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Menschenrechtsbeauftragter Günter Nooke fordert Verbot von Genitalverstümmelung

05.02.2007 - Pressemitteilung

Zum Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung am 05. Februar erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Günter Nooke:

"Noch immer werden in vielen Ländern - auch in den drei Ländern Westafrikas, die ich zur Zeit bereise - Frauen Opfer von Genitalverstümmelung. Es handelt sich dabei um eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt, die oft unter Berufung auf Traditionen und hergebrachte Sitten ausgeübt wird, und die die Gesundheit von über 100 Millionen Mädchen und Frauen weltweit beeinträchtigt. Weibliche Genitalverstümmelung ist damit auch ein großes Hindernis für die Stärkung der Rolle der Frau im Entwicklungsprozess, einschließlich der Erreichung der international anerkannten Millenniums-Ziele.

Diese menschenunwürdige Praxis bedeutet eine massive Verletzung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen. Trotzdem die Ächtung der Genitalverstümmelung auf internationaler Ebene in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht hat, kommt es jetzt darauf an, dies auch in der nationalen Gesetzgebung aller betroffenen Staaten durch ein klares gesetzliches Verbot umzusetzen. Insbesondere unterstütze ich den Aufruf zu einer Politik der Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung, wie sie im Rahmen einer am Rande der 60. Sitzung der VN-Menschenrechtskommission abgegebenen Erklärung verschiedener Außenministerinnen und Vertreterinnen von Regierungen formuliert wurde."

Der Menschenrechtsbeauftragte Günter Nooke führt derzeit Gespräche in den westafrikanischen Staaten Togo, Liberia und Sierra Leone. Gegenstand der Gespräche ist die menschenrechtliche und humanitäre Lage in den drei Staaten und damit auch das Problem der Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen.

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