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Multilateralismus: Gemeinsam globale Probleme lösen

Multilateralismus: Kooperation über Grenzen hinweg.

Multilateralismus: Kooperation über Grenzen hinweg., © Thomas Koehler/photothek.net

15.09.2019 - Artikel

„Gemeinsam“ statt „Mein Land zuerst“:  Multilaterale Kooperation ist eine Erfolgsgeschichte. Heute ist internationale Zusammenarbeit wichtiger denn je, um die drängenden Fragen unserer Zeit zu beantworten.

UN-Generalversammlung: Multilateralismus in New York

Ende September trifft sich die Welt in New York: 193 Staaten kommen zusammen, wenn die Generalversammlung der Vereinten Nationen – die Vollversammlung aller Mitgliedsstaaten – zum 74. Mal tagt. Ein wichtiges Treffen: vom Konflikt in Syrien über den politischen Wandel in Sudan bis hin zur Lage in Jemen beschäftigt sich die Generalversammlung mit aktuellen politischen Situationen und Fragen, die nur beantwortet werden können, wenn alle Staaten an einem Strang ziehen.

Bei den Vereinten Nationen wird der Prozess besonders sichtbar, der in der Außenpolitik als Multilateralismus bezeichnet wird: mehrere Staaten sprechen ihre Politik miteinander ab und handeln gleichberechtigt gemeinsam. Wörtlich bedeutet Multilateralismus „vielseitig“ – es setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen „multus“ – viele und „latus“ – Seite. 

Von gemeinsamen Regeln profitieren alle

In der Außenpolitik bedeutet Multilateralismus, dass Staaten ihre eigenen Interessen nicht ohne Rücksicht auf andere Länder verfolgen. Das geschieht allerdings nicht aus Wohltätigkeit. Zu Grunde liegt das Wissen, dass am Ende alle Staaten dann am meisten profitieren, wenn sie zusammenarbeiten und sich auf Regeln einigen. Die Zusammenarbeit baut darauf, dass bestimmte Prinzipen und Werte von allen Seiten geteilt werden.

Allianz für den Multilateralismus

Außenminister Maas hat darum eine Allianz für den Multilateralismus ins Leben gerufen: Ein neues Netzwerk von Staaten, die sich in verschiedenen Politikbereichen gemeinsam engagieren und für den Erhalt und die Weiterentwicklung der regelbasierten Ordnung eintreten. Es geht darum, die Werte der Vereinten Nationen, Kooperation und die Geltung von fairen Regeln zu stärken und gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.

Vereinte Nationen: Die Charta legt die Spielregeln fest

Die Charta der Vereinten Nationen legt die Spielregeln fest, nach denen die Staaten zusammenarbeiten und ist damit eine zentrale Grundlage der heutigen multilateralen Zusammenarbeit. Mit dem übergeordneten Ziel, den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu sichern, verpflichten sich die Staaten in der Charta, „eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen“ (Art.1 Abs. 3 UN-Charta).

Gemeinsame Erfolgsgeschichte

Diese Zusammenarbeit ist eine Erfolgsgeschichte. Von der Umweltpolitik über den Schutz der Menschenrechte bis hin zur Friedenssicherung zeigt sich, dass Probleme nur gemeinsam gelöst werden können, durch Vereinbarungen und praktische Zusammenarbeit zwischen Staaten.

Das zeigt auf grundlegende Weise die Charta der Vereinten Nationen, die zunächst die Spielregeln für alle Staaten festlegt und verankert, dass Konflikte nicht gewaltsam gelöst werden. Die Europäische Menschenrechtskonvention erkennt für alle Europäerinnen und Europäer dieselben Grundrechte an und legt das Recht fest, diese vor Gericht durchzusetzen. In Friedensmissionen der Vereinten Nationen arbeiten Menschen aus verschiedenen Staaten Hand in Hand zusammen, um Konflikte zu beenden.

Krisen kennen keine Grenzen

Im Zeitalter der Globalisierung sind fast alle Staaten der Erde miteinander vernetzt. Konflikte, die tausende Kilometer entfernt stattfinden, können direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Europa haben. Phänomene wie der Klimawandel verursachen Probleme über alle Grenzen hinweg. Multilaterale Kooperation ist deshalb heute wichtiger denn je.

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