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Deutschland und Dschibuti: bilaterale Beziehungen Dschibuti

01.10.2019 - Artikel

Aufgrund seiner Stabilität und strategischen Lage in der Krisenregion Horn von Afrika ist Dschibuti auch für Deutschland von überregionaler Bedeutung. Dieser wurde Deutschland mit der Eröffnung einer Botschaft im Frühjahr 2010 gerecht, Dschibuti hat seinerseits im Herbst 2011 eine Botschaft in Berlin eröffnet. Die bilateralen diplomatischen Beziehungen existieren bereits seit der Unabhängigkeit Dschibutis 1977 und sind freundschaftlich geprägt. Deutschland beteiligt sich am Kampf gegen Piraterie vor der Küste Somalias und hat im Rahmen der Operation EUNAVFOR ATALANTA ein Kontingent der Bundeswehr in Dschibuti stationiert.

Dschibuti ist kein Partnerland der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit, profitiert aber indirekt durch regionale Vorhaben, die über die Regionalorganisation IGAD (Intergovernmental Authority on Development) abgewickelt werden, die ihren Sitz in Dschibuti hat, sowie direkt auch von EU-finanzierten Maßnahmen.

Schwerpunkte des EU-Engagements sind Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere im Straßenbau- sowie im Wasser- und Sanitärbereich, sowie makroökonomische Unterstützung und Hilfe bei guter Regierungsführung. Der 2018 begonnene Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage mit einem Gesamtvolumen von über 70 Mio. Euro ist das bislang größte EU-Projekt in Dschibuti. Mittel aus dem EU-Nothilfe Treuhandfonds für Afrika (EUTF) kommen nicht nur den Geflüchteten (ca. 30.000 Flüchtlinge bei 1 Mio. Einwohnern), sondern auch der lokalen Bevölkerung zugute.

Auch Deutschland unterstützt Binnenvertriebene und Flüchtlinge in Somalia und den Nachbarländern (auch Dschibuti) mittels einer regionalen Förderung des UNHCR (2018: 25 Mio. Euro).

Weiterhin fördert die Bundesregierung  über das BMZ die Regionalorganisation IGAD unter anderem in den Bereichen „Verbesserung der Dürreresilienz und Ernährungssicherung“ sowie „regionale Migrationspolitik“ mit einem Volumen von über 160 Mio. Euro.

Investitionspotential für deutsche Unternehmen bietet das Land insbesondere in den Bereichen Transport, Logistik und Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Wind, Geothermie). Für den letzteren Bereich hat die Stadt Karlsruhe mit Dschibuti eine Forschungskooperation vereinbart.

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