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Deutschland und Iran: Bilaterale Beziehungen
1952 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Iran aufgenommen und die iranische Gesandtschaft in Deutschland eröffnet. Nach der Islamischen Revolution 1979 sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern zum Teil sehr angespannt. Vor allem die Menschenrechtslage in Iran beobachtet die Bundesregierung mit Sorge, ebenso das iranische Nuklearprogramm sowie die iranische Regionalpolitik.
Deutschland hat sich im UN-Menschenrechtsrat in Genf für die Schaffung einer unabhängigen Fact Finding Mission zur Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen während der Niederschlagung der Proteste im Herbst 2022 eingesetzt und unterstützt das Mandat der Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Iran. Im Rahmen des Universellen Staatenüberprüfungsverfahrens (UPR) empfahl Deutschland Iran u.a. Hinrichtungen zu stoppen, Diskriminierung von Frauen sowie ethnischen und religiösen Minderheiten zu beenden und Meinungs-, Ausdrucks- Versammlungs- und Pressefreiheit zu garantieren.
Die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen waren lange Zeit eng. Das Handelsvolumen hat sich jedoch aufgrund von Sanktionen gegen Iran stark verringert. 2017 belief sich der deutsch-iranische Handel auf 3,4 Milliarden EUR und reduzierte sich bis 2019 auf 1,7 Mrd. EUR. 2024 betrug das Außenhandelsvolumen ca. 1,5 Mrd. Euro. Diese Reduktion lässt sich v.a. auf den Rückzug der USA aus der Nuklearvereinbarung (Joint Comprehensive Plan of Action/JCPoA) im Jahr 2018 und den von den USA einseitig wieder eingesetzten Sanktionen zurückführen.
Nach fortgesetzten Verstößen gegen den JCPoA durch Iran seit 2019 haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien im August 2025 den in UN-Resolution 2231 vorgesehen Snapback-Mechanismus ausgelöst. Nach Maßgabe des JCPoA treten 30 Tage nach Auslösung des Snapback insgesamt sechs vormals ausgesetzte UN-Resolutionen wieder in Kraft, also zu Ende September 2025. Durch Wiederinkrafttreten dieser Resolution würde zum Beispiel die Weitergabe von nuklear- oder raketenbezogenen Gütern für alle UN-Mitgliedsstaaten an Iran verboten; auch würde wieder ein Waffenembargo gegenüber Iran durch den UN-Sicherheitsrat verhängt werden.
Traditionell bestand zwischen Deutschland und Iran ein reger Austausch im Kultur- und Wissenschaftsbereich, der infolge veränderter politischer Rahmenbedingungen zurzeit jedoch stark belastet und rückläufig ist. Dennoch bleibt das zivilgesellschaftliche Interesse an einem bilateralen Austausch in Kultur und Wissenschaft hoch.
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