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Bildung und Forschung

21.07.2026 - Artikel

Auf dem Gebiet der Wissenschaft, Forschung und Innovation wächst die Bedeutung Lateinamerikas kontinuierlich. Die Region entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Partner. Es bestehen zahlreiche Kooperationen deutscher und lateinamerikanischer Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Berufliche Bildung - Duale Ausbildung

Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet.
Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet. © Thomas Köhler/photothek.net

In vielen lateinamerikanischen Ländern besteht großes Interesse am deutschen dualen System der beruflichen Ausbildung. Berufsbildung ist daher ein wichtiges Thema der bilateralen Beziehungen mit vielen Partnern in der Region. Insbesondere bei den Ländern der Pazifikallianz (Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru) bringt sich Deutschland als Beobachterstaat verstärkt mit dem Thema der beruflichen Bildung ein.

Forschungszusammenarbeit

Schwerpunktländer unserer vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Forschungskooperation mit Lateinamerika und der Karibik sind Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Uruguay.

Deutsche Forschungsorganisationen wie die Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Max-Planck-Institute, Alexander-von-Humboldt-Stiftung und andere pflegen intensive Kooperationen mit Lateinamerika und der Karibik, zum Beispiel bei den Themen Biodiversitätsforschung, Infektionsmedizin, Materialforschung und (Astro-)Physik.

In São Paulo, Brasilien, besteht eines von weltweit nur sechs Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäusern als gemeinsamer Auftritt deutscher Wissenschaftsorganisationen und deutscher forschender Unternehmen.

Universitäre Zusammenarbeit

Viele Länder Lateinamerikas und der Karibik investieren zunehmend in den Bildungssektor und dessen Internationalisierung. Dabei ist das Interesse an einem stärkeren akademischen Austausch mit Deutschland groß. Schwerpunktländer der bilateralen Kooperationen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD sind Brasilien, Mexiko, Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru.

Der DAAD ist mit seinen drei Außenstellen (in Brasilien, Mexiko und Kolumbien), drei Informationszentren (in Argentinien, Chile und Costa Rica) sowie seinem Netzwerk aus Beratungsstellen, Lektoraten, Langzeitdozenturen und Lehrstühlen in der gesamten Region Lateinamerika stark vertreten.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Außenwissenschaftsinitiative drei von weltweit fünf Exzellenzzentren in Lateinamerika gegründet – das Meeresforschungsinstitut CEMarin und das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut CAPAZ, beide in Kolumbien, und das Heidelberg Center in Santiago de Chile. Das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum fördert die akademische Zusammenarbeit und die Entwicklung bi-nationaler Studiengänge von argentinischen und deutschen Hochschulen.

Förderung der deutschen Sprache

Deutsch als Fremdsprache nimmt in der Region Lateinamerika eine stabile Position ein. Es gibt rund 569 Schulen mit Deutschunterricht. Insgesamt lernen in Lateinamerika etwa 250.000 Schüler Deutsch. Besonderes Interesse an Deutschunterricht besteht in Regionen mit vielen aus Deutschland eingewanderten Familien. Das Partnerschulnetz ist in Lateinamerika auf 189 Schulen angewachsen. Darunter sind 37 Deutsche Auslandsschulen. Die deutschen Auslandsschulen in Lateinamerika wurden meist von deutschen Auswanderern für ihre Kinder und die Kinder ihrer Nachbarn gegründet, teilweise schon vor 150 Jahren. Inzwischen haben sie sich zu großen Begegnungsschulen entwickelt, darunter die größte weltweit: Porto Seguro in São Paulo mit insgesamt ca. 10.000 Schülern – die meisten von ihnen Brasilianer. An sieben dieser Schulen können in Berufsbildungszentren meist kaufmännische Ausbildungen nach deutschem Muster absolviert werden.

Die Förderung der deutschen Sprache in Lateinamerika erfolgt auch sehr wesentlich durch die 13 in der Region tätigen Goethe-Institute mit ihrem Angebot an Sprachunterricht und Fortbildungsmaßnahmen für Deutschlehrer. Darüber hinaus sind in Lateinamerika 13 Goethe-Zentren, 33 DAAD-Lektorate, und 42 geförderte deutsch-ausländische Kulturgesellschaften zu verzeichnen.

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