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Bundesaußenminister Steinmeier zum 30. Gründungstag der Charta 77

05.01.2007 - Pressemitteilung

Am 7. Januar 1977 wurde die „Charta 77“, die kurz zuvor in Prag erstmals erschienen war, in vielen Zeitungen der damaligen westlichen Welt veröffentlicht, auch in der Bundesrepublik Deutschland. Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier erklärte aus diesem Anlass heute (05.01.) in Berlin:

„Das Entstehen der “Charta 77„ und der Mut ihrer Unterzeichner war ein Meilenstein bei der Entstehung zivilgesellschaftlicher Fundamente in Ostmitteleuropa in der Zeit des Kalten Krieges. Indem sich die “Charta 77„ ausdrücklich auf die auch von der damaligen tschechoslowakischen Regierung 1975 unterzeichnete Schlussakte der KSZE-Konferenz von Helsinki und den ein Jahr später verabschiedeten “Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte„ berief, machte sie ihren Charakter bewusst nicht als organisierte politische Opposition, sondern als öffentliche und offene Bewegung für ein freies Land deutlich.

Die wichtigsten Ziele der „Charta 77“ - Aufmerksamkeit für individuelle Menschenrechtsverletzungen, dauerhafte Sicherung von individuellen Freiheitsrechten und Herausgabe unzensierter Publikationen - wurden 1989 auf eindrucksvolle Weise in der Samtenen Revolution der CSSR erreicht.

Die Bundesregierung würdigt insbesondere auch die Herausgabe von Erklärungen der „Charta 77“ zum deutsch-tschechoslowakischen Verhältnis. Sie haben den Weg bereitet für die gutnachbarlichen Beziehungen, die heute zwischen Deutschen einerseits und Tschechen und Slowaken andererseits bestehen.

Die Unterzeichner der „Charta 77“ haben in einer Zeit der Unterdrückung und Unfreiheit in einer Hälfte Europas durch ihr mutiges Handeln vielen Menschen Hoffnung auf Freiheit und eine bessere Zukunft gegeben. Ihre überragende Arbeit bleibt einer der wichtigsten Beiträge zur Überwindung der Unfreiheit und der Teilung Europas. Gerade Deutschland verdankt der „Charta 77“ sehr viel.„

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