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Staatsminister Gloser und Staatssekretär Jouyet: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit im Dienste Europas und seiner Bürger"

22.01.2008 - Pressemitteilung

Am heutigen Deutsch-Französischen Tag, der anlässlich der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrags am 22. Januar 2003 ins Leben gerufen wurde, wird die besondere, enge und umfassende Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich sichtbar: an landes­weit organisierten Veranstaltungen beteiligen sich Regierungen, Gemeinden, Verbände, Schulen, Unternehmen und viele mehr.

Dieser Tag bietet zunächst eine hervorragende Gelegenheit, für das Erlernen der Partnersprache zu werben. Dies ist für gegenseitiges Verständnis, Offenheit gegenüber der Kultur des anderen und Respekt vor der kulturellen Vielfalt Europas unabdingbar und außerdem für den beruflichen Werdegang in zunehmendem Maße von Vorteil.

Zur Verdeutlichung der Vorteile, die das Erlernen der Partnersprache mit sich bringt, haben wir in Zusammenarbeit mit den Bildungsbehörden beider Länder und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk den "Entdeckungstag" ins Leben gerufen. Diese Initiative möchte betroffene Schüler auf die beruflichen Möglichkeiten aufmerksam machen, die ihnen mit der Freizügigkeitsregelung in der Europäischen Union offen stehen, wenn sie eine Fremdsprache beherrschen. Konkret absolvieren die Schüler eintägige Praktika in einer Niederlassung eines in Frankreich ansässigen deutschen Unternehmens beziehungsweise eines französischen Unternehmens in Deutschland. Am 22. Januar treffen die beiden Beauftragten mit der Redaktion von AFP und mit Schülern zusammen, die an diesem Tag dieses französische Unternehmen besuchen.

Wir sollten uns am 22. Januar auch die gemeinsame Perspektive der deutsch-französischen Beziehungen in Erinnerung rufen – der Aufbau Europas. Dieser Bezug zu Europa muss immer wieder erwähnt werden, damit bei der jungen Generation nicht der Eindruck ent­steht, es handele sich hier lediglich um ein Mittel der Vergangenheitsbewältigung. Die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich war die Bedingung für den Aufbau Europas. Sie ist das Werk einer ganzen Generation von Deutschen und Franzosen, ein Werk, mit dem das Schreckgespenst dreier Bruderkriege, die Europa an den Rand des Abgrunds gebracht hatten, gebannt werden sollte. Wir ernten heute die Früchte dieser Versöhnung, die uns eine Zeit des Friedens und des Wohlstands beschert hat, wie sie auf unserem Kontinent einzigartig ist. Wir tragen zugleich die Verantwortung dafür, dass dies so bleibt.

Unsere beiden Regierungen haben Möglichkeiten der Abstimmung entwickelt, die weltweit ihresgleichen suchen. Seit 2003 befassen sich die Deutsch-Französischen Ministerräte, an denen alle Mitglieder beider Regierungen teilnehmen, mit allen Bereichen des staatlichen Handelns. So wurde in diesem Rahmen das deutsch-französische Geschichtsbuch herausgegeben, das nun in den Abiturklassen beider Länder eingesetzt wird. Nicht zu vernachlässigen ist auch das Interesse, das unsere Zusammenarbeit in anderen Teilen der Welt weckt, vor allem in Asien, wo die Menschen nach wie vor zu oft mit der Last einer Vergangen­heit leben, die mehr trennt als verbindet. Wir wollen andere hier gerne an unseren Erfahrungen teilhaben lassen. Der deutsch-französische Ministerrat ist eng mit den Interessen und Nöten der Bürger befasst: der letzte Ministerrat in Berlin widmete sich den Fragen der Integration, der nächste in Paris wird sich den Fragen von Energie und Klimawandel widmen.

Die deutsch-französischen Beziehungen sind dynamische Beziehungen, die auch anderen europäi­schen Partnern offen stehen sollen. Die Verhandlungen zum Lissabon-Vertrag sind hier­für ein gutes Beispiel. Es ist unsere Aufgabe darauf zu achten, dass eventuelle Differenzen zugunsten aller in der EU gelöst werden. Wichtige Fragen konnten in letzter Zeit geklärt werden.

Wir sind davon überzeugt, dass ein Handeln mit vereinten Kräften der richtige Weg ist, damit sich unsere beiden Länder und Europa in einer globalisierten Welt behaupten können. Deutsch­land und Frankreich ziehen auf internationaler Ebene an einem Strang, um den Klimawan­del wirksam zu bekämpfen. Unsere beiden Regierungen haben im Rahmen der externen Dimension der Lissabon‑Strategie eine gemeinsame Vorgehensweise erarbeitet, um mehr Transparenz auf den Finanzmärkten zu gewährleisten, vor allem in Bezug auf Hedge-Fonds und Rating-Agenturen, und unsere Streitkräfte arbeiten beim Aufbau der afghanischen Armee eng zusammen.

Ebenso wie Frankreich durch seine Unterstützung und enge Zusammenarbeit zum Erfolg der deutschen Präsidentschaft beigetragen hat, wird auch Deutschland die französische Präsident­schaft unterstützend begleiten. Auch hier gilt: "Europa gelingt gemeinsam".

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