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Auswärtiges Amt und Gerda Henkel Stiftung unterstützen gemeinsam Wiederaufbau in Nepal

01.12.2015 - Pressemitteilung

Am 25. April und 12. Mai 2015 wurde Nepal jeweils von schweren Erdbeben getroffen. Die Schockwellen verursachten unermessliches Leid, tausende Menschen verloren ihr Leben. Neben der humanitären Katastrophe hatten die Beben eine vernichtende Wirkung auf ein wichtiges kulturelles Erbe der Menschheit: Zahllose historisch bedeutende Bauwerke in Nepal wurden ganz oder teilweise zerstört, viele Häuser und Tempel sind seitdem einsturzgefährdet.
Das Auswärtige Amt und die Gerda Henkel Stiftung haben nun vereinbart, Maßnahmen anzustoßen und zu unterstützen, mit denen die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung ergänzt und bedeutende Bauwerke wiedererrichtet werden sollen. Dies gab Außenminister Frank-Walter Steinmeier gestern zum Auftakt eines Internationalen Symposiums im Weltsaal des Auswärtigen Amts bekannt. Alle Projekte werden im engen Dialog mit Partnern in Nepal entwickelt und maßgeblich von einheimischen Experten durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern und die Ausbildung von Wissenschaftlern sind weitere wesentliche Anliegen.
Die Gerda Henkel Stiftung stellt im Rahmen der Initiative Fördermittel in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung, das Auswärtige Amt 250.000 Euro. Die Dr. Martin Herrenknecht Verwaltungs GmbH spendet 25.000 Euro.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte dazu heute (01.12.):

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal beweist die Gerda Henkel Stiftung Weitsicht: Denn nicht nur die Menschen Nepals sind Leidtragende der Naturkatastrophe, sondern auch das Kulturerbe des Landes hat großen Schaden genommen. Was das für die Menschheit bedeutet, ist uns in der unmittelbaren Zeit der Krise meist noch nicht bewusst. Umso wichtiger ist es, Krisenbewältigung von vorneherein auch mit Blick auf die kulturelle Dimension der Katastrophe zu betreiben. Die neue Nepal-Initiative und die Gelder, die für sie bereitgestellt werden, ermöglichen nun wichtige Notfallmaßnahmen wie beispielsweise die Sicherung und den Wiederaufbau bedeutsamer Tempel unter Beteiligung lokaler Handwerker.

Das Auswärtige Amt ist seit 1981 mit rund 883.000 Euro im Rahmen seines Kulturerhalt-Programms in Nepal aktiv und hat u.a. Restaurierungsmaßnahmen in der Königlichen Palastanlage von Patan als Teil der UNESCO-Weltkulturerbestätten finanziert. Die Gerda Henkel Stiftung wird sich u.a. in der buddhistisch geprägten Kulturlandschaft von Nord-Mustang engagieren. Der Palast in der Stadt Lo Manthang und der Tempel Tashi Choeling in Ghelling, beides Gründungen des 15. Jahrhunderts und infolge der Erdbeben stark beschädigt, werden in Kooperation mit der lokalen Bevölkerung und Studierenden der Kathmandu University gesichert und instandgesetzt.

Die Gerda Henkel Stiftung

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft, vornehmlich durch bestimmte fachlich und zeitlich begrenzte Arbeiten auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft an Universitäten und Forschungsinstituten. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften, vorrangig der Geschichtswissenschaft, der Archäologie, der Kunstgeschichte und historischen Teildisziplinen. Seit 2015 setzt sich die Stiftung in ihrem Förderschwerpunkt „Patrimonies“ verstärkt für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Die Gerda Henkel Stiftung ist in Deutschland und international tätig und hat seit ihrer Gründung weltweit mehr als 6.000 Forschungsvorhaben mit über 130 Mio Euro unterstützt.

Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts

Seit 1981 unterstützt Deutschland im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik mit dem Kulturerhalt-Programm die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt, um das Bewusstsein für die eigene Identität im Partnerland zu stärken und einen partnerschaftlichen Kulturdialog zu fördern. Von 1981 bis 2015 wurden mehr als 2.670 Projekte in 144 Ländern mit rd. 65 Mio Euro gefördert. Die Bereiche, in denen das Auswärtige Amt mit dem Kulturerhalt-Programm aktiv ist, sind weit gefächert und reichen von der Restaurierung von Wandmalereien in Tempelanlagen, Sicherung und Sanierung von bedeutsamen Gebäuden über die Digitalisierung von Handschriften, Filmen, Klangarchiven und Publikationen zur Darstellung kulturellen Erbes. Wo möglich, werden Fachleute und die lokale Bevölkerung des Partnerlandes an der Durchführung beteiligt sowie die Projekte um eine Ausbildungskomponente vor Ort ergänzt.

Gemeinsame Presseerklärung des Auswärtigen Amts und der Gerda Henkel Stiftung.

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