Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts
Aussöhnung, Freundschaft und Sicherheit: Außenminister Wadephul reist nach Polen
Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau © Caro / Eckelt
Am Montagmittag bricht Außenminister Wadephul nach Kreisau auf. Dort trifft er sich mit seinem polnischen Kollegen Sikorski. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Kreisau ist ein besonderer Ort der deutsch-polnischen Geschichte. Hier trafen sich ab 1940 die Mitglieder des „Kreisauer Kreises“, der sich zum Zentrum des bürgerlich-zivilen Widerstands gegen die NS-Diktatur entwickelte. Der von Nazi-Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg und die deutsche Besatzung Polens brachten unermessliches Leid über die polnische Bevölkerung. In Kreisau erinnern Außenminister Wadephul und sein polnischer Kollege Sikorski an die von Deutschen zu verantwortenden Verbrechen.
Nichts kann jemals das unfassbare Leid ungeschehen machen, das wir Deutschen durch Krieg und Besatzung über Polen gebracht haben. Und gleichzeitig haben wir die Verantwortung übernommen, dieses schrecklichste Kapitel niemals zum letzten Wort unserer aufs Engste verwobenen Geschichte werden zu lassen.
Unsere Antwort auf die Verheerungen der Vergangenheit ist der Einsatz für ein in Frieden und Sicherheit geeintes Europa. Unsere bleibende Verantwortung als Deutsche ist es, in diesem Einsatz nie nachzulassen, bei allem Trennenden stets das Verbindende zu suchen.
- Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Kreisau
Kreisau als Ort deutsch-polnischer Aussöhnung
Kreisau steht aber auch für die deutsch-polnische Aussöhnung und Freundschaft und die gemeinsamen Anstrengungen für ein geeintes und freies Europa. Mit der Erinnerung an die Versöhnungsmesse 1989, an der Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige polnische Ministerpräsident Mazowiecki teilgenommen haben, und heute mit der seit 1998 bestehenden Internationalen Jugendbegegnungsstätte ist Kreisau ein Ort, an dem Menschen aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen zusammenkommen, um zu diskutieren, einander zuzuhören und gemeinsam aktiv zu werden.
Gemeinsam für Europa
Vor 35 Jahren unterzeichneten Deutschland und Polen den deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag. Zusammen mit dem Grenzvertrag von 1990 bildet er das Fundament für Aussöhnung, gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Freundschaft zwischen Deutschland und Polen nach dem Ende der Teilung Europas. Heute sind Deutschland und Polen enge Partner in der EU und der NATO. Als Mitglieder des Weimarer Dreiecks stimmen wir uns eng ab, um unser gemeinsames Europa zu stärken.
Diese enge Zusammenarbeit wollen wir weiter ausbauen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine macht eine Stärkung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Sicherheits- und Verteidigungsfragen vordringlich. Aber auch im Bereich der Wirtschaft, des Kulturaustauschs und der Jugendbegegnung werden wir unsere Beziehungen weiter vertiefen.
Denn ich bin überzeugt, auf diesen deutsch-polnischen Zusammenhalt, auf diesen entschiedenen Einsatz für Frieden und Freiheit kommt es heute mehr an als je zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In der Ukraine entscheidet sich, ob die europäische Friedensordnung Bestand haben kann, oder ob wir in die finstersten Zeiten unseres Kontinents zurückfallen. Dass Deutschland und Polen zu den entschiedensten Unterstützern der Ukraine in ihrer Verteidigung gegen Russland gehören, dass wir felsenfest an der Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer in ihrem Kampf für Freiheit stehen, ist deswegen sicherheitspolitisch unabdingbar - und gleichzeitig die zwingende Lehre aus unserer Geschichte.
- Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Kreisau