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Beziehungen zu Deutschland Papua-Neuguinea

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Stand: November 2018

Diplomatische Beziehungen zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland wurden am 16. September 1976 aufgenommen, genau ein Jahr nach Papua-Neuguineas Unabhängigkeit von Australien. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind freundschaftlich und problemlos. Die deutsche Botschafterin in Canberra, Australien, ist auch in Papua-Neuguinea akkreditiert.

Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2016 bei etwa 197 Millionen EUR: Deutschland führte aus Papua-Neuguinea Waren im Wert von 170,06 Millionen EUR ein, während die Ausfuhr nach Papua-Neuguinea 26,85 Millionen EUR betrug.

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Papua-Neuguinea sind durch einen großen Handelsbilanzüberschuss zugunsten Papua-Neuguineas gekennzeichnet. Zwar bestehen derzeit keine Niederlassungen größerer deutscher Firmen in Papua-Neuguinea; die deutsche Wirtschaft ist aber - meist über Vertriebswege in Australien - auch in Papua-Neuguinea vertreten.

Deutschland unterstützt vor allem über seine substantiellen Beiträge an die Europäische Union die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Papua-Neuguineas. Die EU ist in der Region nach Australien der zweitwichtigste Geber von Entwicklungshilfe. Schwerpunkt i.R. des Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) in Papua-Neuguinea sind die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in den ländlichen Gebieten sowie die Unterstützung der Entwicklung von Humanressourcen, insbesondere Grund- und Berufsbildung.

Papua-Neuguinea ist auch in die enge klimapolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten der Südpazifik-Region eingebunden. Bereits Anfang 2010 nahm der Umweltminister von Papua-Neuguinea am „Petersberger Klimadialog“ teil und war bei der Klimakonferenz COP23 im November 2017 in Bonn unter Vorsitz von Fiji ebenfalls hochrangig vertreten.

Mit einem Pädagogen aus Papua-Neuguinea nimmt 2018 erstmalig ein Teilnehmer aus Ozeanien an dem einjährigen Studienkurs zur Fortbildung ausländischer Leichtathletik-Trainer an der Auslandstrainerakademie des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) in Mainz teil.

Deutschland unterstützt mehrere Regionalprojekte in PNG, die mit Bundesmitteln gefördert werden: Das von der Deutschen gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführte Regionalprojekt „Anpassung an den Klimawandel in der Pazifischen Inselregion (- 2009-2019) wurde unter anderem auch auf Papua-Neuguinea ausgeweitet. Mit 0,5 Millionen EUR unterstützt die GIZ außerdem Maßnahmen zur Nahrungsmittelsicherung auf den Trobriander Inseln und in Wamira, beides in der Provinz Milne Bay. Auf der Huon-Halbinsel finanzierte das BMU ein Projekt zur Schaffung des ersten offiziellen Naturschutzgebietes in Papua-Neuguinea. Das BMU hat in Papua-Neuguinea und Infonesien auch die sog. „Korallendreieck-Initiative“ gefördert, bei der ein maritimes Schutzgebiet geschaffen wurde. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), fördert das BMU überdies ein Regionalprojekt zum Erhalt der tropischen Wälder als Beitrag zum Klimaschutz.

Außerdem bestehen verschiedene kirchliche Entwicklungsprojekte der katholischen und evangelischen Missionen in Papua-Neuguinea, die zum Teil mit Bundesmitteln unterstützt werden. Deutsche Missionare sind seit mehr als 100 Jahren in Papua-Neuguinea aktiv und leisten einen erheblichen Beitrag, unter anderem im medizinischen Bereich und zur Schul- und Berufsbildung.

Auch die Deutsche Botschaft in Canberra unterstützt immer wieder kleinere Projekte in Papua-Neuguinea, meist im Bildungs- und Gesundheitsbereich.

Der nördliche Teil Papua-Neuguineas war von 1884 bis 1914 deutsche Kolonie. In Finschhafen, dem ersten deutschen Verwaltungssitz, steht noch eine Villa aus der Kolonialzeit. In der Stadt Madang befinden sich Überreste eines mehr als 100 Jahre alten deutschen Friedhofes. Außerdem weisen auch heute noch viele geographische Bezeichnungen auf die kurze gemeinsame Geschichte Deutschlands und Papua-Neuguineas hin, so zum Beispiel der höchste Berg des Landes, Mount Wilhelm, in der Bismarck-Bergkette. Interessant ist eine ungewöhnliche und nahezu ausgestorbene Sprache, genannt „Unserdeutsch“, oder – wie sie in der Kreolistik genannt wird: „Rabaul Creole German“. Sie ist die weltweit einzige deutschbasierte Kreolsprache, entstanden kurz vor und nach dem ersten Weltkrieg im Bismarck-Archipel unter den Kindern an der Missionsstation in Vunapope (Provinz East New Britain). „Unserdeutsch“ wird heute nur noch von einigen wenigenälteren Sprechern, die in Papua-Neuguinea und Ostaustralien leben, gesprochen. Die Universität Augsburg hat hierzu ein Forschungsprojekt durchgeführt.

Die Divine Word University in Madang ist eine Gründung der Steyler Missionare und beherbergt eine deutschsprachige Büchersammlung.Aus Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes wird aktuell ein Projekt zur Digitalisierung dieser Sammlung gefördert. Drei von Ethnologen an der Universität ausgewählte Bücher werden ins Englische übersetzt. Die Anregung zu der Maßnahme kam von der Universität in Madnag und auchNationalmuseums in Port Moresby unter dem Stickwort „our history is locked in German“: mangels deutscher Sprachkenntnisse der Bevölkerung und der Wissenschaftlern in Papua-Neuguinea wäre sonst ein Teil der Geschichte nicht mehr zugänglich.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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