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Deutschland und Liberia: bilaterale Beziehungen Liberia

23.06.2020 - Artikel

Die bilateralen deutsch-liberianischen Beziehungen haben eine lange Geschichte. Die Hansestädte Lübeck, Bremen und Hamburg erkannten 1855 (nach Großbritannien) die Unabhängigkeit Liberias an und eröffneten ein gemeinsames Konsulat in Monrovia.

Nach der bürgerkriegsbedingten Schließung 1990 nahm die Deutsche Botschaft im Jahr 2005 erneut ihre Tätigkeit in Monrovia auf. Während der Präsidentschaft der Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf intensivierten sich die bilateralen Beziehungen (u.a. Liberia-Besuch von Bundeskanzlerin Merkel 2007, Besuche der liberianischen Präsidentin Johnson Sirleaf in Deutschland 2008 und 2015).

Die deutsche Privatwirtschaft war bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges Ende 1989 in Liberia prominent engagiert. Aktuell sind hingegen nur wenige deutsche Unternehmen in Liberia aktiv.

In der Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland derzeit vor allem im Bereich Infrastrukturförderung tätig. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) berät im Auftrag der Bundesregierung die liberianische Regierung u.a. beim Aufbau des Transportsektors, bei der Rohstoffgovernance und im Bereich der erneuerbaren Energien sowie im Gesundheitssektor. In Umweltfragen arbeiten beide Länder bei der Unterstützung des Taï Sapo-Nationalparks (unter Einbeziehung von Côte d‘Ivoire) zusammen.

Mit Hilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurde u.a. das Mt. Coffee Wasserkraftwerk rehabilitiert. Außerdem wird der liberianische Teil des westafrikanischen Stromverbundnetzes WAPP (West African Power Pool) ausgebaut.

Eine wichtige Rolle spielte Deutschland außerdem bei der Entschuldung des Landes im Rahmen des Pariser Clubs.

Bei der Bewältigung der Ebola-Epidemie hat Deutschland Liberia durch umfangreiche humanitäre, medizinische, logistische und technische Maßnahmen unterstützt und bleibt bei der laufenden Bekämpfung der COVID-19-Pandemie auch weiterhin vor allem im Gesundheitssektor engagiert.

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Straßenszene in Monrovia
Straßenszene in Monrovia© picture-alliance / dpa

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