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Reformation und Politik – Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der Offenen Kirche St. Klara in Nürnberg

02.02.2015 - Rede

Sehr geehrter Herr Pfarrer Krabbe,
Sehr geehrter Präses Froben,
Sehr geehrter Herr Gastgeber, Pater Wiedenhaus,
liebe Kollegen und Kolleginnen Abgeordnete,
liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

Ich danke Ihnen herzlich für die Einladung in die Offene Kirche St. Klara hier in Nürnberg.

Ich freue mich, heute zu Ihnen sprechen zu können!

Sie fragen mich vielleicht: Warum bin ich heute hier? Mein geschätzter Kollege Martin Burkert schrieb mir vom Brand der benachbarten St. Martha-Kirche und lud mich ein, die alte Kirche zu besichtigen.

Das habe ich soeben mit einigen von Ihnen getan und ich danke Dir herzlich, Martin, für Deine Initiative und Ihnen, lieber Pfarrer Krabbe, für die Gastfreundschaft und die freund-lichen Worte zu Beginn.

Der Anblick der ausgebrannten Kirche hat mich bewegt: Bei dem Feuer im letzten Sommer brannte ein großer Teil des Dachstuhls ab.

In der Hitze der Flammen schmolz die Orgel. Mehr als 100 Tonnen Schutt und Asche mussten aus der Kirche geschafft werden.

Die Schäden sind unübersehbar.

Ihnen, liebe Angehörige der St. Martha-Gemeinde, wurde durch den Brand Ihr Haus genommen. Und doch stehen Sie dank einer Welle der Hilfsbereitschaft nicht ohne Dach über dem Kopf da. Hier in der katholischen St. Klara-Gemeinde haben Sie eine vorrübergehende Heimat gefunden und können Ihre Gottesdienste feiern.

Und ich danke der St. Klara-Gemeinde, dass wir auch heute Nachmittag hier unter Ihrem Dach zusammenkommen durften.

"Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit." So beschreibt Paulus die Verbundenheit der Christen untereinander im ersten Brief an die Korinther. Und so hat am Morgen nach dem Brand der Präsident der Evangelisch Reformierten Kirche, Dr. Martin Heimbucher, die Verbundenheit mit der St. Martha-Gemeinde ausgedrückt.

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Diese Solidarität haben Sie hier nach dem Feuer von allen Seiten erfahren. Sie, lieber Pfarrer Dieter Krabbe, haben mir erzählt, dass Sie direkt am Morgen nach dem Brand –als Sie voller Entsetzen die Schäden begutachteten– ein Mann vor der Ruine auf Sie zukam und Ihnen spontan und ohne große Worte 500 Euro in die Hand drückte; es sei ihm ein unmittelbares Bedürfnis gewesen.

Evangelische und katholische Gemeinden in der Region widmeten ihre Kollekten dem Wiederaufbau der 600 Jahre alten Kirche.

Der Zusammenhalt nach dem Feuer – und nicht zuletzt die Aufnahme der Martha-Gemeinde hier in der Klara-Kirche, und auch der Umstand, dass wir heute hier gemeinsam sitzen dürfen – spiegelt das außergewöhnliche ökumenische Klima in Nürnberg wider, von dem mir so viele Menschen hier berichten.

Man feiert gemeinsame Feste und hilft sich – auch über die christlichen Gemeinden hinaus. So besuchen die Konfirmanden der St Martha-Gemeinde regelmäßig eine Moschee, um mit den Gläubigen dort ins Gespräch zu kommen. Mit der jüdischen Gemeinde besteht seit 30 Jahren eine enge Zusammenarbeit.

Der offene und positive Austausch zwischen Kirchen und Religionen, den Sie hier in Ihrer Stadt leben, sendet eine Botschaft der Ermutigung an uns alle.

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Und er sendet eine Botschaft der Ermutigung auch an mich als Außenminister, der sich jeden Tag mit bedrohlichen und grausamen Krisen in der Welt beschäftigt. Und in viel zu vielen dieser Krisen wird der Religion eine übergeordnete Rolle zugeschrieben.

Im Irak und in Syrien wüten islamistische Terroristen, in Nigeria die sogenannte Boko Haram-Sekte. In Paris fielen den schrecklichen Terrorattentaten Christen, Juden und Muslime zum Opfer.

„Ist die Religion an allem schuld?“ So überschrieb der Korrespondent eines großen Nachrichtenportals vor kurzem seine Analyse der beherrschenden Konflikte unserer Welt.

Ich kenne diese Sorge aus dem Ausland, und ich kenne sie aus Deutschland.

Hier in Deutschland fragen viele:

Was ist der Islam?

Was ist das für eine Religion, auf die sich die Pariser Attentäter zu berufen schienen?

Sind Islam und Demokratie überhaupt vereinbar?

Eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hat mir sehr zu denken gegeben: Über 60% der Deutschen denken, dass der Islam nicht in die westliche Welt passt.

Und warum zweifeln viele Menschen so?

Vielleicht weil sie aus dieser Region meist nur Bilder von Krisen und Konflikten sehen. Und vor allem weil unsere Debatte so sehr von Gegensätzen geprägt ist: als müsse die Demokratie sich vor dem Islam hüten und der Islam vor der Demokratie!

Ich widerspreche dem ganz entschieden, denn ich bin sicher: Es gibt eine Demokratie, die dem Islam Raum gibt, und es gibt einen Islam, der der Demokratie Raum gibt!

Und es ist eine der entscheidenden Aufgaben für unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren, für Muslime und Nicht-Muslime, den Beweis dafür anzutreten.

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Im Ausland hingegen höre ich ganz andere Fragen, etwa wenn ich auf Demonstrationen in Dresden und anderswo in Deutschland angesprochen werde.

Was ist da los bei Euch?

Was sind das für Leute, die auf die Straße ziehen und gegen eine vermeintliche Islamisierung protestieren?

Gibt es neuen Fremdenhass, neue Islamfeindlichkeit in Deutschland?

Dies fragt man mich auf meinen Reisen.

Von mehreren Seiten wird also ein Gefühl genährt: Religion ist ein Spaltpilz und ein Grund für globale Krisen. Das ist ein gefährlicher Vorwurf, der da im Raum steht, und wir Christen-menschen sollten uns einmischen in diese Diskussion!

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Vor zwei Wochen habe ich diese Fragen mit Studenten in Tunesien diskutiert – ein muslimisches Land, eine junge Demokratie, die sich auf den Weg gemacht hat.

Und ich habe diesen jungen Leuten gesagt: Ja, diese Welt kann einem Angst einjagen – mit ihrer Vielzahl von Bedrohungen und Konflikten. Das geht mir als Außenminister nicht anders als den Menschen in Tunesien, oder vielen von Ihnen, die jeden Abend die Bilder von Gewalt und Tod auf den Bildschirmen in den Nachrichten sehen.

Aber auch wenn diese Welt bedrohlich ist und auch, wenn besonderer Anlass zur Sorge in Teilen der arabischen Welt besteht: Wir müssen uns vor den einfachen Antworten hüten! Wir müssen uns vor Schwarz-Weiß-Malerei hüten!

Es sind häufig genug Demagogen, die uns einfache Antworten auf die schwierigen Fragen vorgaukeln! In Dresden und anderswo rufen manche Demagogen: ‚Die Muslime sind an allem schuld! Sie haben bei uns in Europa nichts verloren!‘ Und auf der anderen Seite gibt es islamistische Demagogen, die rufen: ‚Die Ungläubigen sind schuld! Die Christen, die Juden sind schuld! Sie muss man bekämpfen!‘ Es ist –auch für mich persönlich– erschütternd, dass viele junge Menschen ihre Ohren und ihre Herzen öffnen für diese Lockrufe von Hass und im schlimmsten Fall für Gewalt.

Aber alle diese Lockrufe haben eines gemeinsam: Immer sind die Anderen schuld!

Das ist der Kern der einfachen Antworten: es ist der Lockruf der Feindbilder.

Der israelische Psychologe Dan Bar-On hat einmal gesagt: Feindbilder sind ein Strohfeuer. Das Strohfeuer ist grell und lodert hoch auf. Es mag den Menschen zwar kurzfristig aufheizen, aber langfristig setzt es das eigene Haus in Brand!

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Und deshalb sage ich: Wer mit Religion Feindbilder schafft, liegt genauso falsch wie der, der gegen Religion Feindbilder schafft! Wer mit Religion aufhetzt, tut genau so übel wie der, der gegen Religion aufhetzt!

In meinen Augen lehrt Religion uns das genaue Gegenteil: Toleranz gegenüber dem Ungewissen zu üben, das Andersartige auszuhalten und nach Ausgleich zu suchen. Schließlich heißt es in der Bibel übrigens genau wie im Koran: Gott hat die Welt und die Menschen in Vielfalt erschaffen – und in dieser Vielfalt haben wir sie zu achten.

Petrus hat in seinem ersten Brief die Achtung vor der Andersartigkeit auf eine knappe Formel gebracht: ‚Ehret jedermann!‘ – und nicht nur die Christen!

Diese Formel scheint mir in den interreligiösen Begegnungen hier in der Klara-Gemeinde und Martha-Gemeinde gelebt zu werden; und dafür können wir dankbar sein.

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Und wenn ich noch einen draufsetzen darf, so würde ich sagen: Ich glaube, dass Religion sich mit der Demokratie nicht nur vertragen, sondern dass Religion –richtig verstanden– die Demokratie sogar fördern kann!

Sie wissen: Auch ich selbst lebe meinen Glauben. Ich bin in der protestantischen Kirche aktiv und gleichzeitig hat mein Christsein auch mit meinem Handeln in Politik und Gesellschaft zu tun:

Meine Religion gebe ich ja nicht an der Garderobe ab, wenn ich morgens in mein Büro gehe. Vielleicht inspiriert mein Glaube, im einen oder anderen Fall, gar mein Handeln. Aber: Mein Glaube darf nicht selbst zum Gegenstand der Politik werden, und schon gar nicht zum Instrument gegen Andersgläubige.

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2017 feiern wir das Reformationsjubiläum. Und vielleicht ist dies ein guter Anlass, um darüber nachzudenken, was die Reformation für Anforderungen an unsere Politik stellt.

Für Martin Luther selbst war die Sache einigermaßen eindeutig. Er verstand sich nicht nur als Mönch und Reformator, sondern betätigte sich auch eifrig als politischer Berater – manchmal, auch das wollen wir nicht verschweigen, auch aus handfestem Eigeninteresse. Ob Finanzfragen, Stellenbesetzungen, Rechtsfragen, ob große oder kleine Politik: Er mischte sich ein, bezog Position und vertrat diese gegenüber den politischen Autoritäten.

Aber Martin Luthers politisches Engagement hat nicht nur historische Bedeutung. Dafür erwähne ich es hier nicht. Sondern weil es zeigt, dass die Reformation ein Wendepunkt ist für das Verhältnis von Christen und der Welt. So wenig Luther eine konsistente Theorie formuliert hat oder formulieren wollte, so hatte er doch eine klare Botschaft: Mischt Euch ein! Nehmt eure Verantwortung vor Gott und vor der Welt ernst!

Die Reformation bricht mit der Lehre, dass der Mensch sich im Laufe seines Lebens zuallererst um das eigene Seelenheil kümmern müsse: Durch Wohltaten, oder durch Buße, oder durch Kauf von Ablassbriefen. Die Reformation ist in diesem Sinne vor allem eine Befreiung: Wir müssen uns nicht vornehmlich um unser eigenes Seelenheil besorgen, weil Gott das tut. Befreiung heißt aber eben nicht, dass wir alle nun vollkommen frei sind, zu tun und zu lassen, wozu wir schon immer Lust hatten; Freiheit zum Müßiggang und Faulenzertum. So einfach lassen uns Martin Luther und die Reformation nicht davon. Ganz im Gegenteil: Weil wir uns nicht mehr um uns selbst kümmern müssen, können wir uns um andere kümmern!

Das ist das Revolutionäre an der Reformation; und das ist es auch, was mich bis heute anspricht: Die Aufforderung an jeden Einzelnen, im Hier und Jetzt für Liebe statt Hass, für Versöhnung statt Krieg einzutreten – auch wenn es anstrengend ist, auch wenn es Rückschläge gibt, die Sie aus Ihrem Alltag kennen, die es in der Politik gibt und die ich gerade zur Zeit in der Außenpolitik im Konflikt mit der Ukraine immer wieder neu erfahre – aber gerade dann muss Diplomatie hartnäckig, ja sogar penetrant sein. Aufgeben vor der Eskalation oder untätiges Selbstmitleid darf keine Option sein!

Dietrich Bonhoeffer hat es in einem seiner Gedichte, die er 1944 während seiner Haft verfasste, sehr eindrücklich formuliert: „Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen; nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen; nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit!“ Bonhoeffers Aufruf ist kein neutrales: Macht mit! Sondern auch: Tut das nach christlichen Maßstäben!

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Aber was heißt das?

Sicher nicht, dass ich meine tägliche Krisenpolitik mit der Bibel in der Hand mache. Eine konkrete Handlungsanweisung, was zu tun ist im Ukraine-Konflikt, in Syrien oder im Irak, findet sich in der Bibel nicht. Die Bibel ist kein „Navi“ für die Details des tagesaktuellen Entscheidungsballasts.

Eher ist sie ein Kompass – der unsereins zugleich zur Rückversicherung und zur ständigen Selbstüberprüfung zur Verfügung steht: Habe ich das Richtige getan? Habe ich genug getan? Denn als Christ bin ich verantwortlich für mein Tun, aber auch für mein Nicht–Tun. Auch das Heraushalten kann eine Flucht vor Verantwortung sein.

In der Außenpolitik haben wir in den letzten Monaten einige schwierige und weitreichende Entscheidungen treffen müssen, die uns genau vor diese Abwägung stellten.

Die Flüchtlinge im Nordirak humanitär zu unterstützen, lag auf der Hand. Sie mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen, war Teil unserer Pflicht! Aber darüber hinaus?

Die Entscheidung, die kurdische Regionalregierung im Nordirak mit militärischer Ausrüstung und Ausbildung zu unterstützen, war schwierig und umstritten. War sie richtig? Die letzte Antwort darauf gibt die Geschichte. Aber auf die Antwort warten konnten wir nicht in einer solchen Situation. Ich habe jedenfalls dafür geworben um das barbarische Morden der ISIS-Terrorbanden aufzuhalten. Haben wir alle offenen Fragen beantwortet und jeden Zweifel ausgeräumt? Nein. Können wir wirklich ausschließen, dass unsere Waffen später vielleicht in die falschen Hände geraten? Nein. Aber das Risiko, dass die Flüchtlinge ihren letzten Zufluchtsort im Nordirak verlieren, die Gewissheit, dass ISIS ihr blutiges Treiben dort einfach fortsetzt, wog schwer. Und uns war klar: das, was ist, wiegt zweifellos schwerer, als das, was sein könnte.

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Auch der grausame Krieg in Syrien und die damit einhergehende Flüchtlingstragödie verlangen nach Lösungen, die sämtlich nicht einfach sind.

Was heißt christliche Nächstenliebe im Angesicht von über vier Jahren Bürgerkrieg, von über 250.000 Toten und 10 Millionen Vertriebenen?! Sie darf nicht heißen: Überwältigt und hilflos sein, sondern tun, was wir können, im Angesicht solch unermesslichen Leids!

Darf ich Ihnen zwei Zahlen gegenüberstellen?

Der Libanon, ein Nachbarland Syriens, hat etwa 4,5 Millionen Einwohner, aber bereits über 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Das sind mehr als ein Drittel der einheimischen Bevölkerung! Das hieße bei uns in Deutschland: 25 Millionen Flüchtlinge oder mehr.

Ich sage das, um Ihnen eine Vorstellung von dem Ausmaß der humanitären Katastrophe zu geben, unter der diese gesamte Region leidet: der Libanon, Jordanien, auch die Türkei haben alle Flüchtlingsanstürme im Millionenbereich zu verkraften! Und deshalb ist es gut, dass wir in Deutschland viele Zehntausend Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen – deutlich mehr als viele Partner in Europa das tun –, und es ist gut, dass so viele Menschen auf kommunaler Ebene sich ehrenamtlich engagieren und es ist gut, dass insbesondere die Kirchen eine tragende Rolle spielen in der Aufnahme und Betreuung der Flüchtlinge.

Genau von diesen Menschen in Gemeinden und in Vereinen, die sich zu Tausenden in Deutschland engagieren, erzähle ich, wenn mich meine Gesprächspartner im Ausland auf Pegida ansprechen und fragen, was da im Moment bei uns los ist! Dann sage ich ganz eindeutig: Diese Leute sind nicht die Mehrheit! Deutschland ist und bleibt ein weltoffenes Land, das Anteil nimmt und nicht wegschaut, wenn Millionen Menschen zur Flucht gezwungen werden.

Wie wichtig dies ist, wissen Sie, liebe Mitglieder der St. Martha Gemeinde, ganz besonders. Denn Reformierte auf der Flucht vor Herzog Alba waren die ersten reformierten Christen im Nürnberg des 16. Jahrhunderts. Ausländer und Flüchtlinge bildeten den Kern der späteren Gemeinde St. Martha.

Auch nach dem Brand vom Sommer suchte die Gemeinde erneut Zuflucht und fand sie hier in der St. Klara Kirche. Eine schöne Wendung ist dabei, dass dies vor einigen Jahren schon einmal passierte, aber genau anders herum: Als die St. Klara Kirche, in der wir heute stehen, renoviert wurde, war es die St-Martha-Gemeinde, die die katholischen Gläubigen bei sich aufnahm.

„Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit“. Dann sind auch alle Glieder gefordert. Vielleicht kann uns das, was wir hier am Beispiel eines Kirchendaches erleben, weit über Nürnberg hinaus ein Beispiel und ein Ansporn sein – als Ansporn, unnachgiebig für Ausgleich, Aussöhnung und Frieden zu arbeiten, und den Blick auf all jene nicht zu verschließen, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Im Alltag und in der Politik. Vielen Dank.

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