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Beziehungen zu Deutschland Oman

Artikel

Stand: Juni 2018

Bilaterale Beziehungen

Deutschland genießt in Oman hohes Ansehen. Die politischen Beziehungen sind freundschaftlich und problemlos. Bundespräsident Wulff besuchte Oman im Dezember 2011 im Rahmen eines Staatsbesuchs. Bilaterale politische Konsultationen fanden im Mai 2014 in Berlin statt; die Gemischte Wirtschaftskommission tagte am 5./6. Dezember 2016 zum 14. Mal in Maskat. Außenminister Youssef bin Alawi führte im Oktober 2017 Gespräche mit seinem deutschen Amtskollegen in Berlin. Außenminister Steinmeier hatte Maskat im März 2016 besucht. Bundestagspräsident Lammert eröffnete im Oktober 2017 die neue Deutsche Botschaft in Maskat. Die Bundesländer entsenden regelmäßig Delegationen zu Gesprächen in das Sultanat, zuletzt im Frühjahr 2018 Minister Wissing aus Rheinland-Pfalz sowie Staatsminister Pschierer aus Bayern.

Wirtschaftsbeziehungen

Seit den sechziger Jahren haben  deutsche Firmen in Oman  erfolgreich zum Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur im Sultanat beigetragen und ein beachtliches Vertrauenskapital geschaffen.

Deutschland gehört seit jeher zu den wichtigen Wirtschaftspartnern Omans im non-oil Bereich. Die deutschen Ausfuhren nach Oman lagen 2017 bei 916,5 Mio. EUR (2016: 834,1 Mio. EUR). Wichtigste Exportprodukte waren  Kraftfahrzeuge und -teile, Arzneimittel, Kunststoffe, Industriechemikalien und Maschinen. Die Importe betrugen 2017 38,8 Mio. EUR (2016: 39,4 Mio. EUR). Es ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Exportwert höher liegt, da ein Teil der deutschen Exporte über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Oman gelangt. Deutschland ist kein unmittelbarer Abnehmer von omanischem Öl und Gas.

Die 14. Tagung der 1978 konstituierten deutsch-omanischen Gemischten Wirtschaftskommission fand vom 5. - 6. Dezember 2016 in Maskat statt. Als Kernbereiche der Zusammenarbeit wurden Handel und Investitionen, KMU-Entwicklung, Erneuerbare Energien, Umweltschutz, Bildung und Ausbildung Gesundheitswesen und Tourismus vereinbart. Im November 2014 und im November 2016 fand das "Owners Forum – Middle East" in Maskat statt. Etwa 160 Unternehmer aus Familienunternehmen diskutierten über regionale Wirtschaftsthemen und erörterten unternehmerische Herausforderungen im interkulturellen Vergleich. Omanische Familienunternehmen nutzten das Forum zur Stärkung ihrer Beziehungen zur deutschen Wirtschaft.

Es besteht ein bilaterales Investitionsförderungs- und Schutzabkommen, das am 4.4.2010 in Kraft trat. Das am 15.08.2012 in Maskat unterzeichnete deutsch-omanische Doppelbesteuerungs-abkommen wurde seitens der Bundesrepublik Deutschland noch nicht ratifiziert und wird derzeit nachverhandelt.

Der Bestand der deutschen Direktinvestitionen in Oman wird für 2016 mit 221 Mio. EUR (2015: 42 Mio. EUR, Quelle: GTAI) angegeben. Deutsche Unternehmen waren an Infrastrukturprojekten in Oman beteiligt: Siemens lieferte Turbinen für Gaskraftwerke in Sohar und Barka und die Flughafen München GmbH Beratung beim Ausbau der Flughäfen Maskat und Salalah. Für omanische Geschäftsleute ist Deutschland in den vergangenen Jahren ein wichtiger Messeplatz geworden. Oman wird Partnerland auf der ITB Berlin 2020. Seit März 2012 gibt es einen deutschen Pavillon auf der Baumesse BIG - Show in Maskat, so auch 2018. Zahlreiche omanische Patienten kommen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Das deutsche Gesundheitssystem genießt im Oman einen guten Ruf. Die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor soll auf der Basis eines im Januar 2011 von den beiden Gesundheitsministern unterzeichneten Memorandum of Understanding intensiviert werden.

Die wachsende Zahl deutscher Touristen schlägt sich in der bilateralen Leistungsbilanz zugunsten Omans nieder. Gegenwärtig stellen Touristen aus Deutschland nach Großbritannien die zweitgrößte Gruppe unter den Touristen aus Europa. Ca. 750 deutsche Staatsangehörige sind in Oman ansässig.

Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulbereich bestehen Beziehungen zwischen der staatlichen Sultan-Qabus-Universität und deutschen Universitäten sowie mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Alexander von Humboldt-Stiftung und deutschen Forschungsinstitutionen. 2014 wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in Kultur, Bildung, Wissenschaft und Forschung zwischen Deutschland und Oman unterzeichnet.

Schwerpunkt der bilateralen Kultur- und Bildungsbeziehungen ist die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit, insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Hochschulministerium, dem Ministry of Heritage and Culture sowie deutscher Universitäten mit der Sultan-Qabus-Universität und der Universität Nizwa. Seit 2005 betreut der DAAD omanische Studierende, die im Rahmen des Regierungsstipendiatenprogramms des omanischen Hochschulministeriums ein Bachelor-Studium in Deutschland absolvieren.

Auf dem Gebiet wissenschaftlicher Forschung unterschrieb die Helmholtz-Gesellschaft am 01.06.2015 einen Kooperationsvertrag mit dem Research Council TRC. Daneben gibt es einige wissenschaftliche Einzelprojekte und Kontakte von Fraunhofer-Fokus.

Im Dezember 2006 wurde ein Vertrag zur Errichtung einer deutsch-omanischen Privatuniversität ("GUtech") mit der RWTH Aachen als deutschem Partner unterzeichnet. Sie hat im Herbst 2007 ihren Betrieb aufgenommen. Im  Studienjahr 2017/18 sind knapp 2000 Studierende in verschiedenen ingenieurwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern an der GUtech eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt ca. zwei Drittel. Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist mit einem Lektorat vertreten.

Derzeit lernen ca. 1500 Omaner Deutsch. Deutsch wird an dem vom Goethe-Institut in Kooperation mit dem omanischen Bildungsministerium seit 2007 betriebenen "German Language Centre“ in Maskat (400-500 Schüler), an vier omanischen Universitäten und seit 2012 als zweite Fremdsprache an 5 staatlichen und einigen privaten omanischen Sekundarschulen gelehrt. . Zwei der Schulen wurden in die Partnerschulinitiative PASCH aufgenommen. Das Goethe-Institut betreibt Kulturarbeit vom Regionalinstitut Abu Dhabi aus.

Im Bereich der Archäologie bestehen langjährige bilaterale Kontakte mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Begonnen hatten die Beziehungen in der 1970er Jahren mit Grabungskampagnen des Bochumer Bergbau-Museums. Seit 2015 führt eine Gruppe von Archäologen der Universität Tübingen Grabungen bei Al Khashbah  durch.

Das Auswärtige Amt hat die Erfassung und Wiederherstellung von prähistorischen Gräbern in Bat und den Archäologiepark in al-Balid (Dhofar) unterstützt.

Die Sportbeziehungen erstrecken sich auf die Bereiche Fußball, Feldhockey, Volleyball und Leichtathletik. Im Oktober 2012 wurde in Maskat unter Beteiligung der Oman Chamber of Commerce and Industry eine vorwiegend wirtschaftlich orientierte  Omanisch-Deutsche Freundschaftsgesellschaft unter der Schirmherrschaft von S.H. Sayyid Tarik bin Shabib Al Said gegründet. Eine Deutsch-Omanische Gesellschaft e.V., am 4. September 1992 in Bonn gegründet, widmet sich dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und der Förderung der Zusammenarbeit auf kulturellem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und sportlichem Gebiet. Der Sitz der Gesellschaft ist Berlin.

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