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Kolumbianischer Friedensprozess als Signal der Hoffnung Kolumbien

Außenminister Heiko Maas mit dem kolumbianischen Außenminister Carlos Trujillo

Außenminister Heiko Maas mit dem kolumbianischen Außenminister Carlos Trujillo, © Thomas Koehler/photothek.net

22.11.2018 - Artikel

Außenminister Maas sagt beim Besuch seines kolumbianischen Kollegen Carlos Trujillo weitere 10 Millionen Euro Unterstützung zu.

Beide Außenminister eröffneten heute gemeinsam im Auswärtigen Amt eine Konferenz mit über 200 Teilnehmern, bei der es um Beiträge von Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Weg zum Frieden in Kolumbien ging. Bei der Eröffnungsrede hob Außenminister Maas hervor:  

Der Mut von Kolumbien zu dem historischen Friedensabkommen mit der FARC wird weltweit bewundert, auch in Deutschland. Er weckt Hoffnung, in Zeiten, in denen Konflikte weltweit zunehmen, in denen das Bekenntnis zur internationalen Ordnung nachlässt und ideologische Gräben uns zu spalten drohen.

Mehr Unterstützung für einen fragilen Prozess 

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Friedensprozess im Oktober als „Quelle der Inspiration für Bemühungen in vielen Teilen der Welt, Konflikte zu beenden und Frieden aufzubauen“ bezeichnet. Daraus spreche, so Maas, eine bemerkenswerte Geschlossenheit und Unterstützung, die Deutschland als zukünftiges Sicherheitsratsmitglied erhalten und stärken wolle. „Deutschland steht als Freund und Partner an der Seite Kolumbiens“, das Auswärtige Amt werde weitere zehn Millionen Euro für den Treuhandfonds der Vereinten Nationen bereitstellen, so Maas weiter. 

Der Weg zum Frieden im Kolumbien ist lang und steinig, noch ist der Prozess fragil. Das zeigen vor allem die zahlreichen Morde an Menschen, die sich für ein gewaltfreies, sozial gerechtes Land einsetzen. Gleichzeitig ist die Chance auf Frieden so groß wie nie zuvor. Hierfür sei jedoch, so Maas, ein langer Atem erforderlich. 

Politische Flankierung und konkrete Projekte 

Deutschland spielt bei den Friedensbemühungen eine wichtige Rolle: Der Sonderbeauftragte Tom Koenigs, flankiert die Verhandlungen und Gespräche politisch, Deutschland ist auch Mitglied der Unterstützergruppe für den Friedensprozess mit der ELN-Guerilla. Zahlreiche Projekte widmen sich darüber hinaus den komplexen Folgen des Konflikts: Deutschland unterstützt zum Beispiel bei der Integration von Binnenvertriebenen, bei der Konfliktbewältigung oder beim Räumen von Minen.

Das neu gegründete und in seiner Art einmalige Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts CAPAZ in Bogotá bringt im ganzen Land Menschen zusammen, die sich im Alltag normalerweise nicht begegnen würden: Ehemalige Kämpfer der Guerillabewegung FARC und Angehörige des Militärs oder der Zivilgesellschaft zum Beispiel. CAPAZ bietet politische Beratung im Umgang mit Gewalt an und erforscht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Friedensprozesses. 

Großes Potential für die Wirtschaft 

Maas betonte, dass nachhaltige Stabilisierung nicht von staatlichen Akteuren alleine geleistet werden könne, hierfür sollte auch der private Sektor einen Beitrag leisten. Kolumbien berge ein riesiges Potential, ein dauerhafter Frieden bäte die Chance, dieses Potential endlich zu nutzen. Als einer der größten Volkswirtschaften Lateinamerikas ist Kolumbien seit Jahren konstant auf Wachstumskurs, über 150 deutsche Firmen sind bereits im Land vertreten. Darauf, so Maas, wolle man aufbauen.

Zum Weiterlesen

Rede von Außenminister Heiko Maas anlässlich der Konferenz „Partner Kolumbien: Beitrag der Wirtschaft auf dem Weg zum Frieden“

Mehr zum kolumbianischen Friedensprozess

Informationen zum Friedensinstitut CAPAZ finden Sie hier: „Kolumbiens steiniger Weg zum Frieden“

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