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Ansprache des Bundesaußenministers Guido Westerwelle zur Eröffnungsveranstaltung der 8. Gay Games im RheinEnergieStadion Köln

31.07.2010 - Rede

(Übersetzung, Original Englisch)

Herr Oberbürgermeister, Exzellenzen, meine Damen und Herren,

bitte erlauben Sie mir, dass ich zu Beginn meiner kurzen Begrüßung ein paar Worte zu den Opfern der Love Parade, derer wir heute in Duisburg gedacht haben, sage.

Vor einer Woche hat sich unweit von hier in Duisburg eine Party in eine Tragödie gewandelt.

Einundzwanzig junge Frauen und Männer starben bei der Love Parade. Diese Opfer kamen aus Australien, Bosnien-Herzegowina, China, aus Italien, den Niederlanden, Spanien und Deutschland.

Heute Morgen hat uns die Gedenkfeier für die Opfer tief bewegt. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei denen, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Ich wünsche allen, die verletzt worden sind eine baldige und vollständige Genesung und bitte Sie um einen Moment des schweigenden Gedenkens.

Es ist eine große Ehre für mich, Sie willkommen zu heißen. Zuerst möchte ich alle unsere internationalen Gäste hier in der wunderbaren Stadt Köln, hier in Deutschland begrüßen. Es freut uns sehr, Sie hier zu haben.

Egal, ob Sie heterosexuell, lesbisch oder schwul, bisexuell oder transsexuell sind, Sie sind alle sehr willkommen hier in Köln, hier in Deutschland! Genießen Sie die deutsche Gastfreundschaft und ganz besonders die Gastfreundschaft der wunderbaren Stadt Köln und des Rheintals.

Es ist ein Privileg für uns alle und besonders für mich und meinen Partner, dass wir uns heute Abend öffentlich und ohne Angst treffen können. Wir werden niemals die Generationen vergessen, die für unsere Freiheit gekämpft haben.

Unsere Gedanken heute Abend sind bei denen, die nicht so privilegiert sind, sondern unterdrückt werden. Unsere Gedanken sind bei allen Schwulen, Lesben, bisexuellen und transsexuellen Menschen in der Welt, die noch immer wie Kriminelle behandelt werden.

In mehr als 75 Ländern gibt es Gesetze, die das einvernehmliche Zusammensein von Männern und Frauen, die sich lieben, verhindern. In mindestens sieben Ländern müssen Schwule und Lesben das Todesurteil fürchten. Diese Länder nutzen Religion als Vorwand, um Vorurteile und Hass in Gesetze zu verwandeln. Keine Religion kann jemals Mord rechtfertigen!

Töten und Foltern von Minderheiten kann nicht durch Kultur gerechtfertigt werden! Das ist keine Kultur, das ist das genaue Gegenteil.

Wir werden nicht schweigen, bis diese Gesetze aufgehoben sind. Wir werden unseren Kampf fortsetzen, bis niemand Angst haben muss, öffentlich schwul, lesbisch, bisexuell oder transsexuell zu sein, überall auf der Welt.

Lassen Sie mich die klare Botschaft unterstreichen: Wir wollen keine Vorrechte, wir wollen Respekt.

Wir fragen nicht nach Privilegien, wir fragen nach Respekt.

Lassen Sie mich hinzufügen: In Deutschland zum Beispiel wurden Schwule und Lesben parteiübergreifend in hohe öffentliche Ämter gewählt.

Ich möchte den Organisatoren, Mitarbeitern und den Freiwilligen danken, die diese Spiele möglich gemacht haben.

Ich wünsche Ihnen allen faszinierende Gay Games!

Sie sind das Vorbild für eine Gesellschaft, an der jeder teilhaben kann. So let us all „Be part of it“.

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