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Syrien und Deutschland: bilaterale Beziehungen
Syrien und Deutschland nahmen 1952 erstmals diplomatische Beziehungen auf. Während des 13 Jahre dauernden syrischen Bürgerkriegs (2011-2024) blieb Deutschland ein wichtiger Unterstützer des syrischen Volkes, leistete humanitäre Hilfe, unterstützte den von den Vereinten Nationen geleiteten politischen Prozess, nahm mehr als 1 Million Syrerinnen und Syrer in Deutschland auf und förderte die in Syrien verbliebene oppositionelle Zivilgesellschaft. Nach dem Sturz des Assad-Regimes wurde die deutsche Botschaft in Damaskus im März 2025 wiedereröffnet. Am 12. Februar 2026 eröffnete der syrische Außenminister Shaibani in Bonn feierlich das syrische Generalkonsulat.
Deutschland leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung Syriens, vor allem in den Gebieten im Nordosten des Landes, die früher vom IS kontrolliert wurden. Deutschland ist Teil der globalen Anti-IS-Koalition und arbeitet mit zahlreichen Partnern zusammen, um Stabilisierungshilfe und Unterstützung bei der Deradikalisierung zu leisten und die Rückkehr und Wiedereingliederung von Binnenvertriebenen in ihre früheren Wohnorte zu unterstützen. Deutschland ist eines der größten Geberländer für Syrien. Wir haben 2025 landesweit rund 120 Mio. Euro an humanitärer Hilfe für Syrien geleistet, davon 7 Mio. EUR für Minen- und Kampfmittelräumen. Ein wichtiger Punkt unseres Engagements ist die Stabilisierung: Dabei geht es um den Kampf gegen den IS, die Unterstützung der politischen Transition und die Aufarbeitung von während des syrischen Bürgerkriegs sowie zuvor vom Assad-Regime begangener Verbrechen. Deutschland unterstützt außerdem die syrische Zivilgesellschaft mit dem Ziel lokaler Friedensförderung.
Der bilaterale Handel Deutschlands mit Syrien ist seit Ausbruch des Bürgerkriegs gering, was u.a. im Zusammenhang mit den während des Bürgerkriegs von der EU und den USA verhängten Wirtschaftssanktionen steht (Warenhandel 2024: 42 Mio. Euro (DEU-SYR) bzw. 16 Mio. Euro (SYR-DEU); Dienstleistungshandel 2024: 3 Mio. Euro (DEU-SYR) bzw. 17 Mio. Euro (SYR-DEU)). Seit Mai 2025 sind die Wirtschaftssanktionen der EU gegen Syrien aufgehoben (mit Ausnahme derjenigen im Sicherheitsbereich und des Handels mit syrischen Kulturgütern). Auch die USA, Großbritannien und andere Länder haben Sanktionen gegen Syrien entweder vollständig aufgehoben oder erheblich gelockert.
Nach dem Sturz des Assad-Regimes baut Deutschland die volle Bandbreite seiner kulturellen und zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu Syrien aus. Im März 2025 besuchte unter Leitung des Auswärtigen Amts erstmals wieder eine Delegation von Goethe-Institut, Deutsches Archäologisches Institut, DAAD und der Alexander von Humboldt-Stiftung Syrien. Das Auswärtige Amt und die Kulturmittler haben bereits begonnen, den Austausch und die Unterstützung insbesondere in den Bereichen Kulturerbeschutz, Journalistenausbildung, Wissenschaft und Bildung zu fördern.
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