiner Vizepräsidentin Ulla Schmidt und dem Vorsitzenden des Unterausschusses AKBP, Bernd Fabritius, sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit und viele Impulsen danken.

Der heutige erste Tag steht unter dem Motto "Welt-Klasse! Schule. Bildung. Zukunft." Er ist der Partnerschulinitiative PASCH gewidmet. Diese Initiative hat Bundesminister Steinmeier während seiner ersten Amtszeit ins Leben gerufen. Und damit eine entscheidende Weiche für die Weiterentwicklung der AKBP gestellt.

Zu Beginn waren es rund 500 Partnerschulen. Heute sind daraus über 1.800 geworden. Rund 600.000 Schülerinnen und Schüler in 120 Ländern lernen dank PASCH heute Deutsch. Und kommen so mit unserer Kultur in Berührung. Und entwickeln neue gemeinsame Perspektiven. 600.000 Schülerinnen und Schüler! Das sind mehr als die Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz!

Ich begrüße heute hier Weltsaal des Auswärtigen Amts hochrangige Vertreter von Bildungsministerien unserer Partnerländer. Und ich begrüße über 300 Schüler, Lehrer und Schulleiter aus über 30 Ländern und ihre deutschen Partnerschulen. Seien Sie uns alle sehr herzlich willkommen!

Sie sind wahre Brückenbauer, Sie sind Vorbilder, Sie sind Botschafter. Mit ihren einzigartigen Bildungsbiographien spannen Sie ein kulturelles Band um diese Welt, das uns für immer zusammenhält.

Dieses kulturelle Band ist uns sehr viel wert. Daher unterstützt das Auswärtige Amt das PASCH-Netzwerk mit über 46 Mio. Euro pro Jahr! Ich möchte Sie daher sehr darin bestärken, Ihre PASCH-Schulen als einzigartige Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs zu begreifen. Verstehen Sie das gemeinsame Lernen als eine wertvolle Basis für eine gemeinsame Zukunft! Als eine lohnenswerte Arbeit für den Frieden! Verstehen Sie sich als Mitglieder einer weltweiten Schulklasse von höchster Qualität, einer Weltklasse!

Vor uns liegt noch ein spannendes Programm. Ich freue mich auf das Gespräch gleich im Anschluss, auf die Geschichten und Videobotschaften aus aller Welt, auf die Podiumsdiskussion "Bildung schafft Zukunft" und die musikalischen Beiträge. Morgen wird es mit der "Langen Nacht der Ideen" weitergehen. Wir werden mit einem Dutzend Berliner Institutionen an gemeinsamen Themen wie Games und Inklusion oder Kolonialgeschichte und Einwanderung arbeiten. Und übermorgen heißt es dann "Kultur und Außenpolitik live".

Jetzt freue ich mich auf Sie! Auf bewegende Menschen, die mit uns gemeinsam Menschen bewegen wollen.

Vielen Dank!

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