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Menschenrechtsbeauftragte Kofler zum Welttag der Minenaufklärung

03.04.2019 - Pressemitteilung

Anlässlich des Welttags für die Minenaufklärung und die Unterstützung von Antiminenprogrammen erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Bärbel Kofler, heute (04.04.):

Die Kontaminierung großer Flächen mit Minen und explosiven Kampfmittelrückständen stellt viele Länder auch noch lange nach dem Ende von Kriegen und Konflikten vor enorme Herausforderungen. Die Notwendigkeit, sie zu räumen und so die Lebensgrundlagen für die Menschen wiederherzustellen, die in solchen Gebieten leben, wurde schon vor langer Zeit erkannt. In diesem Jahr jährt sich das Ottawa-Abkommen über das Verbot von Anti-Personenminen zum 20. Mal. Noch immer liegen in zu vielen Regionen der Welt Landminen, Streumunition und Sprengfallen im Boden, in Verstecken, teilweise sogar in Schulen oder bewohnten Häusern. Dadurch kann die Rückkehr zu einem normalen Leben für viele Menschen nach einem Konflikt schier unmöglich sein. Jährlich sterben unzählige Menschen aufgrund von Minen, Sprengfallen und anderen explosiven Rückständen oder werden langfristig geschädigt. Oftmals gehören gerade Kinder zu den Opfern.

Durch Gefahrenaufklärung und Räumung können diese Gefahren vermindert werden. Viele Staaten haben sich der Ächtung von Anti-Personenminen mittlerweile angeschlossen – zuletzt Sri Lanka und die Palästinensischen Gebiete. Sri Lanka strebt an, bis 2020 vollständig minenfrei zu sein, und die Fortschritte auf dem Weg dorthin sind beeindruckend. Für ein minenfreies Land bedarf es auch Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. Deutschland trägt nicht nur in Sri Lanka, sondern auch durch Hilfsprojekte in anderen Ländern dazu bei. Im vergangenen Jahr hat das Auswärtige Amt für Projekte im Minen- und Kampfmittelräumen weltweit insgesamt 36 Mio. Euro bereitgestellt und ist damit einer der wichtigsten Förderer in diesem Bereich.

Das humanitäre Minen- und Kampfmittelräumen ist auch Teil der Strategie des Auswärtigen Amts zur humanitären Hilfe, die ich heute Nachmittag im Rahmen einer Panel-Diskussion im Auswärtigen Amt öffentlich vorstellen werde. Für den humanitären Zugang für Helfer und Hilfsorganisationen, wie auch für die Rückkehr von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen kann die Räumung von explosiven Materialien eine entscheidende Voraussetzung sein. Die Bundesregierung setzt sich mit ihrem umfassenden Engagement dafür ein, dass humanitäre Hilfe dorthin kommt, wo sie benötigt wird!

Hintergrund:

Vor knapp 13 Jahren (Dezember 2005) wurde der Tag der Minenaufklärung ins Leben gerufen. Landminen, Blindgängermunition und Sprengfallen fordern weltweit jedes Jahr Tausende Opfer.

Deutschland setzt sich nachdrücklich für eine globale Ächtung von Anti-Personenminen sowie von Streumunition ein und unterstützt weltweit Maßnahmen der Minen- und Kampfmittelräumung. In diesem Bereich ist die Bundesregierung einer der größten internationalen Geber. Neben der eigentlichen Räumung und Entsorgung der Kampfmittel stehen insbesondere auch die Opferfürsorge und die Gefahrenaufklärung mit betroffenen Bevölkerungsgruppen im Vordergrund der Hilfsmaßnahmen. Schwerpunktländer sind unter anderem Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Kambodscha, Kolumbien, Irak, Somalia und die Ukraine. 2018 betrug der deutsche Beitrag rund 36 Millionen Euro.

Zum Weiterlesen

Ächtung von Antipersonenminen

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