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Beziehungen zu Deutschland Saudi-Arabien

Artikel

Stand: Februar 2018

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt drei Jahre vor der Proklamation des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Deutschland unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. Wie auch in anderen arabischen Ländern genießt Deutschland Sympathie.

Die Beziehungen werden durch einen intensiven und hochrangigen Besucherverkehr gepflegt. Auf Einladung von König Salman führte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 30. April 2017 in Djidda Gespräche mit der saudi-arabischen Führung. Es war nach 2007 und 2010 ihr dritter Besuch im Königreich. Der seit Mai 2015 amtierende Außenminister Adel Al-Jubeir hat Deutschland mehrmals besucht, zuletzt im Juni 2017 zu politischen Gesprächen mit Außenminister Gabriel in Berlin. Im Rahmen seiner Reise an den Golf traf Außenminister Gabriel seinen saudi-arabischen Amtskollegen am 3. Juli 2017 in Djidda. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Reisen von Kabinettsmitgliedern, Bundestagsabgeordneten und Länderdelegationen nach Saudi-Arabien sowie eingehende Besuche von saudi-arabischer Seite.

Wirtschaftsbeziehungen

Saudi-Arabien ist nach den Vereinigten Arabischen Emiraten Deutschlands zweitwichtigster arabischer Handelspartner, Deutschland seinerseits Saudi-Arabiens drittgrößter Lieferant. Saudi-Arabien führt deutsche Produkte und Dienstleistungen in erheblichem Umfang ein. Wichtigste deutsche Exportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, chemische, elektrotechnische, feinmechanische und optische Er­zeug­nisse. 2016 ging das bilaterale Handelsvolumenallerdings mit 7,3 Mrd. Euro um etwa 27 Prozen7 zurück. Die deutschen Importe aus Saudi-Arabien gingen um knapp 29 Prozent zurück und betrugen 2016 etwas mehr als 622 Millionen Euro. Abzuwarten bleibt, ob diese Abwärtsentwicklung sich angesichts der gegenwärtigen relativen Ölpreisstabilisierung fortsetzen wird.

Saudi-Arabien wird für deutsche Unternehmen weiterhin ein interessanter Markt bleiben. Im Rahmen des ambitionierten Reformprogramms "Vision 2030" und des Nationalen Transformationsplans stellen die industrielle Diversifizierung und erneuerbare Energien als Kernbereiche deutscher Kompetenz Schlüsselthemen dar. Damit bestehen gute Voraussetzungen für eine Intensivierung der deutsch-saudischen Wirtschaftskooperation. Ein Investitionsschutzabkommen besteht seit 1999.

Das Land bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Anreize für ausländische Firmen, im Land zu investieren und dort Arbeitsplätze zu schaffen. In allen in Saudi-Arabien ansässigen Unternehmen, auch in ausländischen Firmen und Joint Ventures wird eine bestimmte Quote der Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger gefordert.

Die deutsche Wirtschaft ist seit 1978 durch das German Saudi Arabian Liaison Office (GESALO) in Riad vertreten. Seit 1975 besteht die Gemischte Wirtschaftskommission (GWK), der Vertreter der Regierungen und der Wirtschaft angehören.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind recht jung. Grundlage der deutsch-saudischen Kulturzusammenarbeit ist ein am 2. April 2006 in Kraft getretenes Regierungsabkommen. In Djidda und in Riad gibt es Deutsche Schulen. An der König-Saud-Universität in Riad hat der DAAD ein Lektorat eingerichtet. Mit einem Stipendiatenprogramm sind in den letzten Jahren ca. 1.300 Studenten zum Studieren nach Deutschland gekommen. An der König-Saud-Universität gibt es einen Studiengang für Übersetzung Deutsch-Arabisch. Einige saudi-arabische Studenten nutzen die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland.

Die Botschaft Riad und das Generalkonsulat Djidda bieten mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Filmvorführungen Möglichkeiten, sich mit deutscher Kultur bekannt zu machen. Die "Vision 2030" beinhaltet auch den Ausbau des Kulturangebots in Saudi-Arabien sowie eine kulturelle und gesellschaftliche Öffnung. 2017 wurde die Wiederzulassung von Konzerten und Kinos beschlossen. Daneben fördert die saudi-arabische Regierung den Breitensport, insbesondere auch für Mädchen und Frauen. Seit Januar 2018 dürfen auch Frauen Sportstadien besuchen.

Bei dem größten kulturellen Ereignis Saudi-Arabiens, dem unter der Schirmherrschaft des Königs stehenden Janadriyyah-Festival, war Deutschland 2016 Gastland. Der deutsche Pavillon präsentierte politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen sowie Wirtschaft und Technologie und zog ca. 400.000 Besucher an, ebenso die Aufführungen der 15 unterschiedlichen Künstlergruppen. Mit dem Gastauftritt ist es gelungen, den kulturpolitischen Freiraum, den das jährliche Festival bietet, für einen intensiven Austausch mit der saudi-arabischen Zivilgesellschaft zu nutzen.

In Riad wurde im Mai 2014 ein bisher noch auf den Sprachbereich beschränktes Goethe-Institut eröffnet, das 2016 an einen neuen Standort umgezogen ist. In den anderen Landesteilen sind die Möglichkeiten, außerhalb des Deutschprogramms der König-Saud-Universität deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, auf wenige Einzelinitiativen, privaten Einzelunterricht und Fernunterricht beschränkt. Deutsch wird nicht als Fremdsprache an allgemeinbildenden Schulen angeboten.

Das Deutsche Archäologische Institut und die Universität Marburg sind in Saudi-Arabien mit Grabungen in Tayma und einem Unterwasserprojekt bei Djidda tätig. Sie arbeiten dabei eng mit der "Saudi Commission for Tourism and National Heritage" (SCTH) zusammen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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