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Südasien: Eine Region im Wandel

20.08.2019 - Artikel

Mehr als 20% der Weltbevölkerung leben in Südasien. Die Region ist von rasantem Fortschritt, aber auch von Armut und Konflikten geprägt.

Für Deutschland ist die Region von großer Bedeutung: Mehr als 1800 deutsche Unternehmen sind in Indien aktiv, auch der Handel mit anderen südasiatischen Ländern boomt.

Regionale Kooperation

Skyline von Mumbai, Indien
Skyline von Mumbai, Indien© picture alliance / ZUMA Press

1985 haben sich die Länder der Region in der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Kooperation (englisch: SAARC) zusammengeschlossen, seit 2007 ist auch Afghanistan Mitglied. Ziel ist vor allem die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bislang bestreiten die Staaten der Region allerdings nur knapp 5 Prozent ihres Handels mit den jeweils anderen südasiatischen Staaten. Auch der indisch-pakistanische Gegensatz und die demographischen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern erschweren gemeinsame Projekte der SAARC-Staatengruppe (www.saarc-sec.org), zum Beispiel zum Ausbau der Verkehrs- und Energieverbindungen und zur Förderung von Handel und Investitionen.

Über die SAARC hinaus wird die regionale Integration zudem über die „Bay of Bengal Initiative for Multi-Sectoral Technical and Economic Cooperation“ (BIMSTEC; www.bimstec.org) angestrebt, die sieben Staaten aus Süd- und Südostasien (ohne Pakistan) um die Bucht von Bengalen miteinander verbindet.

Deutsches Engagement in der Region

Deutschland pflegt enge, partnerschaftliche Beziehungen zu den südasiatischen Ländern. Durch regelmäßige gegenseitige Besuche halten Regierungsmitglieder und Parlamentarinnen und Parlamentarier intensiven Kontakt mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in der Region. Deutschland ist ein wichtiger –Wirtschafts- und Entwicklungspartner für die südasiatischen Staaten und fördert Projekte zu so unterschiedlichen Themen wie dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Begleitung von Urbanisierungsprozessen, der Berufsbildung, dem Gesundheitswesen, der Förderung demokratischer Fortschritte und der Stärkung der Rechtstaatlichkeit.

In Afghanistan steht der zivile Wiederaufbau im Mittelpunkt des deutschen Engagements. Schwerpunkte bilden der Aufbau der afghanischen Polizeikräfte, von Verwaltung, Justiz und Bildungswesen sowie die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung. Deutschland ist außerdem einer der größten Truppensteller der NATO-Mission „Resolute Support“ zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte. Im Rahmen einer „Internationalen Kontaktgruppe“ (ICG), deren Vorsitz Deutschland gemeinsam mit Afghanistan innehat, werden die internationalen Bemühungen in Afghanistan abgestimmt.

Ein mit Teppichen bedecktes Fahrrad steht auf einem Markt
Ein mit Teppichen bedecktes Fahrrad steht auf einem Markt© picture alliance / dpa-Zentralbild

Für Bangladesch ist Deutschland als wichtigster Exportmarkt vor allem für Textilien ein bedeutender Wirtschaftspartner. Die Bundesregierung setzt sich in diesem Zusammenhang für verbesserte soziale und ökologische Mindeststandards ein. Bangladesch ist ein Kooperationspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Schwerpunkten in den Bereichen erneuerbare Energien, gute Regierungsführung und Anpassung an den Klimawandel. Darüber hinaus unterstützt Deutschland Bangladesch dabei, die mehr als 1,1 Millionen Betroffenen der Rohingya-Krise zu versorgen.

Das Königreich Bhutan pflegt freundschaftliche, aber keine diplomatischen Beziehungen zu Deutschland. Ungeachtet dessen engagieren sich private deutsche Träger, teils mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Neu Delhi und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie beim Kulturerhalt.

Indien ist der mit Abstand größte Partner Deutschlands unter den südasiatischen Staaten. Auf ihn entfallen rund drei Viertel der Bevölkerung und der Wirtschaftsleistung in der Region. Deutschland und Indien pflegen eine strategische Partnerschaft und halten im zweijährigen Rhythmus Regierungskonsultationen ab. Die letzte Runde dieser umfassenden Konsultationen über die ganze Breite der deutsch-indischen Beziehungen fand im Mai 2017 unter dem Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem indischen Premierminister Narendra Modi mit Teilnahme mehrerer Kabinettsminister auf beiden Seiten in Berlin statt. Auch die EU pflegt enge Beziehungen zu Indien und strebt den Abschluss eines Freihandels- und Investitionsabkommens mit dem südasiatischen Land an.

Die Malediven kennen viele Deutsche vor allem als Reiseland. Mehr als 100.000 Deutsche besuchen den Inselstaat pro Jahr. Die Malediven eröffneten 2016 eine Botschaft in Berlin; vor allem in der Klimapolitik gibt es gemeinsame Interessen. Die Bundesregierung hatte dabei auch die kritische innenpolitische Entwicklungen in den letzten fünf Jahren auf den Malediven im Blick und unterstützt die Reformagenda der neuen Regierung (seit November 2018).

Mädchen beim Haarewaschen am Straßenrand in Kathmandu, Nepal
Mädchen beim Haarewaschen am Straßenrand in Kathmandu, Nepal© picture alliance / Chad Ehlers

Deutschland unterstützt Nepal dabei, die Folgen des langjährigen Bürgerkriegs zu überwinden undfördert  im Rahmen  der Entwicklungszusammenarbeit vor allem Projekte im Gesundheits,- Energie-und Bildungsbereich. Zum deutschen Engagement zählten auch Beiträge zum Wiederaufbau nach den schweren Erdbeben von 2015 und die Begleitung des Verfassungsprozesses im Land.

In Pakistan hat Deutschland großes Interesse an einer demokratischen und stabilen Entwicklung des mit etwa 208 Millionen Einwohnern weltweit sechsgrößten – Landes und an einer konstruktiven Rolle Pakistans in der Region. Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind gute Regierungsführung Energie (mit Fokus auf erneuerbare Energien sowie Energie-Effizienz) und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (v.a. Berufsbildung). Zudem unterstützt Deutschland Projekte der humanitären Hilfe. Im Mai 2016 wurde in der Wirtschaftsmetropole Karachi die German Pakistan Chamber of Commerce and Industry (GPCCI) nach pakistanischem Recht gegründet; sie ist Mitglied des Pakistanischen Dachverbands der Handelskammern.

Deutschland unterstützt Sri Lanka nach dem Ende eines langen Bürgerkriegs beim Versöhnungsprozess zwischen den Bevölkerungsgruppen, berät in Verfassungsfragen und fördert die Berufsbildung für junge Sri Lanker aller Ethnien. Seit 2015 haben auch die politischen Beziehungen an Dynamik gewonnen; in dichter Folge kam es zu Begegnungen der Regierungschefs, der Außen- und Wirtschaftsminister und von Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Zudem unterstützt das Auswärtige Amt Sri Lanka bei einer Initiative, um die regionale Kooperation im Rahmen der internationalen normenbasierten Ordnung im Indischen Ozean zu stärken. Seit 2018 ist Deutschland auch mit einer eigenen Außenhandelskammer in der Hauptstadt Colombo vertreten.

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