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Aufmerksamkeit für vergessene Krisen: Auswärtiges Amt unterstützt #nichtvergesser-Initiative

07.06.2018 - Artikel

Viele humanitäre Krisen spielen sich unbeachtet von der Öffentlichkeit ab. Mit der Kampagne #nichtvergesser setzt das Auswärtige Amt zusammen mit Hilfsorganisationen ein Zeichen.

Podiumsdiskussion im Lesehof des Auswärtigen Amtes
Podiumsdiskussion im Lesehof des Auswärtigen Amtes© Birte Zellentin / AA

Die humanitäre Großkrise in Syrien beherrscht schon seit Jahren die Nachrichten. Doch auch in anderen Regionen kämpfen Millionen Menschen unter prekären Bedingungen ums Überleben:  Im von Bürgerkrieg zerrütteten Jemen droht eine Hungerkatastrophe. In Kolumbien leiden die Menschen noch immer unter den Folgen des jahrzehntelangen bewaffneten Konfliktes zwischen Armee, Rebellen und Paramilitärs. In Algerien dauert die Sahraui-Flüchtlingskrise weiter an. Warum stehen diese humanitären Krisen so selten im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit?

386 Millionen Euro deutsche Hilfe

Sie gehören zu den sogenannten vergessenen humanitären Krisen. Diese sind meist langandauernd und gehen mit großem humanitärem Bedarf einher. Doch die mangelnde Aufmerksamkeit macht sich auch beim Fehlen von Spenden und Hilfsgütern bemerkbar.

Für das Auswärtige Amt bilden vergessene humanitäre Krisen einen Schwerpunkt  der Unterstützung. Allein 2017 wurden Hilfsprojekte in vergessenen humanitären Krisen in Höhe von rund 386 Mio. EUR gefördert. Dazu kommen Zahlungen in den Nothilfefonds der Vereinten Nationen (CERF) in Höhe von 75 Mio. EUR, von denen ein großer Teil unterfinanzierten vergessenen Krisen zu Gute kommt.

Die #nichtvergesser-Kampagne

Setzen sich für #nichtvergesser ein: Bärbel Kofler mit Vertretern von Medien und Hilfsorganisationen
Setzen sich für #nichtvergesser ein: Bärbel Kofler mit Vertretern von Medien und Hilfsorganisationen© Birte Zellentin / AA

Zusätzlich hat das Auswärtige Amt zusammen mit zahlreichen deutschen humanitären Hilfsorganisationen vor zwei Jahren die Kampagne #nichtvergesser ins Leben gerufen, um das zivilgesellschaftliche Engagement für vergessene Krisen zu stärken. Der Hashtag #nichtvergesser und der auf zahlreichen Fotos von prominenten Unterstützern (wie Culcha Candela, Alba Berlin und Schauspieler Samuel Koch) festgehaltene symbolische Knoten im Taschentuch machen die Idee sichtbar. Hinter der Symbolik steckt Substanz: Auf der Kampagnenwebsite www.nichtvergesser.de werden ganz konkrete Krisen und Projekte in vergessenen Krisen vorgestellt – und Wege, sich zu engagieren.

Mehr als 100.000 Menschen haben so schon ihre Unterstützung für die Kampagne deutlich gemacht – sie sind zu #Nichtvergessern geworden. Am 6. Juni fand dazu eine Podiumsdiskussion im Lesehof des Auswärtigen Amtes statt. Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, ging dabei im Gespräch mit Vertretern von Medien und Hilfsorganisationen der Frage nach, warum einige humanitäre Krisen keine Schlagzeilen machen – denn „Krisen vergessen, heißt Menschen vergessen“, so Kofler.

Zum Weiterlesen:

Überblick Humanitäre Hilfe

www.nichtvergesser.de

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