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Kooperative Sicherheit

12.08.2026 - Artikel

Die NATO ist weit mehr als ein Verteidigungsbündnis, sie ist eine Plattform für politische und operative Sicherheitszusammenarbeit mit 35 Partnerstaaten und internationalen Organisationen (VN, EU, OSZE).

Nur in einem Netzwerk mit gleichgesinnten Partnern kann die NATO die komplexen Herausforderungen im euro-atlantischen Raum bewältigen.

Die NATO-Partnerschaftsformate in Europa, dem Mittelmeerraum, dem Mittleren Osten und weltweit bieten den Rahmen für politischen Dialog und Kooperation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Die NATO-Partnerschaften sind in verschiedenen Formaten organisiert:

  • Partnership for Peace (PfP) seit 1994: Militärisch-praktisches Kooperationsprogramm zwischen der NATO und 16 Partnerstaaten, das bilateral organisiert ist und Streitkräfte kompatibel machen soll. Partner sind u.a. Staaten in Osteuropa, dem Südkaukasus, Zentralasien, auf dem Balkan sowie Irland, Österreich und die Schweiz.
  • Euro-Atlantischer Partnerschaftsrat (EAPR/EAPC) seit 1997: Politisches Forum für Dialog und Konsultationen zwischen allen NATO-Mitgliedstaaten und allen PfP-Partnern, das multilateral organisiert ist. Der EAPR dient als Dachinstitution und Rahmen für eine Vielzahl von Kooperationsaktivitäten, u.a. zu Krisenmanagement, Rüstungskontrolle, Terrorismus oder ziviler Krisenvorsorge.
  • Mittelmeerdialog (MD) seit 1994: Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Mauretanien, Marokko, Tunesien. Zur Zusammenarbeit gehören individuelle Kooperationsprogramme (ICPs), z.B. gemeinsame Übungen, Terrorbekämpfung, maritime Sicherheit.
  • Istanbuler Initiative zur Zusammenarbeit (ICI) seit 2004: Bahrain, Kuwait, Katar, Vereinigte Arabische Emirate.
  • Partners across the globe“: Kooperationsprogramme mit Australien, Japan, Kolumbien, Südkorea, Neuseeland, der Mongolei, Pakistan und Irak; seit 2010 in diesem Format zusammengefasst.

Die Ukraine trägt durch ihren Kampf für ihre Freiheit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit auch zur transatlantischen Sicherheit bei. Die Alliierten stehen geschlossen zur Unterstützung der Ukraine in ihrer Verteidigung gegen den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands. Die NATO hat der Ukraine 2008 eine Beitrittsperspektive eröffnet, die Ukraine hat 2022 offiziell einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt und hat aktuell einen Partnerstatus in der NATO. Im Hinblick auf eine vollständige euroatlantische Integration der Ukraine arbeiten die Alliierten und die Ukraine eng im NATO-Ukraine Rat (NUC) zusammen, der beim NATO-Gipfel in Vilnius 2023 begründet wurde. Die NATO berät und unterstützt dabei die Ukraine bei der Reform des Sicherheitssektors, einschließlich zur Stärkung rechtsstaatlicher Prinzipien. Für diesen Zweck unterhält die NATO ein Repräsentationsbüro in Kyjiw. Sie trägt zur Koordinierung von militärischen Unterstützungsleistungen wie bspw. der Vermittlung von Ausbildungs- und Trainingsleistungen der Alliierten sowie der Lieferung von dringend benötigten Rüstungsgütern bei. Die NATO ist nicht Kriegspartei.

Im Jahr 2025 leisteten die Alliierten militärische Unterstützung im Gesamtvolumen von 37,6 Mrd. Euro. Darunter fallen auch Zahlungen Kanadas und der europäischen Alliierten für den sogenannten PURL-Mechanismus („Prioritised Ukraine Requirements List“). Er dient der schnellen Beschaffung von dringend benötigten Rüstungsgütern für die Ukraine, die nur oder aktuell ausschließlich aus den USA bereitgestellt werden können. In der Erklärung zum NATO-Gipfel in Ankara am 8. Juli 2026 sagten Kanada und die europäischen Alliierten der Ukraine auf deutsche Initiative hin militärische Unterstützung in Höhe von 70 Mrd. Euro in diesem Jahr zu und bestätigten die Absicht, 2027 Unterstützung mindestens in demselben Umfang zu leisten (insg. 140 Mrd. Euro über zwei Jahre).

In der NATO-Georgien-Kommission arbeitet die NATO mit Georgien zusammen (seit 2008).

Die vormals enge praktische Zusammenarbeit mit Russland im Rahmen des NATO-Russland-Rats (seit 1997) hat die Allianz nach der völkerrechtswidrigen russischen Annexion der Krim im April 2014 und insbesondere angesichts der andauernden russischen Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 und des andauernden russischen Angriffskrieges suspendiert.

Zudem bestehen seit dem NATO-Gipfel in Wales (2014) zwei themenbezogene Formen der Zusammenarbeit. Erstens verbessert eine Interoperabilitätsplattform die praktische Zusammenarbeit v.a. im Bereich Krisenmanagement. Zweitens unterstützt die Allianz ausgewählte Partner auf deren Anfrage, Verteidigungskapazitäten aufzubauen und Sicherheitskräfte sowie -institutionen zu reformieren.

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