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­Monitoring zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

16.09.2020 - Artikel

Die Bundesregierung überprüft im Rahmen eines Monitorings in den Jahren 2018 bis 2020, inwieweit in Deutschland ansässige Unternehmen ihrer im NAP verankerten Sorgfaltspflicht nachkommen.

Ein genauer Blick auf Unternehmensprozesse
Ein genauer Blick auf Unternehmensprozesse© Liesa Johannssen/photothek.net

Die Bundesregierung hat das Monitoring transparent und methodisch fundiert nach wissenschaftlichen Standards gestaltet. Ein differenziertes Bewertungs­system berücksichtigt, dass die geprüften Anforderungen an die Ausgestaltung und Umsetzung der Kernelemente durch die Unternehmen angemessen sind. Die Auswertungen erfolgen anonymisiert und unter Anwendung der geltenden Datenverarbeitungsgesetzgebung.

Alle zehn Ministerien des zuständigen Gremiums der Bundesregierung, dem Interministeriellen Ausschuss (IMA) Wirtschaft und Menschenrechte, begleiten das Monitoring durchgehend und eng. Alle  Entscheidungen des IMA werden im Konsens getroffen. Die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Menschenrechte des Nationalen CSR-Forums wird in die Arbeiten eingebunden. Mit den Erhebungen hat das Auswärtige Amt ein Konsortium unter Leitung der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) beauftragt. Neben EY gehören Systain Consulting, Adelphi consult und Focusright dem Konsortium an.

Erste qualitative Interviews mit 30 Unternehmen hatten  im Herbst 2018 stattgefunden („explorative Phase“). Zudem gab es Gespräche mit neun Vertreterinnen und Vertretern von Stakeholdergruppen, d.h. Sozialpartner, Wirtschaftsverbände und Nichtregierungsorganisationen. Die Interviews lieferten wertvolle Erkenntnisse, wie die umfassenden Unternehmensbefragungen der Jahre 2019 und 2020 gut ausgestaltet werden können.  Die erste quantitative Erhebung fand dann von August bis Oktober 2019 statt. Von März bis Mai 2020 lief die abschließende Monitoring-Erhebung, deren Ergebnisse im dritten Zwischenbericht dargestellt sind.

Die im NAP verankerten Anforderungen an die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht gelten als umgesetzt, wenn ein Unternehmen alle fünf Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfalt  angemessen eingeführt hat. Das Monitoring berücksichtigt auch die Möglichkeit, dass ein Unternehmen schlüssige Gründe erläutern kann, warum es von einzelnen Risiken nicht betroffen ist oder bestimmte Verfahren und Maßnahmen (noch) nicht umsetzen kann. Der Fragebogen sieht bei allen Fragen eine entsprechende Erklärungsmöglichkeit vor (Comply or Explain-Mechanismus). Unternehmen konnten im Fragebogen eine Umsetzungsplanung betreffend einzelne NAP-Anforderungen bis Ende 2020 geltend machen.

Die Auskünfte der Unternehmen im Fragebogen wurden einem mehrstufigen Plausibilitäts-Check unterzogen. So wurden Antworten mit Medienberichten abgeglichen; ggf. gab es Rückfragen. Die Fragen und Antwortoptionen wurden schlüssig aus dem NAP, Kapitel III abgeleitet.

Über Unternehmen, die keine Auskunft erteilen („Non-Responder“), kann keine Aussage zur Erfüllung der NAP-Kriterien getroffen werden. Die Anzahl der Non-Responders benennen die Erhebungsberichte. Es wurden zudem relevante Daten ausgewertet, um zu beleuchten, ob sich eine problematische Verzerrung der Ergebnisse infolge der Freiwilligkeit der Teilnahme am Monitoring zeigte. Soweit möglich wurden Verzerrungen durch statistische Methoden bereinigt.

Bei inhaltlichen Fragen zur Umsetzung der NAP-Anforderungen steht den Unternehmen der kostenlose Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung zur Verfügung. Zudem bietet das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) regelmäßig Schulungen und Webinare zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfalt an.

Zum Weiterlesen:

Weitere Informationen zum NAP-Monitoring finden Sie:

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