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Beziehungen zu Deutschland Papua-Neuguinea

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Stand: September 2018

Diplomatische Beziehungen zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland wurden am 16. September 1976 aufgenommen, genau ein Jahr nach Papua-Neuguineas Unabhängigkeit von Australien. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind freundschaftlich und problemlos. Die deutsche Botschafterin in Canberra, Australien, ist auch in Papua-Neuguinea akkreditiert.

Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2016 bei etwa 197 Millionen EUR: Deutschland führte aus Papua-Neuguinea Waren im Wert von 170,06 Millionen EUR ein, während die Ausfuhr nach Papua-Neuguinea 26,85 Millionen EUR betrug..

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Papua-Neuguinea sind durch einen großen Handelsbilanzüberschuss zugunsten Papua-Neuguineas gekennzeichnet. Zwar bestehen derzeit keine Niederlassungen größerer deutscher Firmen in Papua-Neuguinea; die deutsche Wirtschaft ist aber - meist über Vertriebswege in Australien - auch in Papua-Neuguinea vertreten.

Deutschland unterstützt vor allem über seine substantiellen Beiträge an die Europäische Union die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Papua-Neuguineas. Die EU ist in der Region nach Australien der zweitwichtigste Geber von Entwicklungshilfe. Dabei werden den Partnerländern im Rahmen von Länderstrategiepapieren finanzielle Mittel für verschiedene Projekte und Programme zugewiesen. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 sind für Papua-Neuguinea im Rahmen des 11. EDF (European Development Fund) insgesamt 145 Millionen EUR vorgesehen. Schwerpunkte des 11. EDF in Papua-Neuguinea sind die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in den ländlichen Gebieten sowie die Unterstützung der Entwicklung von Humanressourcen, insbesondere Grund- und Berufsbildung.

Papua-Neuguinea ist auch in die enge klimapolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten der Südpazifik-Region eingebunden. Bereits Anfang 2010 nahm der Umweltminister von Papua-Neuguinea am „Petersberger Klimadialog“ teil und war bei der Klimakonferenz COP23 im November 2017 in Bonn unter Vorsitz von Fiji ebenfalls hochrangig vertreten. . Auf Einladung des Auswärtigen Amtes nahm wie schon in früheren Jahren, auch 2018 eine Mitarbeiterin des Außenministeriums von Papua-Neuguinea an einem vierwöchigen Trainingskurs für Diplomaten in Berlin teil. Mit einem Pädagogen aus Papua-Neuguinea nimmt 2018 erstmalig ein Teilnehmer aus Ozeanien an dem einjährigen Studienkurs zur Fortbildung ausländischer Leichtathletik-Trainer an der Auslandstrainerakademie des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) in Mainz teil.

Deutschland unterstützt mehrere Regionalprojekte in PNG, die mit Bundesmitteln gefördert werden: Das von der GIZ durchgeführte BMZ finanzierte Regionalprojekt „Klimawandel in der Pazifischen Inselregion (CCCPIR- 2009-2019) wurde unter anderem auch auf PNG ausgeweitet. Mit 0,5 Millionen EUR unterstützt die GIZ Maßnahmen zur Nahrungsmittelsicherung auf den Trobriander Inseln und in Wamira, beides Provinz Milne Bay. Über ein EU-finanziertes Regionalprogramm (10. EDF) unterstützt die GIZ PNG bei der Umsetzung eines Energie- und Wasserprojekts mit einem Volumen von 1,2 Mio. EUR (2014-2018). Auf der Huon-Halbinsel finanzierte das BMU ein Projekt zur Schaffung des ersten offiziellen Naturschutzgebietes in PNG (2008-2013). Das BMU hat die sog. „Korallendreieck-Initiative“ in PNG und IDN gefördert, bei der ein maritimes Schutzgebiet geschaffen wurde.

Ein weiteres von der GIZ initiiertes und vom BMU gefördertes IKI-Regionalprojekt konzentriert sich auf den Erhalt der tropischen Wälder als Beitrag zum Klimaschutz (REDD+) lief u.a. in PNG mit einem Gesamtvolumen von 4,9 Mio. EUR bis 10/2015, anschließend weitere 3,5 Mio. EUR bis 2018.

Außerdem bestehen verschiedene kirchliche Entwicklungsprojekte der katholischen und evangelischen Missionen in Papua-Neuguinea, die zum Teil mit Bundesmitteln unterstützt werden. Deutsche Missionare sind seit mehr als 100 Jahren in Papua-Neuguinea aktiv und leisten dort seither einen erheblichen Beitrag, unter anderem im medizinischen Bereich und zur Schul- und Berufsbildung.

Daneben unterstützt die zuständige deutsche Botschaft in Canberra verschiedene kleinere Projekte in Papua-Neuguinea, meist im Bildungs- und Gesundheitsbereich.

Die EU sprach sich gegen die 2013 erfolgte gesetzliche Wiedereinführung der Durchführung der Todesstrafe in Papua-Neuguinea aus. Sie ist mit einem Moratorium belegt ist, dh wird nicht vollstreckt.

Der nördliche Teil Papua-Neuguineas war von 1884 bis 1914 deutsche Kolonie. In Finschhafen, dem ersten deutschen Verwaltungssitz, steht noch eine Villa aus der Kolonialzeit. In der Stadt Madang befinden sich Überreste eines mehr als 100 Jahre alten deutschen Friedhofes. Außerdem weisen auch heute noch viele geographische Bezeichnungen auf die kurze gemeinsame Geschichte Deutschlands und Papua-Neuguineas hin, so zum Beispiel der höchste Berg des Landes, Mount Wilhelm, in der Bismarck-Bergkette.Interessant ist eine ungewöhnliche und nahezu ausgestorbene Sprache, genannt „Unserdeutsch“, oder – wie sie in der Kreolistik genannt wird – Rabaul Creole German. Sie ist die weltweit einzige deutschbasierte Kreolsprache, entstanden kurz vor und auch nach dem ersten Weltkrieg im Bismarck-Archipel unter den Kindern an der Missionsstation in Vunapope (Provinz East New Britain). „Unserdeutsch“ wird heute nur noch von einigen wenigen

älteren Sprechern, die in PNG und Ostaustralien leben, gesprochen. Die Universität Augsburg hat hierzu ein von der DFG finanziertes Forschungsprojekt durchgeführt.

Wie o.a. leisten deutsche Missionare seit mehr als 100 Jahren einen erheblichen Beitrag u.a. zu Schul- und Berufsbildung in PNG. Die Divine Word University in Madang ist eine Gründung der Steyler Missionare und beherbergt eine deutschsprachige Büchersammlung. Auf Bitte der Universität führt die Deutsche Botschaft in Canberra aktuell aus Mitteln des Kulturerhalts des Auswärtigen Amts ein Projekt zur Digitalisierung dieser Sammlung durch. Drei von Ethnologen an der Universität ausgewählte Bücher werden ins Englische übersetzt. Die Anregung zu der Maßnahme kam von der Universität und parallel in anderer Sache von Seiten des Nationalmuseums in Port Moresby unter dem Stickwort „our history is locked in German“: dass mangels deutschen Sprachkenntnissen der Bevölkerung und den Wissenschaftlern in PNG ein Teil ihrer Geschichte nicht mehr zugänglich ist.

Im Jahr 2012 gab es im Cultural Centre in Kokopo in der Provinz East New Britain eine vom Auswärtigen Amt finanzierte Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der deutsch-pazifischen Beziehungen.

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