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Energieaußenpolitik

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Das Thema Energieversorgungssicherheit gewinnt angesichts international steigender Nachfrage an Energieträgern, neuen regionalen wirtschaftlichen Kooperationen und potenziell instabilen Regionen zunehmend an Bedeutung für die Formulierung und Gestaltung von Außenpolitik.

Globale Herausforderungen lassen sich nicht im Alleingang lösen: Energiesicherheit, Umweltschutz und Armutsbekämpfung können nur gemeinsam auf internationaler Ebene bewältigt werden.

Energieversorgungssicherheit

Hochspannungs-Stromtrasse in Bayern
Hochspannungs-Stromtrasse in Bayern© picture alliance / dpa

Die Herausforderungen für Deutschland und Europa sind dabei:

  • Diversifizierung der Bezugsquellen, Versorgungswege und Energieträger zur Schaffung höherer Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit
  • Ausbau des Dialogs mit Liefer-, Transit- und den großen Verbraucherländern, vor allem den neuen Industriestaaten
  • Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
  • Förderung des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Know-how-Transfers deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Partnerländern
  • Eintreten für ambitionierte Ziele zu Treibhausgasminderung, Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien, auch im Rahmen internationaler Umwelt- und Klimaschutzverhandlungen

Das Streben nach einer dauerhaften, verlässlichen Energieversorgung gewinnt für eine relativ rohstoffarme Industrie- und Technologienation wie Deutschland immer größere außen- und sicherheitspolitische Bedeutung. Zwei Herausforderungen stehen im Vordergrund:

  • Erstens muss Deutschland in Zukunft verstärkt regional und global kooperieren, um eine nachhaltige Energiepolitik gewährleisten zu können.
  • Zweitens geht es darum, den Wandel von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien aktiv zu begleiten. Erneuerbare Energien werden – nach Kohle und Öl – die Initialzündung einer dritten industriellen Revolution sein.

Markenzeichen Energiewende

Das von einem deutschen Konsortium erbaute Solarkraftwerk Andasol 3 in Spanien ist derzeit die größte europäische Solaranlage
Das von einem deutschen Konsortium erbaute Solarkraftwerk Andasol 3 in Spanien ist derzeit die größte europäische Solaranlage© picture alliance / dpa

Die deutsche Energiewende wird in der EU und international aufmerksam verfolgt. Deutschland blickt als Wegbereiter im Bereich der erneuerbaren Energien auf langjährige Erfahrungen zurück. Eine langfristige, sichere und nachhaltige Energieversorgung kann nur mit dem weiteren Ausbau und verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien erreicht werden. Dies gilt umso mehr, als die deutsche Bundesregierung im Juni 2011 beschlossen hat, bis Ende 2022 vollständig aus der Stromerzeugung durch Kernenergie auszusteigen.

Die Bundesregierung setzt sich daher für den entschlossenen Ausbau erneuerbarer Energien ein, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Zum Energiemix der Zukunft gehören Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft und – soweit technisch und wirtschaftlich tragfähig – Biomasse und Geothermie, die zusammen langfristig unseren Energiebedarf decken können. Zudem erweisen sie sich als weitaus umweltschonender gegenüber den konventionell eingesetzten Energieträgern.

Durch die Förderung erneuerbarer Energien wird Deutschlands Wirtschaft immer weniger abhängig vom Import fossiler Energieträger. Das erhöht die deutsche Energieversorgungssicherheit. Die Förderung erneuerbarer Energien konnte zudem zum Aufbau eines neuen Industriesektors in Deutschland beigetragen. 2013 lag die Beschäftigtenzahl im Sektor der erneuerbaren Energien bei 371.400. Bis zum Jahr 2030 werden 700.000 Beschäftigte für diesen Sektor prognostiziert, damit würde der Sektor Erneuerbare Energien den bisher größten Wirtschaftssektor Automobilbranche ablösen. In Deutschland wurden 2013 ca. 16,3 Milliarden Euro in erneuerbare Energieanlagen investiert.

Exportschlager "Stromerzeugung made in Germany"

Strommasten und Solarbäume
Strommasten und Solarbäume© picture-alliance / Uwe Zucchi

Die Energiewende ist ein Markenzeichen Deutschlands geworden. Wissen und Technik „Made in Germany“ sind Exportschlager und werden weltweit zur Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung aus erneuerbaren Energien eingesetzt. Hierzu dienen auch die Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Diese unterstützen deutsche Unternehmen dieser beiden Branchen, sich erfolgreich international zu positionieren.

Die erfolgreiche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland hat dazu geführt, dass weltweit inzwischen viele Staaten die Prinzipien des EEG anwenden und Einspeisetarife eingeführt haben. Die Bundesregierung wirbt in der EU und bei ihren internationalen Partnern für einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien. Dies steht im Einklang mit den Zielen, die sich die EU selbst gesetzt hat: der Energie-Fahrplan 2050 sieht in allen Szenarien eine Schlüsselrolle für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Auch die Energie- und Klimaziele der EU gehen in die gleiche Richtung wie die deutsche Energiepolitik.

Information des BMWi zur EEG-Reform

Information des BMWi zur Energiewende

Deutschland.de: Energiewende

BMUB: Klima und Energie

Erneuerbare Energien - international

Nördlichster Windpark Havøygavlen
Nördlichster Windpark Havøygavlen

International sind erneuerbare Energien ebenfalls klar auf dem Vormarsch. Bis zum Jahr 2035 wird laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) über die Hälfte der neu errichteten Stromerzeugungskapazität weltweit im Bereich Erneuerbare entstehen. 2012 wurden global 244 Mrd. USD in Anlagen zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen (ohne große Wasserkraftwerke) investiert, das sind 8% mehr als 2010 und entspricht der Investition für 30 bis 40 Kernkraftwerke.

In fast allen Staaten dieser Welt sind die natürlichen Voraussetzungen für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien gegeben – genügend Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse finden sich fast überall. Häufig mangelt es nur an Wissen darüber, wie das Energiesystem eines Landes auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann und welche effizienten Fördermöglichkeiten es gibt. Ein entscheidender Schritt war im Januar 2009 die Gründung der International Renewable Energy Agency (IRENA), welche den Ausbau von erneuerbaren Energien weltweit fördert. Heute hat die IRENA bereits 134 Mitglieder.

www.irena.org

REN21-Renewable Energy Policy Network

Sustainable Energy for all

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