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Namibia: Beziehungen zu Deutschland Namibia

16.10.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen tragen der besonderen Verantwortung Deutschlands aus der gemeinsamen Kolonialgeschichte (1884-1915), den Verbindungen zur deutschsprachigen Gemeinschaft in Namibia, sowie der langen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit Rechnung. Darüber hinaus findet das deutsch-namibische Sonderverhältnis in hochrangigen politischen Kontakten seinen Ausdruck, so zuletzt in den Besuchen von Ministerpräsident Daniel Günther (in seiner Eigenschaft als Bundesratspräsident, Juli 2019), und von Entwicklungsminister Gerd Müller (August 2019). Windhuk unterhält Städtepartnerschaften zu Berlin und Bremen. Zwischen kirchlichen Gruppen, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern besteht ein intensiver Austausch.

Wirtschaftsbeziehungen

Der bilaterale Handelsaustausch zwischen Deutschland und Namibia beläuft sich auf knapp 200 Millionen Euro (2018). Zunehmendes Gewicht kommt dem Tourismus zu (ca. 120.000 deutsche Reisende im Jahr). Ein Doppelbesteuerungsabkommen sowie ein Investitionsförderungsvertrag sind seit Juli 1995 bzw. Dezember 1997 in Kraft.

Entwicklungszusammenarbeit

Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (bislang über 1 Mrd. Euro, höchste deutsche Leistung pro Kopf in Afrika südlich der Sahara) ist auf nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, das Management natürlicher Ressourcen sowie den Bereich Transport und Logistik fokussiert und umfasst Maßnahmen zur beruflichen und universitären Bildung. Bei den Regierungsverhandlungen im September 2019 wurden für 2019-20 knapp 154 Millionen Euro zugesagt. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) fördert die Bundesregierung zudem Projekte zu Biodiversität und Meeresschutz sowie Klimaschutz und -anpassung.

Für Siedlungsgebiete der Volksgruppen, die unter der deutschen Kolonialherrschaft besonders gelitten haben, hat die Bundesregierung zwischen 2006 und 2016 zusätzliche Mittel für die Kommunalentwicklung durch die Namibisch-Deutsche Sonderinitiative bereitgestellt. Die Umsetzung (209 Maßnahmen) erfolgte durch die namibische Nationale Planungskommission.

Kultur, Wissenschaft und Sport

Zum 01.01.2016 wurde das Goethe-Zentrum in ein Goethe-Institut umgewandelt. Auch die bilinguale Deutsche Höhere Privatschule Windhuk (DHPS) sowie acht Partnerschulen (PASCH), Schüleraustauschprogramme und Fortbildungen der Deutschen Welle für das deutschsprachige Hörfunkprogramm tragen zur Förderung der deutschen Sprache bei. 2018 erlernten ca. 10.000 Schülerinnen und Schüler Deutsch als Mutter- oder Fremdsprache.

Gemeinsam mit europäischen Partnern sowie mit der University of Namibia (UNAM) betreibt das Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg im zentralnamibischen Khomas-Hochland das “High Energy Telescopic System (H.E.S.S.) Teleskop”. Hochschulkooperationen bestehen mit der University of Namibia (UNAM) und der Namibia University of Science and Technology (NUST). Mit deutscher Unterstützung wurde 2012 das Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management„ (SASSCAL) mit Sitz in Windhuk eingerichtet.

Seit 1985 wurden im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts Felsmalereien am Brandberg restauriert, Projekte zum Erhalt und zur Dokumentation mündlicher Überlieferungen und musikalischer Zeugnisse gefördert, und ausgewählte Beispiele der lokalen Kolonialarchitektur wieder hergerichtet.

Weitere Informationen

Namibia ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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