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Not lindern und Lösungen unterstützen: Deutsches Engagement in Jemen Jemen

Deutschland finanziert auch die Arbeit von Hilfsorganisationen wie Oxfam in Jemen

Deutschland finanziert auch die Arbeit von Hilfsorganisationen wie Oxfam in Jemen, © Oxfam

26.10.2018 - Artikel

Jemen ist seit 2015 Schauplatz einer der tragischsten humanitären Krisen weltweit. Die Vereinten Nationen warnen, bald könnte die Hälfte der Bevölkerung von einer Hungersnot betroffen sein.

Etwa 14 Millionen Jemeniten könnten bald vom Hunger betroffen sein. Wie so oft würden auch hier vor allem Kinder Not leiden.  Bei einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in New York Anfang dieser Woche beschrieb UN Nothilfekoordinator Mark Lowcock die drohende Hungersnot als „größer als alles, was die Experten auf diesem Gebiet in ihrem Arbeitsleben bislang erlebt haben“.

Was tut Deutschland?

Deutschland unterstützt die Arbeit von Organisationen wie ADRA in Jemen, hier bei einem Projekt zur Kindergesundheit in der Kamaran Klinik
Deutschland unterstützt die Arbeit von Organisationen wie ADRA in Jemen, hier bei einem Projekt zur Kindergesundheit in der Kamaran Klinik© ADRA

Deutschland hat allein dieses Jahr bislang 100 Mio. EUR für humanitäre Hilfe in Jemen bereitgestellt. Damit stellen unsere Partner des Welternährungsprogramms (WFP) und  Nichtregierungsorganisationen wie ADRA, Ärzte der Welt, Oxfam und Save the Children dringend benötigte Nahrungsmittel und Trinkwasser zur Verfügung. Insbesondere in Regionen, in denen Binnenvertriebene Schutz suchen, werden mangel- und unterernährte Kinder und schwangere bzw. stillende Frauen  versorgt.

Die Bundesregierung setzt sich außerdem für den uneingeschränkten Zugang der Bevölkerung zu Hilfsgütern ein. Seitens der Konfliktparteien muss alles unternommen werden, um den Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur in den Vordergrund zu stellen. 

Politische Lösungen dringend nötig

Eine Familie in Jemen
Eine Familie in Jemen© Oxfam

Deutschland engagiert sich für eine politische Lösung der Krise. Dabei unterstützt die Bundesregierung die Arbeit des UN-Sondergesandten Martin Griffiths. Eine Wiederaufnahme der im September 2018 gescheiterten Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien in Genf ist dringlich, um den 29 Millionen Jemeniten eine Friedensperspektive aufzuzeigen.

Gleichzeitig unterstützt die Bundesregierung Dialog- und Mediationsprozesse mit Hilfe der Berghof Foundation und anderen Partnern. Diese streben die größtmögliche Beteiligung aller Kriegsparteien und Bevölkerungsgruppen an. Nur ein Friedensprozess, der alle Parteien umfasst, hat Aussicht auf eine nachhaltige Beruhigung der Lage und damit auf eine Stabilisierung des Jemen.

Die Situation ist bereits dramatisch

Schon heute sind 22 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 2,3 Millionen Menschen sind als Binnenvertriebene im Land auf der Flucht. Es fehlt an Lebensmitteln und grundlegender Gesundheitsversorgung. Die Hälfte aller Kinder ist chronisch mangelernährt, und ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser herrscht in Jemen derzeit die größte Cholera Epidemie weltweit.  Um die Hafenstadt Hodeida, über die Hilfeleistungen und die meisten Nahrungsmittelimporte ins Land kommen, toben seit langem schwere Kämpfe. Angriffe auf Hilfsorganisationen, Zivilisten und zivile Infrastruktur und erschwerter Zugang für humanitäre Helfer sind tägliche Realität.

Die Arbeit der Organisation ADRA hilft auch Kleinkindern wie Huda beim Überleben
Die Arbeit der Organisation ADRA hilft auch Kleinkindern wie Huda beim Überleben© ADRA

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