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Menschenrechtsbeauftragte Amtsberg zum Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen

25.11.2022 - Pressemitteilung

Zum Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen erklärt Luise Amtsberg, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, heute (25.11.):

Wir müssen uns in aller Schonungslosigkeit vor Augen führen, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder allgegenwärtig ist: Ob in der Ukraine, wo russische Soldaten sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe einsetzen. In Iran, wo Frauen, die ihre Rechte einfordern, niedergeknüppelt, verhaftet und hingerichtet werden. Oder in Afghanistan, wo sie sich seit der Machtergreifung der Taliban gegen Verbote, Diskriminierung und Willkür wehren. Und auch in Deutschland sind Frauen nach wie vor nicht sicher: Jede Dritte ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen.

Gewalt gegen Frauen und Kinder hat viele Gesichter: Von Alltagssexismus über sexualisierte Gewalt bis hin zu Femiziden. Wir müssen anerkennen, dass diese Gewalt fester Bestandteil patriarchaler Machtstrukturen und intersektional ist: Denn indigene Frauen und Women of Color, Frauen mit Behinderungen und queere Menschen sind besonders betroffen.       

Um Gewalt gegen Frauen effektiv zu bekämpfen, gilt es, das Problem bei der Wurzel zu packen. Frauen müssen nicht nur in ihren Rechten und Ressourcen gestärkt werden, sondern auch stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Nur so erreichen wir einen echten Wandel im Sinne einer feministischen Außenpolitik – in enger Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und lokalen Akteurinnen und Akteuren vor Ort

Um diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die für Gewalt an Frauen verantwortlich sind, intensivieren wir als Bundesregierung unser Engagement zu Accountability und Strafverfolgung. Die Verbrechen an Frauen und Kindern in der Ukraine, in Iran und anderswo dürfen nicht straflos bleiben. Wir setzen uns auf europäischer und internationaler Ebene für den Beitritt weiterer Staaten zur Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt des Europarats ein.

Frauenrechte sind Menschenrechte. Allen Menschen, die sie täglich einfordern und verteidigen, gilt mein Respekt und meine volle Unterstützung.

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