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Grußwort von Bundesaußenminister Steinmeier anlässlich der Eröffnung des 16. EU-ASEAN Außenminister-Treffen, 14.03.2007

14.03.2007 - Rede

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Exzellenzen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich, Sie zum Außenministertreffen zwischen der Europäischen Union und der Assoziation der Südostasiatischen Nationen begrüßen zu können. Wir treffen uns bereits zum 16. Mal in diesem Kreis, und allein die Zahl der Begegnungen verdeutlicht, wie intensiv und dicht unsere Beziehungen geworden sind.

Ich heiße Sie alle, vor allem natürlich aber unsere Gäste aus Übersee, ebenso herzlich willkommen in Nürnberg! Einer Stadt, deren weit verzweigtes Handelsnetz schon im 15. Jahrhundert bis nach Südostasien und Indien reichte.

Und diese weltoffene Tradition wirkt bis heute fort: Im Juli ist Nürnberg Gastgeber des „Asien-Pazifik-Forums“, und Sie, Herr Ong Keng Yong, werden als ASEAN-Generalsekretär wieder hier sein, um dieses Schaufenster für die Wirtschaft und Kultur Asiens zu eröffnen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Dank zu sagen – der Stadt Nürnberg und Ihnen, Herr Oberbürgermeister Dr. Maly. Dank dafür, dass Sie die insgesamt 40 Ministerdelegationen aus der EU und Südostasien so gastfreundlich in Ihrer Stadt aufgenommen haben. Wir danken Ihnen auch für die tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung unseres Treffens.

2007 ist ein besonderes Jahr – sowohl für die EU wie auch für ASEAN. In der EU begehen wir in wenigen Tagen den 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge. In der ASEAN jährt sich am 8. August 2007 der 40. Jahrestag der Unterzeichnung der Gründungserklärung von Bangkok.

Und ein Jubiläum feiern wir gemeinsam: 30 Jahre offizielle Beziehungen zwischen der EU und ASEAN. Im Februar 1977 beschloss der ASEAN-Ministerrat eine entsprechende Initiative. Im September 1978 tagten unsere Amtsvorgänger zum ersten Mal in Brüssel.

Diese Jahrestage sind für uns alle ein Anlass zurückzublicken: auf eine erfolgreiche Integration innerhalb unserer beider Regionalorganisationen. Und auf eine immer engere Zusammenarbeit zwischen der EU und ASEAN.

Lassen Sie uns den Blick aber auch nach vorn richten, auf die vor uns liegenden Zukunftsaufgaben: Die Herausforderungen des Klimawandels liegen auf der Hand, für Sie in Südostasien genauso wie für uns in Europa. Die EU hat sich beim letzten Gipfel sehr ambitionierte Klimaziele gesetzt. Ihre volle Wirkung werden sie aber nur entfalten, wenn auch andere internationale Partner mitziehen.

Eng verbunden mit einer modernen Klimapolitik ist die Energiepolitik. Auch hier werden wir miteinander neue Wege beschreiten müssen.

Auch in Handelsfragen ist ein gemeinsames Agieren gefragt. Für die ASEAN-Länder ist die EU ihr zweitgrößter Exportmarkt und drittgrößter Handelspartner überhaupt. Lassen Sie uns, aus wohlverstandenem Eigeninteresse, gemeinsam an einem erfolgreichen Abschluss der Welthandelsrunde arbeiten.

Schließlich sollten wir auch im Bereich der Sicherheitspolitik weiter und noch enger zusammenarbeiten. Regionale Krisenherde wie im Nahen und Mittleren Osten oder Afghanistan bergen Sicherheitsrisiken für uns alle, und der internationale Terrorismus bedroht die Menschen in unseren Ländern gleichermaßen. Mit der Zusammenarbeit bei der Beobachtungsmission in Aceh haben EU und ASEAN erfolgreich Neuland beschritten. Lassen Sie uns daran anknüpfen.

Die Liste dieser Zukunftsaufgaben ist lang, und eines steht fest: wir werden sie nur gemeinsam bewältigen können. Das Zeitalter der Nationalstaaten ist vorbei – zumindest insofern, als keines unserer Länder die genannten Aufgaben allein lösen kann.

Zusammen verfügen wir jedoch über erhebliche Ressourcen. In der heutigen EU leben 500 Millionen, in den ASEAN-Ländern 560 Millio-nen Menschen – das macht über eine Milliarde Bürgerinnen und Bürger – ein Sechstel der Erdbevölkerung. Kein Zweifel – zusammen können wir etwas bewegen!

Ich wünsche mir, dass wir die Beratungen heute und morgen in diesem Geiste führen können. Europa und Asien brauchen starke und gefestigte Regionalorganisationen wie die EU und ASEAN, die durch regionale Integration und immer engere Zusammenarbeit – untereinander und miteinander – zu Frieden und Wohlstand beitragen.

Nochmals heiße ich Sie deshalb herzlich willkommen und freue mich auf einen fruchtbaren Austausch.

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