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Deutschland und Kambodscha: Bilaterale Beziehungen

15.10.2021 - Artikel

Mit Kambodscha bestehen seit 1967 diplomatische Beziehungen, die allerdings zwischen 1969 und 1993 unterbrochen waren. Kambodscha und die DDR unterhielten von 1969 bis 1975 und von 1979 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten diplomatische Beziehungen.

Deutschland unterstützt Kambodscha aktiv in seinem Entwicklungs- und Demokratisierungsprozess. Tragende Säule der bilateralen Beziehungen ist die umfangreiche Entwicklungszusammenarbeit.

Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit sind die ländliche Wirtschaftsentwicklung, die Stärkung des Gesundheitssystems und die Dezentralisierung. Im Rahmen der Regierungsverhandlungen im Mai 2021 hat Deutschland Entwicklungsgelder in Höhe von insgesamt 71,3 Millionen Euro zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Kambodscha zugesagt.

Darüber hinaus unterstützt Deutschland die Arbeit des Rote-Khmer-Tribunals mit Projekten zur Aussöhnung und das Humanitäre Minenräumen. Landminen und Blindgänger aus den Jahren des Bürgerkriegs stellen auch heute noch ein Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft möchte Kambodscha bis 2025 landminenfrei werden.

Seit 2016 wird Kambodscha als unteres Mitteleinkommensland klassifiziert. Diesem wirtschaftlichen Erfolg des Landes trägt auch die Form der Entwicklungszusammenarbeit Rechnung. In den Jahren 2018/2019 wurden daher zum ersten Mal Entwicklungsleistungen in Form von vergünstigen Investitionsdarlehen gewährt, welche für ländliche Straßen und Stromnetze verwendet werden. Die wirtschaftlichen Beziehungen sind eng: Deutschland importiert vor allem Textilwaren und Schuhe aus Kambodscha. Bekannte deutsche Abnehmer sind Adidas, Puma, Deichmann, C&A, Aldi, Lidl und Tchibo. Die in Kambodscha ansässigen deutschen Geschäftsleute sind  als Teil der europäischen Handelskammer EUROCham in der Gruppe „German Business Cambodia“ organisiert. 2002 trat das bilaterale Investitionsförderungs- und Schutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha in Kraft. Das Abkommen hat unter anderem den Schutz vor entschädigungsloser Enteignung und den Schutz des freien Devisentransfers zum Inhalt.

Schwerpunkte der deutschen Kulturpolitik in Kambodscha sind die Mitwirkung am Erhalt des kulturellen Erbes Kambodschas, an der Entwicklung des Bildungswesens durch Entsendung eines deutschen Langzeitdozenten durch den DAAD sowie die Vorstellung deutscher Kultur in Kambodscha durch die Deutsch-Kambodschanische Kulturgesellschaft e.V. und das Meta House. Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum wird von deutscher Seite in der Aufarbeitung der Herrschaft der Roten Khmer unterstützt.

Weitere Informationen

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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