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Beziehungen zu Deutschland Finnland

Artikel

Stand: April 2018

Politische Beziehungen

Zwischen Deutschland und Finnland bestehen schon seit der Hansezeit und der Reformation enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen.

2018 jährt sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zum 100. Mal. Die traditionell guten Beziehungen konnten nach dem Zweiten Weltkrieg bald wiederhergestellt werden, zunächst vor allem im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Im Jahre 1953 wurden mit der Errichtung von Handelsvertretungen in Köln und Helsinki die staatlichen Beziehungen wieder aufgenommen. Seit dem 7. Januar 1973 bestehen wieder diplomatische Beziehungen zwischen der Republik Finnland und der Bundesrepublik Deutschland.

2017 feierte Finnland das 100. Jubiläum seiner Unabhängigkeit. Deutschland beteiligt sich mit verschiedenen Veranstaltungen aktiv an den Feierlichkeiten.

Die Qualität der deutsch-finnischen Beziehungen zeigt sich auch in zahlreichen Konsultationen zu vielen Themenbereichen und den guten persönlichen Kontakten auf politischer Ebene. Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck führte im Juli 2013 einen offiziellen Besuch in Finnland durch, bei dem er gemeinsam mit Staatspräsident Sauli Niinistö Savonlinna, Naantali und Turku besuchte. Im Mai 2017 trafen sich Staatspräsident Sauli Niinistö und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin, im Juni 2017 reiste Ministerpräsident Juha Sipilä anlässlich der 100-Jahr-Feier zu einem Gespräch mit Angela Merkel nach Berlin. Der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier empfing seinen finnischen Kollegen Timo Soini im November 2016 in Berlin. Im November 2017 traf Staatsminister Roth den finnischen Europaminister Sampo Terho im Auswärtigen Amt zu Gesprächen.

Auch zwischen den Parlamenten beider Länder bestehen auf Bundes- wie auf Landesebene gute Kontakte. Die Deutsch-Nordische Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag unterhält langjährige Beziehungen zur Finnisch-Deutschen Freundschaftsgruppe im finnischen Parlament. Der Austausch zwischen den Fachausschüssen beider Parlamente ist ebenfalls intensiv.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist derzeit Finnlands Handelspartner Nummer eins mit Importen aus Deutschland im Wert von 11 Mrd. Euro und Exporten  im Wert von 8,2 Mrd. Euro im Jahr 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt). 2017 verzeichnete Finnland ein Handelsbilanzdefizit von 2,8 Mrd. Euro. Mehr als 80 Prozent der importierten Güter erreichen Finnland auf dem Seeweg, dabei kommt den deutschen Seehäfen Hamburg, Rostock und Lübeck eine Schlüsselrolle zu.

Deutschland ist eines der Hauptzielländer für finnische Investitionen. Ca. 440 finnische Firmen haben in Deutschland investiert, vor allem die bereits in Deutschland vertretene Papierindustrie (Stora Enso, UPM-Kymmene Oyj und Metsä Group). Die Aktivitäten deutscher Unternehmen in Finnland haben in den letzten Jahren zugenommen. Rund 330 deutsche Unternehmen sind derzeit in Finnland vertreten, darunter viele traditionsreiche Unternehmen.

Eine Deutsch-Finnische Handelskammer besteht seit 1978. Sie hat heute rund 700 finnische und deutsche Mitgliedsunternehmen.

Kulturelle Beziehungen

Die Einflüsse der auf jahrhundertealte Traditionen gegründeten finnisch-deutschen Beziehungen sind auch heute noch spürbar, insbesondere in Wissenschaft, Kultur und im Rechtswesen. Die deutsche Sprache hat jedoch seit etwa 1960 ihre führende Stellung an das Englische verloren.

Vorrangige Anliegen deutscher Kulturpolitik in Finnland sind die Förderung der deutschen Sprache sowie Werbung für den Studienstandort Deutschland.

Die Fördermaßnahmen von DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) durch Lektorenstellen in Helsinki und Turku, PAD (Pädagogischer Austauschdienst) durch eine Fachberaterin, Alexander-von-Humboldt-Stiftung und anderen Mittlerorganisationen werden gerne angenommen.

Zum regen Kulturaustausch trägt das Goethe-Institut Finnland mit Sitz in Helsinki bei. Wichtige Pfeiler der Kulturbeziehungen sind zudem die Deutsche Schule Helsinki, die Deutsche Bibliothek Helsinki sowie die Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Finnland, die alle bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet wurden.

Im nicht-staatlichen Kulturaustausch gibt es viele weitere Akteure. Neben zahlreichen Besuchen und Direktkontakten zwischen Künstlern und Wissenschaftlern beider Staaten, verwirklichen die über 30 finnisch-deutschen Vereine in Finnland sowie die mehr als 70 Bezirksgruppen der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Deutschland und das Finnland-Institut in Berlin vielfältige kulturelle Austauschprogramme. Die Deutsch-Finnische Gesellschaft ist eine der größten bilateralen Vereinigungen ihrer Art in Deutschland. Hinzu kommen die mehr als 70 Städte- und Kommunalpartnerschaften, die sich unter anderem für den Schüler- und Jugendaustausch einsetzen. Deutschland bleibt nach wie vor für finnische Studenten ein beliebter Studienstandort.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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