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Irak: Architekturkonservierung in der Weltkulturerbestätte Uruk

23.03.2018 - Artikel

Das hier vorgestellte DAI-Projekt wird im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts unterstützt. Es trägt zum Erhalt der Bausubstanz in Uruk bei, ermöglicht den Schutz herausragender Monumente und verbessert die touristische Infrastruktur.

Bodensalze zerstören das berühmte ‘Steingebäude’ am Fuß der Anu-Zikkurrat (2. Hälfte 4. Jahrtausend v. Chr.). Erste Notkonservierungen sollen die Standfestigkeit der Mauern erhöhen.
Bodensalze zerstören das berühmte ‘Steingebäude’ am Fuß der Anu-Zikkurrat (2. Hälfte 4. Jahrtausend v. Chr.). Erste Notkonservierungen sollen die Standfestigkeit der Mauern erhöhen. © M. van Ess, DAI

Als Folge von Krieg und politischer Instabilität wurden Teile des vielfältigen, herausragenden Kulturerbes im Irak zerstört. Der archäologische Ort Uruk gehört zu den kulturgeschichtlich herausragenden Ruinenstädten des Irak. Nach derzeitigem Wissen gingen von der altorientalischen Stadt in der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v.Chr. wesentliche Entwicklungen der Menschheitsgeschichte aus. 2016 wurde Uruk zusammen mit anderen Orten im Südirak unter dem Titel „Marschland (Al-Ahwar) im Südirak: Schutzgebiet der Artenvielfalt und Reliktlandschaft mesopotamischer Städte“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Ausgrabungen in Uruk finden seit 1954 unter Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) statt, das auch Konservierungsmaßnahmen durchführt.

Das hier vorgestellte DAI-Projekt wird im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts unterstützt. Es trägt zum Erhalt der Bausubstanz in Uruk bei, ermöglicht den Schutz herausragender Monumente, und verbessert die touristische Infrastruktur. Lokale Strukturen zur Pflege archäologischer Stätten nach UNESCO-Standards sollen aufgebaut und der Umgang mit der im Fokus stehenden Ausgrabungsstätte. begleitet werden, um zur Stärkung der kulturellen identität innerhalb der Bevölkerung beizutragen.

Irakische Nachwuchswissenschaftler und die lokal ansässige Bevölkerung werden gezielt in Planung und handwerkliche Tätigkeiten einbezogen, um die in Zukunft immer wieder anstehende konservierende Pflege der archäologischen Architektur zu gewährleisten.

Untersuchung von Schäden und Planung von Konservierungsmaßnahmen am Gareus-Tempel (2. Jahrhundert. n. Chr.).
Untersuchung von Schäden und Planung von Konservierungsmaßnahmen am Gareus-Tempel (2. Jahrhundert. n. Chr.).© M. van Ess, DAI

Im Mittelpunkt  steht die Erarbeitung eines detaillierten Konservierungsplans für die archäologischen Gebäude, die in ihrem Erhalt gefährdet sind und in Zukunft touristisch an Bedeutung gewinnen werden. Bei den Gebäuden handelt es sich um Backsteinbauten, Bauwerke aus Lehmziegeln, Stampflehm, Kalk- und Kunststein. Manche der Gebäude sind gut erhalten und können entsprechend präsentiert werden. In diesem Fall sind vor allem Konservierungsarbeiten an der bereits ausgegrabenen Bausubstanz notwendig, um ihren Verfall aufzuhalten.. Oftmals  sind Erhaltungskonzepte notwendig, die auf die Lage der Bauwerke im Gelände angepasst werden müssen. Dabei ist zu entscheiden, ob die Präsentation der Originalbausubstanz oder die Entwicklung von Alternativkonzepten (wie beispielsweise eine 3D Präsentation) sinnvoll sind.

Die Durchführung von Konservierungsprojekten an archäologischer Monumentalarchitektur, sowie deren anschließender Erhalt schaffen Ausbildungs- und Arbeitsplätze im Kulturbereich und sind darüber hinaus Voraussetzung für weitere Planungen im Tourismussektor, welcher für die Region zu einer bedeutenden Einkommensquelle wachsen kann.

Das Kulturerhalt-Vorhaben fördert die Zusammenarbeit von deutschen und irakischen Experten und die Einbindung irakischer Nachwuchsarchäologen. Es ist mit der Arbeit des Archaeological Heritage Network (ArcHerNet), sowie mit dem Fortbildungskurs „Iraqi-German Expert Forum – Cultural Heritage“ im Rahmen des „Stunde-Null“-Projektes des DAI verknüpft.

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