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Beziehungen zu Deutschland Papua-Neuguinea

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Stand: März 2017

Diplomatische Beziehungen zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland wurden am 16. September 1976 aufgenommen, genau ein Jahr nach Papua-Neuguineas Unabhängigkeit von Australien. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind freundschaftlich und problemlos. Die deutsche Botschafterin in Canberra, Australien, ist auch in Papua-Neuguinea akkreditiert. Der bisherige langjährige deutsche Honorarkonsul in Port Moresby Eberhart Pfeiffer ist seit Januar 2017 im Ruhestand. Für die erste Hälfte 2017 übernimmt das Generalkonsulat Sydney bis zur Berufung eines neuen Honorarkonsuls den Aufgabenbereich.

Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2013 bei etwa 273,4 Millionen EUR: Deutschland führte aus Papua-Neuguinea Waren im Wert von 247,2 Millionen EUR ein, während die Ausfuhr nach Papua-Neuguinea 26,2 Millionen EUR betrug. In der Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland liegt Papua-Neuguinea auf Platz 88 (Importe nach Deutschland) bzw. Rang 162 (Exporte nach Papua-Neuguinea).

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Papua-Neuguinea sind durch einen großen Handelsbilanzüberschuss zugunsten Papua-Neuguineas gekennzeichnet. Zwar bestehen derzeit keine Niederlassungen größerer deutscher Firmen in Papua-Neuguinea; die deutsche Wirtschaft ist aber - meist über Vertriebswege in Australien - auch in Papua-Neuguinea vertreten.

Deutschland unterstützt vor allem über seine substantiellen Beiträge an die Europäische Union die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Papua-Neuguineas. Die EU ist in der Region nach Australien der zweitwichtigste Geber von Entwicklungshilfe. Dabei werden den Partnerländern im Rahmen von Länderstrategiepapieren finanzielle Mittel für verschiedene Projekte und Programme zugewiesen. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 sind für Papua-Neuguinea im Rahmen des 11. EDF (European Development Fund) insgesamt 187,2 Millionen EUR vorgesehen. Schwerpunkte des 11. EDF in Papua-Neuguinea sind die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in den ländlichen Gebieten sowie die Unterstützung der Entwicklung von Humanressourcen, insbesondere Grund- und Berufsbildung.

Papua-Neuguinea ist auch in die enge klimapolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten der Südpazifik-Region eingebunden. Anfang 2010 nahm der Umweltminister von Papua-Neuguinea am „Petersberger Klimadialog“ teil, und bei dem Seminar „Seismologie und Tsunami-Frühwarnung“ des Geoforschungszentrums Potsdam im Juli 2010 waren auch Vertreter aus Papua-Neuguinea vertreten. Auf Einladung des Auswärtigen Amtes nahmen 2010 und 2011 Mitarbeiter des Außenministeriums von Papua-Neuguinea an einem vierwöchigen Trainingskurs für Diplomaten in Berlin teil.

Das von der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) durchgeführte Regionalprojekt „Anpassung an den Klimawandel“ (2009-2018) ist in zwei Provinzen Papua-Neuguineas präsent, Central Province und Milne Bay Province. Auf der Huon-Halbinsel, nördlich der Stadt Lae, finanzierte das Bundesumweltministerium (BMU) ein Projekt zur Schaffung des ersten offiziellen Naturschutzgebietes in Papua-Neuguinea (2008-2012). Durch die Verringerung der Abholzung in dem 76.000 Hektar großen Gebiet wird zudem ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Von 2008 bis 2010 hat das BMU die sogenannte „Korallendreieck-Initiative“ in Papua-Neuguinea und Indonesien gefördert: Nahe der Insel New Britain wurde ein ausgedehntes maritimes Schutzgebiet geschaffen, um die Anpassungsfähigkeit Papua-Neuguineas gegenüber dem Klimawandel zu steigern. Ende 2011 startete in einer Pilotregion ein weiteres von der GIZ initiiertes und vom BMU gefördertes Regionalprojekt in Papua-Neuguinea. Dabei werden Aktivitäten zum Erhalt der tropischen Wälder als Beitrag zum Klimaschutz gefördert.

Die Bundesrepublik Deutschland (BMZ) bereitet derzeit gemeinsam mit dem Global Fund (GF ATM) un der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine trilaterale Vereinbarung zur Schuldenumwandlung PNG’s in Höhe von 7,5 Mio. Euro vor. Die mittel sollen für Maßnahmen zur Bekämpfung von Malaria eingesetzt werden.

Außerdem bestehen verschiedene kirchliche Entwicklungsprojekte der katholischen und evangelischen Missionen in Papua-Neuguinea, die zum Teil mit Bundesmitteln unterstützt werden. Deutsche Missionare sind seit mehr als 100 Jahren in Papua-Neuguinea aktiv und leisten dort seither einen erheblichen Beitrag, unter anderem im medizinischen Bereich und zur Schul- und Berufsbildung.

Daneben unterstützt die zuständige deutsche Botschaft in Canberra verschiedene kleinere Projekte in Papua-Neuguinea, meist im Bildungsbereich. Ebenso wurden in den letzten Jahren Solarelektrizitätsanlagen für Schulen und medizinische Einrichtungen finanziert und bereitgestellt.

Die EU sprach sich gegen die 2013 erfolgte gesetzliche Wiedereinführung der Durchführung der Todesstrafe in Papua-Neuguinea aus.

Der nördliche Teil Papua-Neuguineas war von 1884 bis 1914 deutsche Kolonie. Im abgelegenen Ort Finschhafen, dem ersten deutschen Verwaltungssitz, steht noch eine Villa aus der Kolonialzeit. In der Stadt Madang befinden sich Überreste eines mehr als 100 Jahre alten deutschen Friedhofes. Außerdem weisen auch heute noch viele geographische Bezeichnungen auf die kurze gemeinsame Geschichte Deutschlands und Papua-Neuguineas hin, so zum Beispiel der höchste Berg des Landes, Mount Wilhelm, in der Bismarck-Bergkette.

Im Jahr 2012 gab es im Cultural Centre in Kokopo in der Provinz East New Britain eine vom Auswärtigen Amt finanzierte Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der deutsch-pazifischen Beziehungen.

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