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Afghanistan nicht im Stich lassen

07.10.2011 - Interview

In einem Gastkommentar zieht Außenminister Westerwelle Bilanz zum zehnten Jahrestag des Afghanistan-Einsatzes. Afghanistan übernehme 2014 die volle Verantwortung für seine Sicherheit, Deutschland stehe dabei an der Seite des Landes.

Seit 10 Jahren sind deutsche Soldaten in Afghanistan. Sie riskieren ihr Leben für den Frieden dort und für die Sicherheit bei uns. Dafür danken wir ihnen von ganzem Herzen.

Manch überzogene Erwartung an den Einsatz musste korrigiert werden. Die jetzige Bundesregierung hat realistische Ziele gesetzt: innere Aussöhnung, Frieden mit den Nachbarn, ausreichend gute Regierungsführung.

Einiges wurde schon erreicht. Aber der Weg zum Frieden wird immer wieder von blutigen Terroranschlägen überschattet. Wir müssen auf weitere Rückschläge und Opfer gefasst sein.

Bis Ende 2014 übernimmt Afghanistan die volle Verantwortung für seine Sicherheit. Dann wird es keine deutschen Kampftruppen mehr in Afghanistan geben. Unsere Soldaten sind seit 10 Jahren in Afghanistan. Es dürfen nicht noch einmal 10 Jahre werden. Deshalb werden wir die Präsenz der Bundeswehr Schritt für Schritt reduzieren und jeden sicherheitspolitischen Spielraum für eine frühestmögliche Reduzierung nutzen, so wie es der Deutsche Bundestag beschlossen hat.

Wir werden den Abzug so gestalten, dass die Nachhaltigkeit des Übergabeprozesses nicht gefährdet wird. Wir werden die Übergabe der Verantwortung verantwortungsvoll organisieren.

Afghanistan muss dauerhaft stabil sein, damit es nicht wieder Zentrum des Weltterrorismus werden kann. Deshalb muss sich die Weltgemeinschaft langfristig für Wiederaufbau und Entwicklungschancen engagieren. Die Afghanistan-Konferenz im Dezember in Bonn signalisiert, dass wir Afghanistan auch nach 2014 nicht im Stich lassen.

Erschienen in der Bild-Zeitung vom 7.10.2011.

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