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Afrikanische Schlafkrankheit

12.10.2026 - Artikel

Die afrikanische Schlafkrankheit ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch den Stich infizierter Tsetsefliegen übertragen wird. Sie kommt in Teilen des subsaharischen Afrikas vor. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend.

Erreger

Die afrikanische Schlafkrankheit (humane afrikanische Trypanosomiasis, HAT) wird durch einzellige Parasiten der Gattung Trypanosoma verursacht. Übertragen werden sie durch infizierte Tsetsefliegen.

Man unterscheidet zwei Formen von Parasiten, die unterschiedlich verlaufende Erkrankungen verursachen:

  • Trypanosoma brucei gambiense
  • Trypanosoma brucei rhodesiense

Erkrankung

Die Erkrankung verläuft typischerweise in zwei Krankheitsstadien.

1. Stadium: Blut- und Lymphphase (hämolymphatische Phase)

Die Parasiten befinden sich vor allem im Blut und in der Lymphe. Typische Beschwerden können sein:

  • Fieber, häufig wiederkehrend
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Gelenkschmerzen
  • Juckreiz
  • geschwollene Lymphknoten
  • teilweise eine schmerzhafte Schwellung an der Einstichstelle

Bei der gambiense-Form können über längere Zeit nur wenige oder unspezifische Beschwerden bestehen. Bei der rhodesiense-Form entwickelt sich die Erkrankung dagegen meist deutlich schneller.

2. Stadium: Beteiligung des zentralen Nervensystems (meningoenzephalitische Phase)

Im weiteren Verlauf gelangen die Parasiten in das Gehirn und Rückenmark. Es können auftreten:

  • Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • ausgeprägte Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Verwirrtheit und Verhaltensänderungen
  • Konzentrations- und Koordinationsstörungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • neurologische Ausfälle
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

Die charakteristischen Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus gaben der Erkrankung ihren Namen. Unbehandelt kann die afrikanische Schlafkrankheit zum Tod führen.

Verbreitung

Die afrikanische Schlafkrankheit kommt ausschließlich im subsaharischen Afrika vor. Das Risiko ist besonders in ländlichen Gebieten gegeben, in denen Menschen häufig mit Tsetsefliegen in Kontakt kommen.

  • Die gambiense-Form kommt vor allem in West- und Zentralafrika vor und verursacht den Großteil der gemeldeten Fälle.
  • Die rhodesiense-Form tritt vor allem in Ost- und Südafrika auf.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist außerhalb der Tsetsefliege selten. Möglich sind aber eine Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind sowie sehr selten Übertragungen durch Bluttransfusionen, Organtransplantationen oder Laborunfälle.

Durch intensive Bekämpfungs- und Kontrollmaßnahmen ist die Zahl der gemeldeten Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Für Reisende besteht dennoch ein Risiko bei Aufenthalten in betroffenen ländlichen Regionen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den direkten Nachweis der Trypanosomen. Dazu können verschiedene Untersuchungen eingesetzt werden:

  • Blutuntersuchung und mikroskopischer Nachweis der Parasiten oder serologischer Nachweis
  • Untersuchung von Flüssigkeit aus vergrößerten Lymphknoten
  • bei Verdacht auf eine neurologische Beteiligung: Untersuchung des Nervenwassers

Bei entsprechender Symptomatik und einem Aufenthalt in einem Endemiegebiet sollte auch nach der Reise an eine afrikanische Schlafkrankheit gedacht werden.

Therapie

Die afrikanische Schlafkrankheit muss nach der Diagnose sofort behandelt werden. Die Wahl des Medikaments hängt insbesondere von der Form der Erkrankung und vom Krankheitsstadium ab.

Die Behandlung sollte in einem spezialisierten medizinischen Zentrum erfolgen. Nach der Therapie sind längerfristige Nachkontrollen notwendig, da Rückfälle auftreten können.

Prävention

Eine Impfung oder vorbeugende medikamentöse Behandlung steht derzeit nicht zur Verfügung. Der wichtigste Schutz besteht daher darin, Stiche von Tsetsefliegen zu vermeiden.

Weitere Schutzmaßnahmen:

  • lange Hosen, langärmelige Oberteile und möglichst geschlossene Schuhe tragen
  • möglichst dicht gewebte, helle Kleidung verwenden: Lila oder Blau locken Tsetse Fliegen an.
  • Insektenschutzmittel (Repellents) anwenden
  • buschreiche Gebiete, in denen Tsetsefliegen vorkommen, möglichst meiden
  • Fahrzeuge vor dem Einsteigen auf Tsetsefliegen kontrollieren

Tsetsefliegen können auch durch dünne Kleidung stechen; deshalb ist möglichst dicht gewebte Kleidung sinnvoll.

Referenzen

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