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Deutschland und Kambodscha: Bilaterale Beziehungen Kambodscha

23.04.2020 - Artikel

Mit Kambodscha bestehen seit 1967 diplomatische Beziehungen, die allerdings zwischen 1969 und 1993 unterbrochen waren. Kambodscha und die DDR unterhielten von 1969 bis 1975 und von 1979 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten diplomatische Beziehungen.

Deutschland unterstützt Kambodscha aktiv in seinem Entwicklungs- und Demokratisierungsprozess. Tragende Säule der bilateralen Beziehungen ist die umfangreiche Entwicklungszusammenarbeit.

Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit sind die ländliche Wirtschaftsentwicklung, die Stärkung des Gesundheitssystems und die Dezentralisierung. Darüber hinaus unterstützt Deutschland die Arbeit des Rote-Khmer-Tribunals mit Projekten zur Aussöhnung und das Humanitäre Minenräumen. Kambodscha ist weiterhin eines der am stärksten mit Landminen sowie Blindgängern belasteten Länder der Welt. In den Jahren 2018 und 2019 investiert die deutsche Entwicklungspolitik rund 81 Millionen Euro in die Verbesserung der Lebensbedingungen in Kambodscha.

Seit 2016 wird Kambodscha als unteres Mitteleinkommensland klassifiziert. Diesem wirtschaftlichen Erfolg des Landes trägt auch die Form der Entwicklungszusammenarbeit Rechnung. In den Jahren 2018/2019 wurden daher zum ersten Mal Entwicklungsleistungen in Form von vergünstigen Investitionsdarlehen gewährt, welche für ländliche Straßen und Stromnetze verwendet werden.

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind eng: Deutschland importiert vor allem Textilwaren und Schuhe aus Kambodscha. Bekannte deutsche Abnehmer sind Adidas, Puma, Deichmann, C&A, Aldi, Lidl und Tchibo. Die in Kambodscha ansässigen deutschen Geschäftsleute haben sich im „Arbeitskreis Deutsche Wirtschaft“ (ADW) zusammengeschlossen. Am 14. April 2002 trat das bilaterale Investitionsförderungs- und Schutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha in Kraft. Das Abkommen hat unter anderem den Schutz vor entschädigungsloser Enteignung und den Schutz des freien Devisentransfers zum Inhalt.

Schwerpunkte der deutschen Kulturpolitik in Kambodscha sind die Mitwirkung am Erhalt des kulturellen Erbes Kambodschas, an der Entwicklung des Bildungswesens durch Entsendung eines deutschen Langzeitdozenten durch den DAAD sowie die Vorstellung deutscher Kultur in Kambodscha durch die Deutsch-Kambodschanische Kulturgesellschaft e.V. und das Meta House. Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum wird von deutscher Seite in der Aufarbeitung der Herrschaft der Roten Khmer unterstützt.

Weitere Informationen

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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