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Deutschland und Finnland: bilaterale Beziehungen Finnland

25.08.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Zwischen Deutschland und Finnland bestehen schon seit der Hansezeit und der Reformation enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen.

2018 jährte sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zum 100. Mal. Die traditionell guten Beziehungen konnten nach dem Zweiten Weltkrieg bald wiederhergestellt werden, zunächst vor allem im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Im Jahre 1953 wurden mit der Errichtung von Handelsvertretungen in Köln und Helsinki die staatlichen Beziehungen wieder aufgenommen. Seit dem 7. Januar 1973 bestehen wieder diplomatische Beziehungen zwischen der Republik Finnland und der Bundesrepublik Deutschland.

2017 feierte Finnland das 100. Jubiläum seiner Unabhängigkeit.

Die Qualität der deutsch-finnischen Beziehungen zeigt sich insbesondere in

Die Qualität der deutsch-finnischen Beziehungen zeigt sich insbesondere in zahlreichen Konsultationen zu vielen Themenbereichen und den guten persönlichen Kontakten auf politischer Ebene. Ministerpräsident Antti Rinne traf sich im Juli 2019 mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin und im Juni 2019 eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Think Tank-Veranstaltung ‚Kultaranta‘ auf Einladung des finnischen Staatspräsidenten Sauli Niinistö. Im März 2019 kam Außenminister Heiko Maas in Helsinki mit seinen AmtskollegInnen aus Dänemark, Finnland und Schweden im Format „N3+1“ zu Konsultationen zusammen.

  Im September 2018 fand ein dreitägiger Staatsbesuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Finnlandstatt. Neben politischen Gesprächen und Treffen mit Vertretern aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft in Helsinki führte der Besuch den Präsidenten dabei auch in die nordfinnische Stadt Oulu. Im Mai 2018 eröffnete Außenminister Maas in Helsinki die Botschafterkonferenz des finnischen Außenministeriums und traf sich mit Staatspräsident Sauli Niinistö und Außenminister Timo Soini zu Gesprächen. Im Mai 2017 trafen sich Staatspräsident Sauli Niinistö und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin, im Juni 2017 reiste der damalige Ministerpräsident Juha Sipilä anlässlich der 100-Jahr-Feier zu einem Gespräch mit Angela Merkel nach Berlin. Auch zwischen den Parlamenten beider Länder bestehen auf Bundes- wie auf Landesebene gute Kontakte. Die Deutsch-Nordische Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag unterhält langjährige Beziehungen zur Finnisch-Deutschen Freundschaftsgruppe im finnischen Parlament. Der Austausch zwischen den Fachausschüssen beider Parlamente ist ebenfalls regelmäßig und intensiv.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist derzeit Finnlands Handelspartner Nummer eins mit Importen aus Deutschland im Wert von 11,1 Milliarden Euro und Exporten  im Wert von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2018 (Quelle: Statistisches Bundesamt). 2018 verzeichnete Finnland ein Handelsbilanzdefizit von 2,6 Milliarden Euro. Mehr als 80% der importierten Güter erreichen Finnland auf dem Seeweg, dabei kommt den deutschen Seehäfen Hamburg, Rostock und Lübeck eine Schlüsselrolle zu.

Deutschland ist eines der Hauptzielländer für finnische Investitionen. Ca. 440 finnische Firmen haben in Deutschland investiert, vor allem die bereits in Deutschland vertretene Papierindustrie (Stora Enso, UPM-Kymmene Oyj und Metsä Group), aber auch das Energieunternehmen Fortum. Die Aktivitäten deutscher Unternehmen in Finnland haben in den letzten Jahren zugenommen. Rund 330 deutsche Unternehmen sind derzeit in Finnland vertreten, darunter viele traditionsreiche Firmen.

Eine Deutsch-Finnische Handelskammer besteht seit 1978. Sie hat heute rund 650 finnische und deutsche Mitgliedsunternehmen.

Kulturelle Beziehungen

Die Einflüsse der auf jahrhundertealte Traditionen gegründeten finnisch-deutschen Beziehungen sind auch heute noch spürbar, insbesondere in Wissenschaft, Kultur und im Rechtswesen. Die deutsche Sprache hat jedoch seit etwa 1960 ihre führende Stellung an das Englische verloren.

Vorrangige Anliegen deutscher Kulturpolitik in Finnland sind die Förderung der deutschen Sprache sowie Werbung für den Studienstandort Deutschland.

Die Fördermaßnahmen vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) durch eine Lektorenstelle in Helsinki, Sprachassistenzen in mehreren Städten, PAD (Pädagogischer Austauschdienst) durch eine Fachberaterin, Alexander-von-Humboldt-Stiftung und anderen Mittlerorganisationen werden gerne angenommen.

Zum regen Kulturaustausch trägt das Goethe-Institut Finnland mit Sitz in Helsinki bei. Wichtige Pfeiler der Kulturbeziehungen sind zudem die Deutsche Schule Helsinki, die Deutsche Bibliothek Helsinki sowie die Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Finnland, die alle bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet wurden.

Im nicht-staatlichen Kulturaustausch gibt es viele weitere Akteure. Neben zahlreichen Besuchen und Direktkontakten zwischen Künstlern und Wissenschaftlern beider Staaten, verwirklichen die über 30 finnisch-deutschen Vereine in Finnland sowie die mehr als 70 Bezirksgruppen der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Deutschland und das Finnland-Institut in Berlin vielfältige kulturelle Austauschprogramme. Die Deutsch-Finnische Gesellschaft ist eine der größten bilateralen Vereinigungen ihrer Art in Deutschland. Hinzu kommen die mehr als 70 Städte- und Kommunalpartnerschaften, die sich unter anderem für den Schüler- und Jugendaustausch einsetzen. Deutschland bleibt nach wie vor für finnische Studenten ein beliebter Studienstandort.

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