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Bundesminister Steinmeier zur Verleihung des Adolf-Grimme-Preises 2007

14.03.2007 - Pressemitteilung

Aus Anlass der heutigen (14.03.) Bekanntgabe der Preisträger der diesjährigen Adolf-Grimme-Preise erklärte Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier in Berlin:

„Ich gratuliere allen Preisträgern des Adolf-Grimme-Preises von ganzem Herzen. In besonderem Maße freut es mich, dass die Jury drei Produktionen geehrt hat, die einen wichtigen künstlerischen Akzent gegen Vorurteile und für das Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen und Prägungen setzen.

Alle drei geehrten Produktionen, “Türkisch für Anfänger„, “Wut„ und “Meine verrückte türkische Hochzeit„ beschäftigen sich mit der deutschen und besonders der deutsch-türkischen Wirklichkeit: Mit ihrer Tragik und Verzweiflung, wie sie uns in „Wut“ begegnet, mit ihren liebevoll-ironisch gemeisterten tagtäglichen kleinen und großen Schwierigkeiten in “Türkisch für Anfänger„ und mit ihren deutsch-türkischen Klischees, wie sie in “Meine verrückte türkische Hochzeit„ auf die Schippe genommen werden. So verschieden die Herangehensweise an die Thematik auch sein mag, so sehr eint diese Preisträger ein gemeinsames Verdienst: Sie zeigen uns, dass Deutschland nicht zuletzt auch kulturell durch Bürgerinnen und Bürger mit so genanntem Migrationshintergrund dazu gewonnen hat.

Gemeinsam mit meinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül habe ich deshalb auch im vergangenen Jahr die “Ernst-Reuter-Initiative„ für Dialog und kulturelle Verständigung ins Leben gerufen, die dem kulturellen Dialog zwischen Deutschland und der Türkei ein Forum und neue Impulse geben und die Verständigung zwischen Deutschen und Türken fördern will.

Der Schauspieler Adnan Maral, der in “Türkisch für Anfänger„ die Hauptrolle des Metin spielt, unterstützt diese Initiative seit Beginn an mit besonderem Engagement. So freue ich mich, dass auch der heutige Grimme-Preis unterstreicht, dass Kunst und Kultur wichtige und kritische Ratgeber der Politik sein können und sollen.“

Die Ernst-Reuter-Initiative wurde von den beiden Außenministern im September 2006 in Istanbul gegründet. Mit ihr möchten die Minister Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auffordern, sich aktiv mit bilateralen Projekten am interkulturellen Dialog zu beteiligen. Ein wichtiges Projekt der „Ernst-Reuter-Initiative“ ist die Gründung einer deutschsprachigen Universität in der Türkei.

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