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Umwelt- und Wasserdiplomatie
Wasserquelle in Pakistan © picture-alliance/dpa
Umwelt- und Wasserdiplomatie sind wichtig, um Konflikte über natürliche Ressourcen zu vermeiden, die nachhaltige Nutzung von Wasser zu sichern und somit Frieden, Stabilität und Zusammenarbeit zwischen Staaten zu fördern.
Umwelt und Außenpolitik
Umweltdiplomatie ist ein fester Bestandteil deutscher Außenpolitik. Dabei verfolgt Deutschland das Ziel, natürliche Lebensgrundlagen weltweit zu schützen, globale Umweltkrisen einzuhegen und ökologische Risiken frühzeitig auch außen- und sicherheitspolitisch mitzudenken. Deutschland dazu arbeitet eng mit EU- und internationalen Partnern zusammen. In multilateralen Organisationen wie dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) oder der Umweltversammlung (UNEA) befördert Deutschland globale Umweltstandards und deren Umsetzung.
Das Auswärtige Amt unterstützt die Fachressorts bei internationalen Konferenzen und Verhandlungen zu multilateralen Umweltabkommen und wirkt bei Aufgaben innerhalb der Vereinten Nationen mit, etwa zu Resolutionen zum illegalen Wildtierhandel, zum weltweiten Biodiversitätsschutz oder zur Bekämpfung von Wüstenbildung.
Wichtige völkerrechtliche Meilensteine waren das 2022 auf der Weltnaturschutzkonferenz beschlossene Global Biodiversity Framework, welches Staaten verpflichtet, bis zum Jahr 2030 den weltweiten Verlust der Biodiversität zu stoppen und umzukehren: Dazu sollen u.a. 30% der Land- und Meeresflächen unter Schutz gestellt und degradierte Ökosysteme wiederhergestellt werden. Der 2025 geschaffene Weltchemikalienrat soll evidenzbasierte Maßnahmen für ein solides Management von Chemikalien und Abfällen zu ergreifen, um Umweltverschmutzung zu verringern.
Wasser und Außenpolitik
Der Umgang mit Wasser wird immer stärker zu einer zentralen Aufgabe internationaler Zusammenarbeit. Der Meeresspiegelanstieg, die Folgen der Erderwärmung in Arktis und Antarktis und die Verteilung grenzüberschreitender Wasserressourcen betreffen Kernfragen deutscher Außenpolitik.
Weltweit wird die Wasserversorgung kritischer. Der Verbrauch steigt, während die Verfügbarkeit in vielen Regionen die Grenze der erneuerbaren Menge erreicht. Gleichzeitig erschweren extreme Wetterereignisse wie erhöhter oder ausbleibender Niederschlag, erhöhter Zufluss durch abschmelzendes Gletscherwasser und Überflutungen sowie Verschmutzung, die Wassernutzung zusätzlich. Dies bedroht Landwirtschaft und Nahrungsmittelsicherheit, insbesondere in Regionen mit starkem Bevölkerungswachstum und schwacher Infrastruktur.
Zugleich bietet Wasser Chancen für internationale Kooperationen, etwa beim integrierten, auch grenzüberschreitenden Wasserressourcenmanagement. Das Auswärtige Amt fördert den Ausgleich unterschiedlicher Interessen, zum Beispiel mit seiner „Wasserinitiative Zentralasien“.
In der Arktis zeigt sich der Klimawandel besonders deutlich. Das Schmelzen des Eises öffnet Zugang zu bisher unzugänglichen Schifffahrtsrouten und Zugänge zu Rohstoffen – mit erheblichen Risiken für das fragile Ökosystem der Region, die eine wichtige Rolle im globalen Klimasystem spielt. Der daraus entstehende Wettlauf um Ressourcen birgt zudem das Potenzial, bestehende geopolitische Spannungen zu verschärfen oder neue zu schaffen.