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Deutschland und Iran: bilaterale Beziehungen Iran

04.03.2020 - Artikel

1952 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Iran aufgenommen und die iranische Gesandtschaft in Deutschland eröffnet. Seitdem hat sich eine enge Zusammenarbeit sowohl in der Wirtschaft als auch im Bildungssektor entwickelt.

Nach der Islamischen Revolution 1979 waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern teils sehr angespannt und seit 2003 geprägt von der Besorgnis über das iranische Nuklearprogramm. Die Wiener Nuklearvereinbarung vom 14. 07.2015 zwischen der E3/EU+3 und Iran eröffnete die Chance für engere bilaterale Beziehungen und regelmäßige politische Konsultationen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die EU halten sich auch nach dem Ausstieg der USA an ihre Verpflichtungen unter dem Nuklearabkommen. Die Menschenrechtslage in Iran beobachtet die Bundesregierung weiterhin mit Sorge.

Die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen sind traditionell eng. Ungefähr 30 Prozent der industriellen Infrastruktur in Iran stammen aus deutscher Produktion. Der von US-Präsident Trump am 8. Mai 2018 verkündete Ausstieg der USA aus dem JCPoA und die damit verbundene Wiedereinsetzung von bislang aufgehobenen US-Sekundär-Sanktionen verschlechtern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen allerdings deutlich. Im Jahr 2019 fiel der deutsch-iranische Außenhandel auf 1.722 Millionen Euro und damit im Vergleich zum Vorjahr um 45%. Deutschland lieferte Waren im Wert von 1.516 Millionen Euro (-44%); die iranischen Lieferungen nach Deutschland lagen bei 206 Mio. Euro (-45%).

Es besteht ein großes Interesse am kulturellen Austausch und bilateralen Wissenschaftsbeziehungen zwischen Iran und Deutschland. Viele iranische Wissenschaftler wurden an deutschen Hochschulen ausgebildet und setzen sich für gemeinsame deutsch-iranische Forschungsprojekte und eine Verstärkung der Hochschulkooperation ein. Das Goethe-Institut, das botschaftseigene Deutsche Sprachinstitut (DSIT) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sind zudem aktiv in der Förderung des kulturellen Austauschs und des Erlernens von Deutsch als Fremdsprache.

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